Im neuen Bundestag haben 73 Abgeordnete einen Migrationshintergrund, was einem Anteil von 11,6 Prozent der insgesamt 630 Abgeordneten entspricht. Laut einer aktuellen Recherche des Mediendienstes Integration stagniert dieser Anteil nach mehreren Wahlperioden erstmals, was auf eine anhaltende Unterrepräsentation im Vergleich zur Gesamtbevölkerung hinweist. Der Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte in der Gesamtbevölkerung liegt bei 29,7 Prozent, während unter den Wahlberechtigten 14,4 Prozent einen Migrationshintergrund haben.
Abgeordnete mit Migrationshintergrund
Wie der Mediendienst Integration berichtet, haben 25 der 73 Abgeordneten mit Migrationshintergrund einen Bezug zu Ländern der Europäischen Union, darunter sieben zu Polen. 18 weitere Abgeordnete haben einen Bezug zur Türkei, und acht stammen aus Ex-Sowjetstaaten. Der Frauenanteil unter den Abgeordneten mit Migrationshintergrund beträgt 47,2 Prozent und übertrifft damit den gesamtparlamentarischen Durchschnitt von 32,4 Prozent. Zudem sind Abgeordnete mit Migrationshintergrund im Durchschnitt jünger (rund 42,1 Jahre) als ihre Kolleginnen und Kollegen ohne Migrationsgeschichte (47,1 Jahre).
Parteiverteilung und Unterschiede
Laut der Recherche des Mediendienstes bestehen zwischen den Parteien deutliche Unterschiede im Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund. Die Grünen führen mit einem Anteil von 20 Prozent, gefolgt von der Linkspartei mit 18,8 Prozent. Bei der SPD liegt dieser Anteil bei 17,5 Prozent. Die Unionsparteien bilden mit 6,3 Prozent das Schlusslicht, dicht gefolgt von der AfD mit 5,9 Prozent.
Chancengerechtigkeit im Fokus
Andreas Wüst, Politikwissenschaftler, hebt im Gespräch mit dem Mediendienst Integration hervor, dass es um Chancengerechtigkeit gehe und weniger darum, proportional in den Parlamenten vertreten zu sein. „Aber in einigen Parteien gibt es größere Defizite. Und auch die verschiedenen Migrantengruppen sind unterschiedlich gut im Parlament sowie Fraktionen vertreten“, so Wüst. Er warnt, dass eine Marginalisierung von Abgeordneten mit Migrationsgeschichte im Bundestag die chancengerechte Teilhabe erschweren könne.
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