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Morgen-Kommentar: Der neue Hochadel

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Es könnte alles so schön sein. Heute ist Freitag und Zeit, das Wochenende einzuläuten. Zum Beispiel mit einem Besuch im Alando. Die Geschäftsführung hat endlich wieder ausreichend Personal zusammen und war gerade dabei die Diskothek wieder zu öffnen. Wohlgemerkt nur für Geimpfte und Genesene, aber das wäre ja schon mal ein Anfang vom Ende der monatelang grassierenden Corona-Hysterie. Doch jetzt hat die niedersächsische Ministerialbürokratie allen Planungen für die Wiedereröffnung einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ein Kommentar von Wolfgang Niemeyer.

Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars sind ab sofort wieder geschlossen. Allein im Alando stehen mehr als einhundert Mitarbeiter, die sich wahrscheinlich sehr auf ihre Arbeit nach den vielen Monaten des Lockdowns und der Ungewissheit gefreut haben, erneut vor dem Nichts. In den Osnabrücker Shisha-Bars gab es keinen einzigen öffentlich bekannten Infektionsfall, aber die Betreiber müssen nun auch zum wiederholten Male ihre Pforten schließen. Und das nicht einmal zwei Monate nach einem harten und langen Lockdown, der viele von ihnen an die psychischen und finanziellen Grenzen getrieben hat. 

Die Corona-Regeln sahen bis vor kurzem noch Schließungen erst ab Inzidenzwerten von 35 und höher vor. Jetzt wird schon bei der Zahl 10 für einige Wirtschaftsbereiche der Lockdown verhängt. Wo soll das hinführen? Muss bald alles wieder dichtmachen, Kinos, Fitnesscenter, Hotels, Restaurants und der Einzelhandel? Und wer hat das zu entscheiden? Das Alando wird für die Klärung wieder die Gerichte bemühen.
Beamte und Bürokraten bestimmen seit Beginn der Corona-Krise das Schicksal von vielen Millionen Menschen in Deutschland. Wir kennen nicht ihre Namen, wir wissen nichts über ihre Qualifikation, ihre politische Einstellungen, über ihre Krankheitsgeschichten. Sie haben während der Lockdowns keinerlei finanzielle Einbußen gehabt und dürfen doch mit einem Federstrich über die Existenz von Unternehmen und all den Menschen, die dahinterstehen, entscheiden. Sie erinnern mich immer mehr an die Leute, die früher mal den Hochadel gebildet haben. Finanziell bestens ausgestattet, unangreifbar und auf gar keinen Fall für die Folgen ihres Handelns zu kritisieren geschweige denn haftbar zu machen. Wir sollten uns das nicht mehr länger gefallen lassen. 

Unser Leben darf nicht von Bürokraten bestimmt werden. Leben ist mehr als das vermeintliche Vermeiden von Risiken aller Art. Leben ist das Toben, Schreien und Lachen von Kindern, ein unbeschwerter Urlaub am Meer und ein Restaurantbesuch mit der Familie. Leben ist das fröhliche Tanzen in einer Diskothek oder der herzhafte Genuss einer Wasserpfeife. Leben steht in keiner Corona-Verordnung. Das Leben sind ganz allein wir, und wir sollten uns so schnell wie möglich unser Leben, unsere Freiheit und unsere Selbstbestimmung wiederholen. Und all die weltfremden und lebensfeindlichen Beamten und Bürokraten, den neuen deutschen Hochadel, ganz einfach ignorieren.

 


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Wolfgang Niemeyer
Wolfgang Niemeyer ist freier Autor der HASEPOST und ein Kenner der Hasestadt. Musikalisch kennt man ihn (nicht nur) zwischen Rosenplatz und Westerberg als "der Niemeyer" von "Niemeyer & Konsorten".

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