# Mehr Zwangsversteigerungen 2025: Immobilienwerte steigen deutlich weiter Datum: 22.01.2026 15:21 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/mehr-zwangsversteigerungen-2025-immobilienwerte-steigen-deutlich-weiter-679306/ --- Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Nach einer Analyse des auf solche Versteigerungen spezialisierten Unternehmens Argetra erhöhten sich die Termine gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent, während die Verkehrswerte um 10,7 Prozent auf 4,76 Milliarden Euro zulegten. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede bei Häufigkeit und Volumen der Verfahren, zugleich verweisen Experten auf eine wachsende Belastung vieler Haushalte. ## Mehr Verfahren und höhere Verkehrswerte Laut der Analyse von Argetra nahm die Gesamtzahl der Zwangsversteigerungstermine im Jahr 2025 um 4,7 Prozent zu, nachdem im Vorjahr bereits ein Anstieg von 9,0 Prozent verzeichnet worden war. Parallel dazu legten die Verkehrswerte 2025 um 10,7 Prozent auf insgesamt 4,76 Milliarden Euro zu. Als wichtigste Ursachen für den erneuten Anstieg nennen die Analysten von Argetra das anhaltend schwache wirtschaftliche Umfeld, eine stagnierende reale Kaufkraft, anhaltende geopolitische Unsicherheiten und weiter steigende Insolvenzzahlen. Besonders bei den Verbrauchern sei „das höchste Niveau seit 9 Jahren verzeichnet“ worden, heißt es in der Auswertung von Argetra. ### Deutliche regionale Unterschiede Betrachtet man die Anzahl der Termine pro 100.000 Haushalte, war die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine in Thüringen mit 60 mehr als doppelt so hoch wie in Bayern mit 27. Bundesweit waren durchschnittlich 34 von 100.000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen, nach 33 im Vorjahr. Bei den Verkehrswerten wurden in Berlin die höchsten durchschnittlichen Summen aufgerufen. Dort lag der durchschnittliche Verkehrswert je Immobilie bei über 1.300.000 Euro. In Hamburg lag der Durchschnitt bei 1.100.000 Euro und damit auf Platz zwei. Thüringen bildete mit Durchschnittswerten von 100.000 Euro das Schlusslicht. Der Bundesdurchschnitt lag bei 337.839 Euro, nach 319.509 Euro im Vorjahreszeitraum. Bei den vierzig Städten mit den meisten Zwangsversteigerungsterminen führte in 2025 erwartungsgemäß auch die bevölkerungsreichste Stadt Berlin das Ranking an. Direkt danach folgten Chemnitz, München, Leipzig, Zwickau und Nürnberg. An den untersuchten 40 Standorten, die etwa 18 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, wurden 30 Prozent aller Immobilienversteigerungen durchgeführt und damit deutlich mehr Zwangsversteigerungen als im Bundesschnitt. Neu in der Top 40 waren unter anderem Regensburg, Gelsenkirchen, Bonn, Eisleben und Neuss. Aus der Liste herausgefallen sind hingegen Bautzen, Heilbronn, Hannover, Karlsruhe und Bad Liebenwerda. ### Konjunktur, Zinsen und Vorlaufindikatoren Die weitere Entwicklung werde stark von der künftigen Inflations- und Zinsentwicklung abhängen, ebenso davon, ob es der Wirtschaft im Jahr 2026 gelingt, Fahrt aufzunehmen und zu einem nachhaltigen Wachstumspfad zurückzufinden, heißt es von den Analysten von Argetra. Nachdem die Preise für Wohnimmobilien nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2023 mit 8,4 Prozent so stark eingebrochen waren wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung, stand das Jahr 2024 im Zeichen einer Stabilisierung. Im Jahr 2025 zeigten sich laut Statistischem Bundesamt bereits „die ersten zaghaften Erholungsansätze“. Argetra verweist zudem auf mögliche Folgen auslaufender Zinsbindungen: „Das Ende der 10-jährigen Zinsbindungsfrist von Finanzierungen aus der Niedrigzinsphase könnte in den kommenden Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Zwangsversteigerungsobjekte führen“, so Argetra. Eine andere Auswertung hatte bereits zum Jahresende gezeigt, dass die Zahl der für das kommende Jahr angesetzten Zwangsversteigerungen so schnell steigt wie seit Jahren nicht mehr. Demnach waren um Weihnachten in den gängigen amtlichen Zwangsversteigerungskalendern rund 15 Prozent mehr Termine angekündigt als vor einem Jahr zur gleichen Zeit. „Und das dürfte ein besorgniserregender Indikator für die tatsächliche Entwicklung sein, wie ein Blick auf die Vergangenheit zeigt“, heißt es in der Auswertung. Ende 2024 hatte die Zahl der Ankündigungen von Zwangsversteigerungen gegenüber Ende 2023 nur um zwei Prozent zugelegt – 4,7 Prozent betrug die Steigerung schließlich im ganzen Jahr. Im Jahr davor hatte das Plus zum Jahresende elf Prozent betragen, während 9,0 Prozent schließlich als wirklich gemessene Steigerungsrate in 2024 registriert wurden. Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 22. Januar 2026 15:21. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück