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Mösers Meinung: Über die Torschlußpanik des Osnabrücker Stadtrats

Unser wohl ältester Mitarbeiter meldet sich zurück! Unsere Leserinnen und Leser lieben ihn oder sie lehnen ihn und seine Ansichten oft auch vehement ab. Genau wie sein historisches Vorbild macht „unser Justus“ aus seiner liberal-konservativen Weltanschauung keinen Hehl, und das schon seit inzwischen deutlich mehr als 100(!) Kolumnen, die bereits seit 2015 exklusiv bei der HASEPOST erscheinen.

Guten Abend,

zur Zeit ist Weinfest auf dem Marktplatz in Osnabrück. Eine gute Gelegenheit, sich die Lage vor Ort schönzusaufen. Denn in der tristen Realität gibt es wenig Gründe zum Frohlocken und Jubilieren. Ganz im Gegenteil: die Ratsmehrheit von Grünen und SPD scheint zu merken, daß sie bisher so gut wie gar nichts auf die politische Kette bekommen hat. Und will jetzt mit unüberlegten Schnellschüssen all das nachholen, was sie in den vergangenen vier Jahren immer mal wieder vollmundig versprach und verkündete. Da wäre zum Beispiel der ominöse sog. ‚Radentscheid‚, dem eine breite Ratsmehrheit schon 2022 die Zustimmung erteilte. Initiiert von ein paar auf Linie getrimmten Fahrradaktivisten, die ihre Order von gut organisierten autofeindlichen NGOs aus Berlin erhielten, wurde diese für die weitere Stadtentwicklung grundlegende Entscheidung mal eben so durchgewunken.

CDU und FDP hatten nichts besseres zu tun, als den Claqueren einer grünen Verkehrswende fassungslos vor Glück Beifall zu spenden. Die Folgen dieser verantwortungslosen Demonstration von Einigkeit für eine vermeintlich gute Sache werden nun dramatisch spürbar. Zunächst sollen die südlichen Einfallstraßen nach Osnabrück lahmgelegt bzw. für den Radverkehr angeblich sicherer gemacht werden. Ohne irgendwelche belastbaren Zahlen über das tatsächliche Verhältnis zwischen Auto- und Radverkehr auf diesen Strecken wird sich nach Lust und Laune bzw. Bauchgefühl ein Verkehrsschwerpunkt nach dem anderen herausgepickt und mit den üblichen Foltermitteln der Verkehrsverwaltung für den Autoverkehr so unattraktiv wie möglich gemacht. Erst hat es die Iburger Straße erwischt, nun soll der Kurt-Schumacher-Damm folgen. Es scheint, als hätte die führenden Köpfe der grün-roten Melange in Osnabrück eine gewisse Torschlußpanik erfasst. Sie wollen ihrer unheilvollen Ära einer ideologiegetriebenen Lokalpolitik ohne Ziel und Kompaß auf den letzten Metern noch das ein oder andere Denkmal setzen. Schließlich ist im Herbst nächsten Jahres schon wieder Kommunalwahl und die Zeit bis dahin läuft den grün-roten Politkoryphäen allmählich davon. Und wer weiß schon, was danach kommt. Schließlich befinden sich Rote und Grüne nicht nur auf Bundesebene bei der Wählergunst im freien Fall. Also wird jetzt nochmal schnell Gas gegeben und ohne Rücksicht auf Verluste die politische Gestaltungsmacht in vollen Zügen genossen.

Das hat eine unheilvolle Ähnlichkeit mit den Damen und Herren, die nach dem Fegen der Rathaustreppe am 30. Geburtstag gerne mal den nächstbesten Partner für den Bund der Ehe wählen. Ohne kritische Überprüfung der Alltagstauglich- und Nachhaltigkeit ihrer Entscheidung. Hauptsache, man ist unter der Haube. Deshalb ist jetzt schon festzustellen: vier Jahre Grün-Rot haben Osnabrück nicht gutgetan. Diese beiden politischen Richtungen durften schon zusammen mit der FDP als Ampelkoalition deutschlandweit maximalen Schaden anrichten und sind schließlich krachend gescheitert.

Erspart Osnabrück das gleiche Schicksal und macht endlich Schluß. Oder besser gesagt: macht bitte bis zur nächsten Kommunalwahl gar nichts mehr, außer vielleicht einen guten Eindruck. Dann bliebe Osnabrück und seinen Bürgern viel Unheil erspart!

Herzlichst

Ihr Justus Möser

Hier gibt es alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.

 



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Justus Möser
Justus Möser
Justus ist unser "ältester Mitarbeiter", seit 1720 wandelt er durch unsere Stadt - wobei er inzwischen eher "geistert". Sein Vertreter in der Gegenwart ist unser Autor Wolfgang Niemeyer, der sich in dieser Kolumne regelmäßig darüber Gedanken macht „was würde Möser dazu meinen“?
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