Osnabrück 🎧Osnabrück: Plakat-Aktion für Betroffene von Rassismus und rechter Gewalt

Osnabrück: Plakat-Aktion für Betroffene von Rassismus und rechter Gewalt

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Gut beraten: Exil-Geschäftsführerin Sara Josef und Ambachew Anjulo von der Betroffenenberatung Niedersachsen präsentieren das Plakat, mit dem der Verein in Bussen auf sein Angebot aufmerksam macht. / Foto: Exil, Marc Weber

Der Verein „Exil“ informiert in Bussen der Stadtwerke Osnabrück über ein Angebot der Betroffenenberatung Niedersachsen. Dadurch sollen von Rassismus und antisemitischer Gewalt betroffene Menschen erfahren, an wen sie sich wenden können. 

Wer im Herbst einen Bus der Stadtwerke Osnabrück betritt, wird sie kaum übersehen: Drei Silhouetten von Menschen, die Angriffsfläche für menschenfeindliche Gewalt bieten. Nicht, weil sie fremd sind, sondern weil sie als fremd wahrgenommen werden – zum Beispiel, weil sie ein Kopftuch tragen. Die Silhouetten auf den Plakaten machen auf das Angebot der Betroffenenberatung Niedersachsen aufmerksam. Das Beratungsnetzwerk berät Betroffene, Angehörige und Zeuginnen sowie Zeugen von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und unterstützt bei allen Schritten von der Anzeige der Tat über das Empowerment bis zur Sichtbarmachung von Rassismus. „Wir wünschen uns, dass alle Betroffenen von Rassismus und menschenfeindlicher Gewalt wissen, an wen sie sich wenden können. Es ist uns daher ein großes Anliegen, unser Angebot auch hier in Osnabrück bekannt zu machen“, sagt Sara Josef, Geschäftsführerin des Trägervereins Exil e.V., zu den Hintergründen der Aktion. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der Stadtwerke Osnabrück und hoffen, dass dadurch viele Menschen auf unser Angebot aufmerksam werden, um es im Notfall nutzen zu können.“ Bis Dezember sind die Plakate in ausgewählten Bussen zu sehen.

„An- und Übergriffe können auch im ÖPNV stattfinden“

Als sich Exil e.V. bei den Stadtwerken meldete und um Unterstützung bat, zögerten diese nicht lange. „Intoleranz und Rassismus sind für uns ein absolutes No-Go“ vermeldete das Unternehmen bereits im September in Reaktion auf die rassistische Beleidigung einer Kollegin. Und weiter: „Wir sind stolz auf die Vielfalt unseres Unternehmens, wir stehen für Diversität und Offenheit“. Eine Reaktion, die Sara Josef lobt. Solidarität sei für Betroffene enorm wichtig: „An- und Übergriffe können auch im öffentlichen Personennahverkehr stattfinden. Das hat für uns auch bei der Planung der Aktion eine große Rolle gespielt.“ Sollte es zu einem Vorfall in einem Fahrzeug kommen, könne die betroffene Person geschützt werden, indem Täter oder Täterin von der Weiterfahrt ausgeschlossen würden. „In einem solchen Fall können die Stadtwerke in Zukunft auch auf das Angebot der Betroffenenberatung aufmerksam machen“, so Josef weiter.

Beratung für Opfer und Angehörige

Rassismus, rechte Gewalt, Antisemitismus und andere Formen menschenfeindlicher Gewalt sind in Niedersachsen allgegenwärtig. Im Zeitraum Juli 2020 bis August 2021 haben die drei niedersächsischen Träger der Betroffenenberatung – Exil e.V., Asyl e.V. und CJD Nienburg – 162 Fälle betreut. Die Beratenden helfen den Betroffenen dabei, die Taten aufzuarbeiten und zu bewältigen. Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen, die Gewalt erfahren mussten. „Wir beraten zu allen Formen von Gewalt – seien es Beschimpfungen, Bedrohungen, Gefährdungen, Verletzungen bis zum Mord oder Beschädigung von Eigentum“, erklärt Ambachew Anjulo, Mitarbeiter der Betroffenenberatung. Auch Freundinnen und Freunde, Angehörige sowie Zeuginnen und Zeugen des Vorfalls könnten die kostenlose Beratung in Anspruch nehmen.

Tat und Täter benennen

„Wenn wir von Fällen erfahren, suchen wir auch proaktiv den Kontakt, wobei wir immer Partei für die Betroffenen ergreifen und ausschließlich in ihrem Sinne handeln. Betroffene rechter Gewalt scheuen sich häufig, die Tat zu melden“, so Anjulo weiter. „Ein Grund dafür ist auch die Angst, erneut ins Visier der Täter zu geraten.“ Hier will die Betroffenenberatung unterstützen und dazu ermutigen, Tat und Täter zu benennen. Aber auch diejenigen, die keine rechtlichen Schritte wünschen, erhalten Unterstützung: „Wir bieten psychosoziale Beratung an, schaffen Empowerment-Angebote und wollen Betroffenen dabei helfen, in Zukunft besser auf entsprechende Übergriffe reagieren zu können“, so Anjulo.

Gefördert wird die Betroffenenberatung vom Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und Landesmitteln. Weitere Informationen zur Betroffenenberatung Niedersachsen: betroffenenberatung.de.

PM
Täglich erreichen uns dutzende Pressemitteilungen, von denen wir die auswählen, die wir für unsere Leser für relevant und interessant halten. Sofern möglich ergänzen wir die uns übermittelten Texte. Sofern nötig kürzen wir allzu werberische Aussagen, um unsere Neutralität zu wahren. Für Pressemitteilungen der Polizei gilt: diese werden bei Fahndungsaufrufen oder Täterbeschreibungen grundsätzlich nicht gekürzt.

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