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Oberschulen in Osnabrück, Teil 4: Schwerpunkte Digitalisierung und Sport – Die Oberschule Sonnenhügel

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Die Veränderung der städtischen Schullandschaft macht sich auch am Sonnenhügel bemerkbar: Statt Wittekind-Realschule heißt es dort bald Oberschule Sonnenhügel.

„Meine erste Reaktion? Ganz klar keine Begeisterung. Ich lebe für die Realschulform und habe dafür gekämpft“, gesteht Schulleiter Dirk Ebrecht und schließt sich damit seiner Kollegin Birgit Kaiser-Weßeler von der künftigen Erich-Maria-Remarque-Schule* an. Doch inzwischen erkenne der Schulleiter der aktuellen Wittekind-Realschule am Sonnenhügel die neuen Möglichkeiten des baldigen Oberschulsystems: „Wir mussten und müssen uns mit der Gegebenheit auseinandersetzen. Und das künftige System bietet so viele unterschiedliche Chancen, die wir voll beim Schopfe packen werden.“

Viel los am Schulzentrum am Sonnenhügel

Die Wittekind-Realschule ist derzeit Teil des Schulzentrums am Sonnenhügel, welches vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und der Felix-Nussbaum-Schule (Hauptschule) vervollständigt wird. Mit Beginn des Schuljahres 2021/22 wird sich dort einiges ändern: Während das Gymnasium weiterhin bestehen bleibt, werden die Haupt- und Realschule keine neuen Schüler mehr aufnehmen. Die neuen Fünftklässler werden stattdessen in die künftige Oberschule Sonnenhügel, dem Standort der jetzigen Wittekind-Realschule, integriert. Die Haupt- und Realschüler oberhalb der fünften Klassen sollen weiterhin an ihrer jeweiligen Schule unverändert unterrichtet werden.

In den Klassen fünf und sechs der Oberschule Sonnenhügel wird es dann eine Orientierungsstufe geben, in der schulzweigübergreifender Mathe- und Englischunterricht stattfinden wird. Klasse sieben stehe derzeit noch an der Schwelle, so Schulleiter Ebrecht: „Momentan überlegen wir, in Klasse sieben die Schulzweige gemeinsam zu unterrichten und das Fach Deutsch ebenfalls hinzuzufügen. Aber bis wir die ersten Siebtklässler im Oberschulsystem unterrichten, dauert es noch etwa zwei Jahre.“ Spätestens ab Klasse acht werde dann ausschließlich in den einzelnen Schulzweigen unterrichtet.

Mit der Integration einer Oberschule in das Schulzentrums gehen auch bauliche Änderungen einher, erklärt Dirk Ebrecht: „Zunächst sollte an allen künftigen Oberschulen investiert werden, nur an der Oberschule Sonnenhügel nicht. Inzwischen haben wir eine Investition in Höhe von 14 Millionen Euro durchgebracht, die uns eine tolle Oberschule bringen wird.“ Der Altbau der Wittekind-Realschule werde kernsaniert, am Standort der jetzigen Felix-Nussbaum-Schule entstehe ein „klasse Neubau“. Insgesamt entstehen in Zukunft 24 Klassenräume und zwölf Differenzierungsräume neu. „Damit kann man eine Schule extrem gut aufbauen“, blickt Ebrecht voller Vorfreude in die Zukunft. Der Baubeginn ist für Sommer 2022 terminiert.

