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Musik und Kunst verbinden die Osnabrücker – auch in der Krise

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Wie schafft es die Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück, ihr Angebot auch in Zeiten der Kontaktbeschränkung zumindest teilweise aufrechtzuhalten? Diese Frage hat sich Oberbürgermeister Wolfgang Griesert am Mittwoch (22. April) bei einem Besuch der Schule beantworten lassen.

„Es gibt viele Fragen, denen wir uns jetzt stellen müssen“, sagte Oberbürgermeister Griesert. „Das Virus katapultiert uns digital in neue Bereiche.“ Die Musik- und Kunstschule arbeitet zurzeit im Notfallmodus. Die Hälfte der Verwaltung ist im Homeoffice, ein Großteil des Lehrbetriebs kann nur online stattfinden oder musste ausgesetzt werden. Selbst wenn ab dem 6. Mai vermutlich eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen beginnt, wird vieles noch für lange Zeit ins Internet ausgelagert werden müssen.

Schwache Internetverbindungen als Hindernis

Größtes Hindernis sind immer noch zu schwache Internetverbindungen, besonders zu Hause bei den Schülerinnen und Schülern. Die Musik- und Kunstschule selbst kann zurzeit das starke IT-Netz der Hochschule nutzen. In der Wohnung von Gesangsschülerin Hannah gibt es allerdings keinen schnellen Netzzugang. Sie nutzt daher das mobile Datenvolumen ihres Handys, um an dem Unterricht von Lehrerin Marion Gutzeit teilzunehmen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Verbindungsproblemen. Das liegt auch daran, dass Programme wie Zoom, Teams oder Skype derzeit regelmäßig an ihre Grenzen kommen.

Lehrer meist offen für digitale Kommunikation

Dabei hat Hannah noch Glück – und das gleich doppelt. Sie selbst hat bereits viel technisches Equipment zuhause, das ihr die Arbeit leichter macht. Und zusätzlich hat sie mit Gutzeit eine Lehrerin, die selbst Interesse an der neuen Technologie hat. „Ich habe mir sofort zum Shutdown die nötigen Programme angeschaut und mich eingearbeitet“, sagt sie. Das sei bei nahezu allen Lehrern der Musik- und Kunstschule so gewesen, freut sich auch Leiterin Sigrid Neugebauer-Schettler. „Allerdings müssten wir eigentlich unseren Lehrern und Schülern passende Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellen.“ Dies gelte vor allem für Kurse, die für die Aufnahme an einer Kunst- oder Musikhochschule vorbereiten sollen. Lehrerin Jasmin Pal setzt hierbei zurzeit vor allem auf Cloud-Lösungen. Hier stellt sie ihren Schülern Lernmaterialien, Aufgaben oder auch selbstgedrehte Videos zur Verfügung.

Kunstunterricht im Internet

Und auch der Kunstbereich sucht nach Online-Lösungen in der Krise. Kunst in der Online-Gruppe ist eine Möglichkeit. „Das funktioniert allerdings noch nicht immer wirklich perfekt“, gibt Martin Fenner, Sachgebietsleiter der Kunstschule, zu. Daher hat sein Bereich im Blog der Schule bereits diverse Videos und Tutorials online gestellt. So können Kinder wie Erwachsene beispielsweise lernen, wie man Schutzmasken selber näht. Parallel soll aber auch ein Online-Live-Unterricht starten. „Wir wollen versuchen, den Stundenplan online zu organisieren“, sagt Fenner. Dabei kann die Musik- und Kunstschule schon auf einige Erfahrungen zurückgreifen. „Die Digitalisierung ist schon da“, berichtet Claas-Henning Dörries. Seit über einem Jahr leitet er unter anderem eine AG an der Felix-Nussbaum-Schule mit dem Thema „Mobile Beat Producing“. Jetzt will er das Angebot auch online umsetzen. Eine „Social Distance Beats“-AG ist mit der Wittekind-Realschule im Aufbau. Dafür nutzt Dörries schon jetzt erfolgreich verschiedene Apps.

PM
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