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Oberschulen in Osnabrück, Teil 5: Im Herzen der Stadt – Die neue Friedensschule Osnabrück

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Die Osnabrücker Schullandschaft richtet sich neu aus und führt im Stadtbereich vier Oberschulen ein: Nachdem in den Teilen zwei, drei und vier der insgesamt fünfteiligen Artikelserie „Oberschulen in Osnabrück“ die Umwandlung dreier Realschulen zu Oberschulen Thema war, stellt sich zum Abschluss ein Neuling vor: Die Friedensschule im Herzen der Osnabrücker Innenstadt.

Mit der Friedensschule entsteht am Gelände der Rolandsmauer 4 – 6 eine völlig neue Oberschule. Dort wo momentan noch die Förderschule an der Rolandsmauer und das Gesundheitsamt Platz in den Räumlichkeiten finden, soll ab dem 1. August die Friedensschule entstehen, ein kompletter hochmoderner Neubau, dessen Fertigstellung im Jahr 2025 erfolgen soll. Schon mit Beginn des Schuljahres 2021/22 sollen erste Fünftklässler an der neuen Schule unterrichtet werden. Zur Zeit arbeitet eine sechsköpfige Planungsgruppe und eine Gruppe von interessierten Lehrkräften an der Ausgestaltung eines innovativen, schülerorientierten, pädagogisch-didaktischen Konzepts.

Neuausrichtung der Schullandschaft „überfällig“

Planungsleiter Christoph Wiebke freut sich über die Veränderungen in der Schullandschaft: „Die Neuausrichtung der Osnabrücker Schullandschaft im Sekundar-I-Bereich bietet den Schülerinnen und Schülern, die in diesem Jahr auf die weiterführende Schule wechseln, viele Chancen und war nach einer langjährigen Diskussion überfällig. Mit den vier neuen Oberschulen und ihren unterschiedlichen Konzepten erfährt die Stadt Osnabrück eine große Bereicherung. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler haben aufgrund der unterschiedlichen Konzeptionen eine große Bandbreite an Wahlmöglichkeiten. Auf der Grundlage ihrer vierjährigen Grundschulerfahrungen, den Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen können Grundschullehrkräfte, Erziehungsberechtige und Eltern gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern eine Auswahl treffen, welches Schulkonzept zu dem jeweiligen Kind am besten passt. Befürchtungen und Ängste, dass ein Kind eine Schule im Sekundar-I-Bereich aufgrund von nicht erbrachten Leistungen verlassen muss, sind passé. Es obliegt der Schule, das jeweilige Kind bestmöglich zu fördern.“

Lernen mit iPad und Schulbegleithund Anton

Mit der Neugründung gehen am Gelände der Rolandsmauer tiefgreifende Veränderungen einher. „Die Friedensschule vertritt die Haltung, dass jeder Mensch besonders ist, jeder Mensch seine individuelle Art hat zu lernen und zu arbeiten. Die Friedensschule Osnabrück akzeptiert und berücksichtigt die individuellen Fähigkeiten aller Lernenden. Um die neue Haltung auch im täglichen Umgang mit einander sichtbar zu machen, sprechen wir bei der Zusammenarbeit zwischen den Erwachsenen und den Heranwachsenden von Lernbegleitern und Lernpartnern. Wir streben an, alle Lernpartnern bestmöglich zu fördern und zu fordern“, erklärt Wiebke. Um die Ziele zu erreichen und alle Lernpartner bestmöglich fördern zu können gehe die Friedensschule für Osnabrück neue Wege, die sich jedoch in ganz Deutschland bereits bewährt hätten, so der Planungsleiter weiter. „Die Schulen, mit denen wir zusammenarbeiten, haben den Weg hin zu einer innovativen Schule bereits erfolgreich beschritten und wir möchten ihnen folgen.“

Die Friedensschule versteht sich dabei als Schule mit beruflichem Schwerpunkt, beim Lernen sollen Individualität und auch die Digitalisierung im Vordergrund stehen. „Das pädagogisch-didaktische Konzept zielt darauf ab, alle Lernpartner zum selbstorganisierten und selbstgesteuerten Lernen zu befähigen. Wir streben an, dass die Lernpartner Informationen erlangen, richtig einordnen und nutzen können. Hierbei hat jeder Lernpartner einen Lernbegleiter, welcher für die Kinder, aber auch für den Kontakt zu den Erziehungsberechtigten und Eltern zuständig ist und den individuellen Lernweg professionell begleitet“, erklärt Wiebke. Mit Hilfe von Lernstandserhebungen zu Beginn des fünften, siebten und neunten Jahrgangs sollen Lernpartner in allen Fächern individuell eingeschätzt werden können, um an ihren Kompetenzen weiterzuarbeiten. Auch das Lerntempo sollen alle Lernpartner mitbestimmen dürfen. Ab Klasse fünf nutzt die Friedensschule zudem künftig iPads im Unterricht.

