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Naturschutz bei jungen Menschen hoch in Kurs — NAJU Niedersachsen verzeichnet Boom an Gruppen und Mitgliedern

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Das Thema Naturschutz scheint bei jungen Menschen hoch im Kurs zu stehen. Die Naturschutzjugend NAJU Niedersachsen verzeichnet einen Boom an Gruppen und Mitgliedern.

Einen so nie zuvor verzeichneten Boom erlebt die Naturschutzjugend NAJU Niedersachsen: Die Jugendorganisation des NABU, die sich seit Jahrzehnten um das Naturschutz-Engagement von Kindern und Jugendlichen kümmert, verzeichnet einen sehr starken Anstieg des Interesses junger Menschen – die sich in der NAJU bis zum 27. Lebensjahr organisieren können – in allen Teilen Niedersachsens.

Neu gegründete Kinder- und Jugendgruppen

„Wir sehen das vor allem bei der Anzahl in den letzten Monaten gegründeter neuer Kinder- und Jugendgruppen – etwa in Goslar, Burgdorf-Lehrte-Uetze, Großenkneten, Melle und Rethem, aber auch solcher, die bereits in den Startlöchern stehen oder für die es Überlegungen gibt, sie zu gründen, so in Emsbüren, Stadthagen, Barsinghausen, Nordenham, Lindhorst, Garbsen, Hambühren, Stuhr, Helmstedt und Braunschweig“, berichtet Andrea Goike, Geschäftsführerin der NAJU Niedersachsen. „Sie kommen zu den bereits bestehenden rund 110 Gruppen in unserem Bundesland hinzu – das ist ein fantastischer Boom, der zeigt, wie groß das Interesse junger Menschen an Natur ist, wie sehr deren begründete Besorgnis wächst, dass ebendiese auch als Lebensgrundlage künftiger Generationen verloren geht und wie groß die Bereitschaft ist, nun selbst aktiv zu werden“, hält Goike fest.

Längere Entwicklung

Die NAJU-Mitarbeiterin will die Entwicklung nicht auf ein Corona-Phänomen reduziert wissen: „Sicher hat die Zeit der Pandemie und der Lockdowns die Besinnung auf die Natur, auch gerade der Umgebung, verstärkt; wir stellen dies aber bereits seit längerem fest und wissen, dass dies Bestandteil einer grundlegenden gesellschaftlichen Änderung ist“, so Goike und betont: „Gerade jungen Menschen wird so drastisch wie nie zuvor deutlich, wie stark Klimawandel und Artensterben – die untrennbar miteinander verbunden sind – ganz konkret ihre Lebensentwürfe für die Zukunft, ihre Lebensqualität der kommenden Jahrzehnte und auch ihre Gesundheit bedrohen. Und zur Lebensqualität gehören neben sauberem Wasser, guter Luft und erträglichen Temperaturen eben auch scheinbar ‚weiche‘ Faktoren wie der, als Kind einen Marienkäfer auf die Hand nehmen zu können, einen Kleinen Fuchs-Falter auf der Blume zu erleben oder in einen Wald zum Spielen gehen zu können, ohne Angst haben zu müssen, dass durch Trockenschäden Äste herunterkommen!“

Anfragen für Gründungen

Das Besondere an diesem Boom erkennt Andrea Goike darin, dass noch nie so geballt Anfragen kamen, um Kinder- und Jugendgruppen der NAJU zu gründen, die dann vor Ort ganz gezielt praktischen Natur- und Umweltschutz betreiben und Kampagnen gegen mangelhaften Klimaschutz unterstützen sowie selbst versuchen, umfassendere Naturkenntnisse zu erlangen; denn das ist wichtig: „Es muss auch der emotionale Bezug zu Natur hergestellt werden, es müssen Artenkenntnisse vermittelt werden, sonst können weder Empathie noch Engagement wachsen“, ist sich die erfahrene Naturschützerin sicher.

Tatkräftige Unterstützung

Die NAJU will daher allen an der Gründung und dem Aufbau von Kinder- und Jugendgruppen der Naturschutzjugend tatkräftig zur Seite stehen: „Wir geben Tipps, wir schulen, auch zum Erwerb der Jugendleiterkarte JuLeiCa, wir stellen aktuelles Material und stehen immer dann zur Seite, wenn wir gebraucht werden“, verspricht Andrea Goike und rechnet damit, dass der Boom weitergehen wird: „Interessierte können sich gern bei uns melden – ganz gleich, ob sie in einer bestehenden NAJU-Gruppe mitmachen wollen oder sich mit dem Gedanken tragen, eine Gruppe in ihrem Ort zu gründen.“ So zu sagen auf Du und Du mit Brachvogel, Teichfrosch, Libelle, Kuckuckslichtnelke, Wiesenschaumkraut und Co. – und auch dann, wenn es um die großen Probleme geht, die gerade auch jungen Menschen Sorgen bereiten und die sie gern angehen wollen: Klimawandel, Plastikmüll in den Meeren, das Verschwinden des Regenwalds oder das Schicksal unserer Moore, unserer Zugvögel und des galoppierenden Flächenverbrauchs. „Ein kleines bisschen Weltrettung lässt sich auch bei den NAJU-Gruppen schaffen – jede Woche“, schmunzelt Andrea Goike, „und sei es am Krötenzaun, beim Nistkästen aufhängen oder beim Flechten des Weidenzelts und der Müllsammelaktion. Und wenn jetzt so viele neue NAJU-Gruppen hinzukommen wie noch nie – umso besser!“

Interessierte können mit der NAJU Niedersachsen Kontakt aufnehmen unter der Telefonnummer 0511 91105-30, E-Mail: goike@naju-niedersachsen.de

Titelbild: Junge Menschen in der Natur (Symbolbild)/ Foto: NABU

PM
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