Osnabrück widmet sich seiner Lokalgeschichte und arbeitet die Verfolgung homosexueller Menschen zwischen 1949 und 1994 in einer wissenschaftlichen Studie auf. Die Universität Osnabrück präsentiert am Freitag, 25. Januar, um 19 Uhr bei einer öffentlichen Veranstaltung im Ratssitzungssaal des Rathauses erste Forschungsergebnisse.

Bis 1994 waren homosexuelle Handlungen von Männern – unter wechselnden Tatbestandsvoraussetzungen – in der Bundesrepublik Deutschland strafbar. Infolge dessen kam es zu unzähligen Verurteilungen, die nicht nur strafrechtlich relevant waren, sondern in vielen Fällen Partnerschaften, bürgerliche Existenzen und ganze Biografien zerstörten. Am 22. Juli 2017 trat schließlich das Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung in Kraft.

Aufarbeitung mit der Universität

Bereits im August 2016 hat der Osnabrücker Rat dieses Thema aufgegriffen und beschlossen, die Stadt solle sich mit der (Straf-)Verfolgung homosexueller Männer in Osnabrück zwischen 1949 und 1994 auseinandersetzen und hierzu in Abstimmung mit der Universität Osnabrück eine wissenschaftliche Studie erstellen. Hierfür konnten Prof. Dr. Christoph Rass und sein Forschungsteam vom Institut für Neueste Geschichte und historische Migrationsforschung der Universität Osnabrück gewonnen werden.

Vorstellung der Ergebnisse

Zum Abschluss der Pilotphase des Forschungsprojektes „Im Schatten von §175 StGB: Diskriminierung und Selbstorganisation homosexueller Menschen in Osnabrück“ stellt die Universität Osnabrück im Rahmen einer Diskussionsrunde ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. Ziel ist es, die weitere kritische Auseinandersetzung mit dem Thema in der Stadtgesellschaft anzuregen. Hierzu beginnt die Diskussion mit einer Debatte auf dem Podium und öffnet sich dann den Fragen und Anmerkungen des Publikums. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen an der Diskussion teilzunehmen.