„In den Hauptfächern (Deutsch, Mathematik und Englisch) wird in Lernbüros gearbeitet. Hier können die Lernpartner selbstorganisiert an den eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten auf drei Niveaustufen, dem Mindeststandard, dem Regelstandard und dem Expertenstandard arbeiten. Lernbegleiter sind jederzeit ansprechbar und begleiten die Kinder auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss“, erläutert Wiebke das Konzept weiter. Im projektorientierten Unterricht werde zu verschiedenen Themen geforscht und gearbeitet, in der praxisorientierten Werkstatt könnten die Lernpartner zum Beispiel zwischen den Handlungsfeldern Kunst und Musik, Handwerk und Sport wählen. „Hier werden den Schülern Angebote aus einem Wahlpflicht- und einem Wahlbereich gestellt. So entsteht ein ansprechender Mix aus Angeboten aus den verschiedensten Bereichen, die entweder von Lehrkräften angeboten werden oder von Kooperationspartnern wie der Musik- und Kunstschule, Vereinen und anderen außerschulischen Partnern. Außerdem wird die Arbeit an der Friedensschule durch Anton, einen Schulbegleithund, unterstützt“, so Wiebke.

Friedensschule wird Ganztagsschule

Die Friedensschule wird als einzige städtische Oberschule ein gebundenes Ganztagssystem umsetzen. Alle Lernenden haben von Montag bis Donnerstag somit verpflichtend von acht bis 16 Uhr Unterricht. „Lernpartner sowie Erziehungsberechtigte und Eltern haben durch die verlässliche und klare Tagesstruktur langfristige Planungssicherheit. Darüber hinaus bietet der gebundene Ganztag der Friedensschule eine größere Gestaltungsmöglichkeit und die Lernenden werden auf Grundlage der drei Säulen (Lernbüro, projektorientierter Unterricht und praxisorientierte Werkstatt) vielfältige Möglichkeiten des Lernens erhalten“, meint Wiebke.

In den kommenden Sommerferien werden am Gelände die ersten Mobilklassen aufgebaut. Langfristiger Unterricht in Mobilklassen? Für Frank Böttger aus der Planungsgruppe kein Nachteil: „Die Baumaßnahmen können durchaus abschreckend wirken, aber gebaut wird an allen Oberschulen. Aus den Erfahrungen anderer Schulen haben wir uns mitteilen lassen, dass es auch mit mobilen Klassen gut läuft. Die Stadt ist sehr bemüht, die Mobilklassen auf den neuesten Stand zu bringen, sodass man nicht merken wird, dass es mobile Räume sind.“ Auch werde man die Container räumlich gut aufbauen. Fachräume, Mensa und Sporthallen werden zunächst in umliegenden Schulen genutzt.

„Alle Eltern sind eingeladen, sich auf unserer Homepage oder in den sozialen Netzwerken über uns zu informieren. An alle Grundschulen der Stadt haben wir zudem Postkarten verschickt. Wir arbeiten Hand in Hand und bilden ein Team für die Kinder. Wir berücksichtigen die individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes und erreichen unsere Ziele mit vielfältigen Wegen und Ideen“, wirbt Wiebke abschließend für die neue Friedensschule.

Übrigens: Die Förderschule an der Rolandsmauer wird im neuen Gebäude der Friedensschule Platz finden. Die naheliegende Hauptschule Innenstadt wird beginnend mit dem Schuljahr 2021/22 abgewickelt.

Titelbild: V.l.n.r.: Nina Tewes, Julian Tille, Frank Böttger und Planungsleiter Christoph Wiebke aus der Planungsgruppe der neuen Friedensschule Osnabrück. / Foto: Guss

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Maurice Guss
Maurice Guss vervollständigt als Praktikant das Team der Hasepost.

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