Zwei mobile Klassenräume im Einsatz

Vor und während des Baus sei jedoch der Einsatz von mobilen Klassen unumgänglich. „Zwar können wir vorerst auch die aufgrund der „fehlenden“ fünften Klassen frei werdenden Räumlichkeiten an der Felix-Nussbaum-Schule nutzen, doch insgesamt fehlen zwei Differenzierungsräume. Daher werden wir zwei mobile Klassenräume aufbauen müssen, die jedoch nur von höheren Klassen genutzt werden“, erklärt Schulleiter Ebrecht. Die fünften Klassen hingegen erhalten ein eigenes Gebäude im Areal der Noch-Realschule. Die Zeit während des Umbaus werde schwieriger, so Ebrecht, der jedoch ankündigt, Stress von den Schülern fernhalten zu wollen: „Meine Aufgabe als Schulleiter ist es, den Schülern die Zeit während des Umbaus so angenehm zu gestalten wie möglich. Wir werden auch darauf achten, dass keine Klasse durchgehend in mobilen Räumen sein wird. Viel Unterricht findet auch in den Fachräumen statt.“ Noch werden diese von allen drei Schulen am Schulzentrum genutzt, mit dem Umbau wird die Oberschule ihre eigenen hochmodernen Fachräume erhalten.

In Zukunft eine „Hammerschule“

Damit der Umbau planmäßig gelingt, trifft sich wöchentlich eine Planungsgruppe und bespricht Ideen und Vorschläge. Viele Ideen seien gut, aber alles werde man nicht umsetzen können, so der Schulleiter. Optimistisch stimmt Ebrecht auch die Vergrößerung der aktuell zu kleinen Klassenräume: „Der Weg bis zur Realisierung wird nicht einfach, aber wenn es es soweit ist, haben wir eine Hammerschule.“

Inhaltlich wird die Oberschule Sonnenhügel, wie auch schon die Wittekind-Realschule, zwei besondere Schwerpunkte in den Themen Digitalisierung und Sport legen: Ab Klasse fünf gibt es Informatikunterricht, ab Klasse sieben ist die Nutzung eines iPads Pflicht. „Das erspart das regelmäßige Mitbringen von 75% der Schulbücher, der Schulranzen wird leichter und nicht-schulische Inhalte werden im Schulnetz geblockt. In den vergangenen sieben Jahren haben wir damit gute Erfahrungen gesammelt“, zählt Ebrecht die Vorteile des “digitalen Lernens“ auf. Als eine von bundesweit rund 40 DFB-Eliteschulen des Fußballs wird die Oberschule Sonnenhügel zudem eng mit dem VfL Osnabrück kooperieren. „Viele tolle Talente haben bisher unsere Realschule besucht – zukünftig wird es die Oberschule sein“, so Ebrecht.

Kleinstführungen und eine neue Homepage

„Also ich würde mein Kind auf diese Schule schicken“, wirbt Dirk Ebrecht. Um Schüler und auch Eltern bestens über die neue Schule zu informieren, habe man bereits Flyer an die Grundschulen im Verbund geschickt und eine neue Homepage entworfen, die momentan weiter aufgebessert werde, so der Schulleiter. Am 23. April sind nach Anmeldung Kleinstführungen für je ein Elternteil und ein Schüler möglich – ein Angebot, das bisher gut angenommen werde.

„Die Entscheidungen über die schulische Zukunft der Kinder werden oft unter dem Weihnachtsbaum gefällt, die Anmeldungen folgen im Mai. Zwar ist die Stadt mit ihrer Infokampagne zu spät, doch das System Oberschule kann voll überzeugen“, erklärt Ebrecht. Für die nächsten Jahrgänge sei der Umstieg zeitlich dann ideal. Doch auch jetzt schon lohne sich der Besuch der Oberschule: „Ich kann mit meinem Freund zusammen zur Schule gehen, unabhängig vom Leistungsniveau. Das ist doch klasse. Für die Kinder kann ich sagen, dass wir ein Top-Kollegium haben, welches sich kümmert. Und das ist dann auch für die Eltern ein gutes Gefühl“, so Ebrecht abschließend.

*In einer früheren Version des Artikels hieß es, Birgit Kaiser-Weßeler sei die Schulleiterin der Bertha-von-Suttner-Oberschule. Dies ist falsch. Birgit Kaiser-Weßeler ist Schulleiterin an der Erich-Maria-Remarque-Schule. Schulleiter an der Bertha-von-Suttner-Oberschule ist Martin Sandkämper.

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Maurice Guss
Maurice Guss vervollständigt als Praktikant das Team der Hasepost.

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