Holz, Keramik, Leder oder Papier: Im historischen Ortskern von Melle-Buer werden am Muttertag rund 70 Aussteller ihre handgefertigten Produkte aus den unterschiedlichsten Materialien anbieten.
Ein Stand könnte dabei besonders hervorstechen. Vor Ort fertigt der Osnabrücker Künstler Norbert Henze, genannt „Jonathan“, einzigartige Objekte aus Metall.

Aus Metallschrott werden einzigartige Kunstwerke

Wenn er den Lichtbogen seines Plasmaschneiders anfeuert, ist ihm die Aufmerksamkeit der Besucher sicher. Das schwere Gerät, das sonst in der metallverarbeitenden Industrie zum Einsatz kommt, schneidet mit bis zu 30.000 °C in Metall. Scheinbar mühelos und begleitet von imposantem Funkenflug, verwandelt der Objektkünstler „Jonathan“ so Metallschrott in einzigartige Kunstwerke. Aus ausrangierten Ausdehnungsgefäßen für Zentralheizungen werden edle Lichtkugeln für das Wohnzimmer. Aus alten Ölfässern entstehen rustikale Feuertonnen für den Garten. „Ich male in Metall, wie andere Künstler mit dem Pinsel auf Leinwand“ umschreibt der Künstler seine Technik. Seine Motive haben dabei großen Wiedererkennungswert. „Befreite Seelen“ nennt er die filigranen Figuren, die er aus dem Metall schneidet. Stellt man Kerzen oder LED-Lichter in seine Objekte entstehen stimmungsvolle Schattenspiele: die Silhouetten seiner „Befreiten Seelen“ beginnen zu tanzen.

“Jonathan”, ein Osnabrücker Original mit bewegter Biografie

Von Licht und Schatten ist auch die Biografie des heute 67-Jährigen geprägt. Ein Buch und ein Dokumentarfilm widmeten sich bereits seinem bewegten Leben voller Schicksalsschläge. Auch um diese zu verarbeiten hat er vor 25 Jahren als Autodidakt mit der Metallkunst begonnen. Heute lebt er als quirliges Stadtoriginal in Osnabrück, umgeben von seinem 3.000 Quadratmeter großen Garten voller Kunstobjekte. Einige davon wird er am 8. Mai auf dem Kunsthandwerkermarkt ausstellen. Gleichzeitig bietet der Künstler den Besuchern an mitgebrachte Metallobjekte zu bearbeiten. Wer also einen echten „Jonathan“ sein Eigen nennen möchte, kann z.B. eine alte Milchkanne aus Blech oder Gusseisen mitbringen. Nur aus Aluminium sollten sie nicht sein. „Bei der enormen Hitze würde das Material zerfließen wie Butter“, meint der Künstler.

Der 29. Kunsthandwerkermarkt findet am 8. Mai von 11 bis 18 Uhr statt, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen, auch zur Anfahrt, hier.

Foto: privat, “Jonathan”auf dem Kunsthandwerkermarkt in Melle-Buer 2015