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VfL Trainingszentrum soll die Stadt fast 10 Millionen Euro kosten

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Fünf Millionen Euro und ein Bekenntnis zur Jugendförderung von den drei großen im Stadtrat vertretenen Parteien: Oberflächlich betrachtet war dies das Ergebnis der Sitzung des Finanzausschusses am Dienstagabend. Tatsächlich wird die Stadt aber wohl fast doppelt soviel bezahlen und der zukünftige Standort für die Nachwuchsförderung ist noch offen – genau wie die Finanzierung von drei Vierteln der Investitionssumme.

Unter den Zuschauern der öffentlichen Sitzung waren auch Vereinspräsident Manfred Hülsmann und Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Im Anschluss an den öffentlichen Teil der Sitzung präsentierte Wehlend den Ausschussmitgliedern den aktuellen Status des VfL, auch und vor allem wie es um die Finanzen des Zweitliga-Aufsteigers steht. Doch da hatte sich Wehlend schon den Entschluss für die finanzielle Förderung eines neuen Trainingszentrums an der Gartlage “abgeholt”.

Standortfrage für das Nachwuchszentrum noch offen

Obwohl die Vertreter der drei großen Parteien (CDU, SPD und Grüne) das finanzielle Engagement der Stadt vor allem mit der Bedeutung der Jugendförderung begründeten, wird an der Gartlage erstmal nur ein Leistungszentrum für die Profis des VfL entstehen.
Das vorgesehene Grundstück ist ungefähr zur Hälfte mit mehr als hundert Bäumen bestanden, die Teil der Gartlage sind. Dabei handelt es sich um eine Waldfläche, die als “grüner Finger” zwischen dem gleichnamigen Stadtteil, der Dodesheide und dem Widukindland liegt. Für die Ansiedlung der Nachwuchsförderung am gleichen Ort ist diese Fläche aber zu klein – oder es müsste der umfangreiche Baumbestand gefällt werden.

Grundstück soll mehrere Millionen Euro kosten

Nach Informationen unserer Redaktion ist auch der bislang öffentlich gehandelte Preis, den Verwaltung und Politik zu bezahlen bereit sind um dem VfL einen Umzug vom bisherigen Trainingsstandort auf der Illoshöhe zu ermöglichen, deutlich höher als 5 Millionen Euro.

In Summe, also unter Einbeziehung der Grundstückskosten, könnte das Trainingszentrum die Stadtkasse mit bis zu 10 Millionen Euro belasten.
Neben dem städtischen Zuschuss für die Baukosten des Nachwuchszentrums, der bis zur Entscheidung der Standortfrage zur Zwischenfinanzierung der Trainingsplätze für die Profis genutzt werden darf, wird die Stadt nach Informationen unserer Redaktion auch die Grundstückskosten übernehmen. Zwar soll der VfL über eine Pacht den Grundstückskauf refinanzieren – als Vermieter neigt die Stadt allerdings dazu, keine marktgerechten Preise zu verlangen.
Im Rahmen der für die Stadt bereits teuren Entschuldung des VfL im Jahr 2016, wurde für das Stadion eine “variable Pacht” vereinbart. Kritiker des Grundstückskaufs befürchten, dass die angeblich fast 5 Millionen Euro, die das Grundstück an der Gartlage kosten soll, mit einer ähnlichen Konstruktion versehen wird und sich daher niemals refinanzieren kann – ein verdeckter Zuschuss an den Profifußball.

Endgültig entscheiden wird über die Empfehlung des Finanzausschusses der Stadtrat in seiner Sitzung am 11. Februar.

Nachwuchsförderung des VfL demnächst auf dem Limberg?

Die Verwaltung soll zwischenzeitlich nach alternativen Lösungen für den Standort der VfL-Nachwuchsförderung suchen, die zum Beispiel auf dem Limberg angesiedelt werden könnte. Die in fußläufiger Entfernung von der Bremer Brücke bestehenden Sportanlagen auf dem Klushügel sollen dafür nicht geeignet sein, da die DFL-Regularien, denen der VfL unterworfen ist, keine gemeinsame Nutzung mit anderen Vereinen oder dem Schulsport erlauben.

Finanzierung des Nachwuchsleistungszentrums steht noch nicht

Wenn ein Standort für die Nachwuchsförderung gefunden wurde, gehen alle Beteiligten davon aus, dass die zwischenzeitlich für das Profi-Leistungszentrum verwendeten 5 Millionen Euro vom VfL dann dort investiert werden. Diese Summe soll nochmals um 15 Millionen aufgestockt werden. Wo diese 15 Millionen herkommen, ist im Detail jedoch noch offen. Diese 75% der Investitionssumme müssen erst noch bei Sponsoren, Stiftungen, dem Land und ggf. dem Landkreis eingeworben werden. Und auch für das Nachwuchsleistungszentrum soll die Stadt zusätzlich die Grundstückskosten übernehmen.

Kein weiterer Platz für den VfL an der Gartlage

Eine Ausdehnung des VfL auf Flächen zwischen der Halle Gartlage und dem Haster Weg wird nach unseren Informationen von Teilen der Lokalpolitik und der Verwaltung kritisch gesehen, da die dortigen Wiesen häufig überflutet sind und daher besondere ökologische Bedeutung für das Grundwasser haben.
Die großen unbebauten Flächen, die bis zum Widukindland und Belm reichen, übernehmen zudem als “Kaltluftschneise” eine wichtige Funktion für die unterhalb des Schinkelbergs gelegenen Stadtteile, bis hin zur Innenstadt. Mit der gleichen Begründung werden auch Gedankenspiele abgelehnt einen möglichen Stadionneubau an die Gartlage zu verlegen.

Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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