Im Herbst wirbeln bunt gefärbte Blätter durch die Luft und bedecken Rasenflächen, Blumenrabatte und Bürgersteige. Zur Beseitigung werden immer öfter Laubsauger eingesetzt – mit fatalen Folgen für Flora und Fauna.

Der NABU Niedersachsen rät vom Einsatz von Laubbläsern oder -saugern im Garten ab. Denn damit wird Laub, das tierischen Gartenbewohnern als Quartier dient, beseitigt. Viele Laubsauger haben zudem eine Häckselfunktion, welche nicht nur das eingesaugte Laub zerkleinert, sondern vielmehr auch die im Laub hausenden Tiere.

Laubbläser vertreiben Tiere

Turbinengetrieben blasen Laubsauger neben Blättern auch Zweige und Müll vor sich her und können Laub, Gras, Tannenzapfen und Abfall bis hin zu Getränkedosen aufsaugen. Für den Sog, der alles mitreißt, werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 300 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt. Wer jedoch im nächsten Jahr den Gesang von Singvögel in seinem Garten genießen will, sollte die Motorheuler in der Ecke stehen lassen. „Wo ein paar Jahre lang alle Blätter weggeputzt wurden, wird man kaum noch Meisen, Schmetterlinge, Käfer und Igel sehen“, warnt Philip Foth vom NABU Niedersachsen.

Laubsauger schädigen die Bodenökologie

Laubsauger lassen nicht nur Blätter und Pflanzensamen verschwinden, sondern auch viele Kleintiere, die am Boden leben und dort eine wichtige Funktion haben: Tiere wie Regenwürmer, Spinnen, Asseln und Tausendfüßler, Springschwänze und Milben verwandeln Laub und Pflanzenreste in Humus. Sie dienen außerdem Vögeln und anderen Tieren als Nahrung. Igel, Spitzmaus und Kröte finden in der Laubschicht Schutz vor der Kälte, Schmetterlingspuppen überwintern dort. Unter Sträuchern und Stauden sollten Blätter unbedingt liegen bleiben, da sie als natürlicher Wintermantel den Boden vor dem Austrocknen und Pflanzenwurzeln sowie Blumenzwiebeln vor Frost schützen. Blätter sind also ein wichtiger Teil im ökologischen Nährstoffkreislauf der Natur.

Laut und klimaschädlich

Außerdem nerven die röhrenden Ungetüme den Gerätebetreiber und die Nachbarschaft durch fürchterlichen Lärm – mit etwa 110 Dezibel entsprechen sie der Lautstärke eines Presslufthammers. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.

Der NABU Niedersachsen appelliert deshalb an Gartenbesitzer und Stadtgärtnereien, auf Laubsauger zu verzichten und lieber zu Besen und Rechen zu greifen oder das Laub auf Beeten und Rabatten einfach liegen zu lassen. Sinnvoll ist es auch, Laub- und Reisighaufen anzulegen. Laubhaufen sind ein wichtiger Bestandteil eines naturnahen, lebendigen Gartens. Igel, die jetzt auf der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf sind, nutzen sie gerne als Schutz vor der kalten Jahreszeit. „Wer für Laub- oder Reisighaufen nicht genügend Platz in seinem Garten hat, kann einen kleinen Komposthaufen anlegen“, rät Foth. So kann das Herbstlaub dem Nährstoffkreislauf zugeführt und im nächsten Frühjahr als wertvoller Kompost wieder auf Pflanzbeete ausgebracht werden.