Aktuell Oberbürgermeister Wolfgang Griesert unterschreibt Organspendeausweis

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert unterschreibt Organspendeausweis

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Organ- und Gewebespende ist ein Thema, das uns alle angeht. Tausende Menschen warten jedes Jahr vergeblich auf dringend benötigte Transplantate. Um ein Zeichen zu setzen, unterzeichnete der Oberbürgermeister Wolfgang Griesert einen symbolischen Organspendeausweis.

Die Niels-Stensen-Kliniken und das Klinikum Osnabrück wollen daran teilhaben, Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen und haben gemeinschaftlich einen Informationsflyer und einen Organspender-Ausweis erarbeitet. Sie sollen dazu beitragen, dass potenzielle Spender „im Fall eines Falles“ schneller erkannt und gemeldet werden können und dass den Angehörigen eine schwere Entscheidung erspart bleibt. „Es fällt keinem leicht, sich mit dem Thema Organspende zu befassen, weil man über die Grenzen des eigenen Lebens hinausdenken muss“, sagt Wolfgang Griesert, während er seinen Spenderausweis ausfüllt. „Aber es ist wichtig, das frühzeitig zu tun. Denn auf der anderen Seite warten Menschen auf ein Organ, das ihnen zu leben ermöglicht.“

Organspendeausweis beschleunigt Krankenhausprozesse

Gerade in den Krankenhäusern weiß man um die Problematik. Ein typisches Beispiel: Ein Mann stirbt unmittelbar nach einem Verkehrsunfall, aber ein Organspendeausweis liegt nicht vor. Auch mit den Angehörigen hat er nie über diesen Fall gesprochen. Diese Menschen befänden sich ganz plötzlich in einer emotionalen Ausnahmesituation, sagt Werner Lullmann, Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken. In dieser müssten sie sich nun auch noch mit der Frage auseinandersetzen, ob der Verstorbene einer Organspende zugestimmt hätte und wie sie selbst dazu stehen. „Das überfordert viele“, sagt Lullmann. „Darum ist es entscheidend, seinen Willen eindeutig im Organspendeausweis zu dokumentieren und frühzeitig mit seinen Angehörigen darüber zu sprechen.“ Abgesehen davon könne der Ausweis den organisatorischen Krankenhausprozess deutlich verkürzen – auch im Fall eines Nicht-Entnahme-Wunsches.


Strenge Regelungen für Organspenden

„Die Organ- und Gewebespenden sind in Deutschland nach strengen Vorschriften organisiert, die im Transplantationsgesetz (TPG) festgelegt sind. Es umfasst alle Regelungen zur Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung von Organen und Gewebe,“ erörtert Klinikum-Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer. So schreibt das Gesetz auch vor, dass zwei Ärzte unabhängig voneinander den Gehirntod eines Menschen feststellen müssen, bevor überhaupt eine Organspende durchgeführt werden darf. Zudem muss zwingend eine Einwilligung des Spenders vorliegen. Das Gesetz sieht außerdem eine strikte organisatorische und personelle Trennung der Bereiche Organspende, Organvermittlung und Organtransplantation vor. Für die Organspende ist die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zuständig. Die Vermittlung der Organspende obliegt der Stiftung Eurotransplant (ET).


Nicht alle Organe dürfen entnommen werden

Auch ist in Deutschland streng geregelt, welche Organe und Gewebearten gespendet werden dürfen. Nach dem Transplantationsgesetz dürfen hierzulande Herz, Lunge, Nieren, Leber, Bauspeicheldrüse und Dünndarm nach dem Tod gespendet werden. Von den Gewebearten sind die Haut, die Hornhaut der Augen sowie Herzklappen und Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen für Spenden vorgesehen.
Spenderausweise gibt es in den Kliniken und auch im Foyer des Stadthaus 1. Informationsflyer und Ausweise sind erhältlich unter info@klinikum-os.de oder unter info@niels-stensen-kliniken.de.

PM
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