GastbeitragMorgen-Kommentar: Vergesst die Schwächsten nicht!

Morgen-Kommentar: Vergesst die Schwächsten nicht!

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Ich habe den Eindruck, dass die Corona-Krise einigen Leuten ganz gut in den Kram passt. Immer öfter lese ich in den sozialen Medien davon, der geschundene Planet Erde habe die Menschen aufs Zimmer geschickt, damit sie mal darüber nachdenken können, was sie alles falsch gemacht haben. Kommt da etwa eine klammheimliche Freude über das aktuelle Elend zum Vorschein, verbunden mit einem selbstauferlegten Erziehungsauftrag? 

Ich kann an der Corona-Krise absolut nichts Positives erkennen, ganz im Gegenteil: Krisenzeiten sind Notzeiten und fordern harte Einschnitte und vor allem viele unschuldige Opfer. Daran ist nichts gut. Die Opfer sind neben den vorerkrankten und alten Menschen, die zur Hauptrisikogruppe der Krankheit zählen, im Moment vor allem auch Obdachlose. Deshalb bitte ich Sie, liebe HASEPOST-Leserinnen und -Leser, bei aller verständlichen Sorge um das Wohl der eigenen Familie auch nach Möglichkeit dieser Bevölkerungsgruppe zur Seite zu stehen. Denn schon in normalen Zeiten haben Obdachlose so gut wie keine Lobby, über ihr Schicksal wird oft teilnahmslos hinweggeschaut. 

Wir sollten jetzt nach Möglichkeiten suchen, ihnen so gut es geht zu helfen. Das ist zwar aufgrund der aktuell angeordneten sozialen Isolation nicht ganz leicht, aber gerade in schweren Zeiten kann die Menschheit ja durchaus erfinderisch sein. Wie wäre es zum Beispiel, wenn hier in Osnabrück am Stadthaus eine Annahmestelle für Lebensmittelspenden speziell für Obdachlose eingerichtet werden würde? Die eingegangenen Dinge könnten dann sofort schnell und unbürokratisch an die allerbedürftigsten in unserer Gesellschaft weitergegeben werden. Das ist meiner Ansicht nach eine dringende Aufgabe, die in den nächsten Tagen angepackt werden muss. Herr Griesert, übernehmen Sie!

Und noch etwas: wenn Sie sich in diesen Tagen einsam und verlassen fühlen, weil alle sozialen Kontakte auf Null gesetzt werden, dann denken Sie doch einfach mal darüber nach, sich ein Haustier zuzulegen. Die Tierheime sind voll. Besonders betroffen sind Hunde, die von ihren Besitzern in unüberlegter Panik einfach alleingelassen werden. Dabei können Hunde das Coronavirus nicht übertragen. So eine Entscheidung, die natürlich auch nach der Krise Bestand haben muss, sollte allerdings wohlüberlegt sein. Denn ein Tier ist keine Sache, sondern ein Lebewesen.

Es gibt also viele Möglichkeiten, auch im Krisenmodus etwas Gutes zu tun. Ich wünsche uns allen viel Kraft, um gut und möglichst unbeschadet durch die nächsten schweren Wochen zu kommen. Bleiben Sie gesund!

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Wolfgang Niemeyer
Wolfgang Niemeyer ist freier Autor der HASEPOST und ein Kenner der Hasestadt. Musikalisch kennt man ihn (nicht nur) zwischen Rosenplatz und Westerberg als "der Niemeyer" von "Niemeyer & Konsorten".

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