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Deutlich mehr Kriminalität in Osnabrück – bei höherer Aufklärungsquote

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Die heute von der Polizeiinspektion Osnabrück vorgestellte polizeiliche Kriminalstatistik 2015 ist auf den ersten Blick kein Grund zur Freude. Deutlich mehr als 5.000 zusätzliche Straftaten im Vergleich zum Vorjahr – was einem Plus von 15,2% entspricht – registrierten die Polizeidienststellen im Osnabrücker Zuständigkeitsbereich.

Bereinigt um Verstöße gegen das Ausländerrecht (Einreise und Aufenthalt ohne gültige Papiere), von denen im Jahr 2014 nur 300 registriert wurden, sank die Zahl der Straftaten sogar. Von 35.653 Straftaten ohne ausländerrechtliche Delikte im Jahr 2014 auf 34.002 Taten im letzten Jahr.


Allerdings stieg im vergangenen Jahr auch die Aufklärungsquote, jedoch nur um gut 9%. Und sicherich es es wohl nur ein schwacher Trost, wenn nach einem Wohnungseinbruch oder einer Körperverletzung der Täter festgestellt werden kann. Der Schaden bleibt zumeist und ist nicht wieder gutzumachen
Vor allem die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Stadt und Landkreis gestiegen, während die Zahl der Raubüberfälle und Körperverletzungen leicht rückläufig war. Insgesamt stieg die Zahl der Straftaten von 36.153 auf 41.620 Fälle.

Mehr als 7.000 Anzeigen gegen Migranten ohne gültige Papiere

In ihrer eigenen Analyse sieht die Polizeiinspektion die „auf den ersten Blick scheinbar schlechte Entwicklung“ als „unproblematisch“ an. Bei intensiverer Betrachtung der gesamten Zahlen stellt sich heraus, dass ein Grund des Anstiegs die ausländerrechtlichen Verstöße, sind die die Flüchtlingswelle automatisch mit sich bringt. So listet die Statistik 7.618 Anzeigen aufgrund ausländerrechtlicher Verstöße auf.
Auch wenn von der Bundes- und Landesregierung offenbar „toleriert“, handelt es sich bei zahlreichen Migranten vor dem Gesetz und in der Kriminalitätsstatistik um Straftäter, da diese ohne gültige Papiere in Deutschland sind.

Polizeistatistik 2015 Osnabrück
Quelle Polizeiinspektion Osnabrück

Jeder vierte ermittelte Straftäter ist ein nicht-deutscher Herkunft

Bei 23.006 ermittelten Straftätern sind 26,91 % nichtdeutsche Tatverdächtige. Hier ist ein Anstieg von 3.172 auf 3.800 (+628) zu verzeichnen. Auch dabei muss berücksichtigt werden, dass im letzten Jahr alleine in der Erstaufnahmeeinrichtung in Bramsche insgesamt etwa 29.000 Flüchtlinge untergebracht waren. Das heißt, dass die absolut überwiegende Zahl der Flüchtlinge keine Straftaten begeht. Der Schwerpunkt der von ihnen begangenen Taten liegt im Diebstahlsbereich und beim Erschleichen von Leistungen. Unter Erschleichen von Leistungen wird das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel ohne Fahrausweis erfasst. Außerdem wurden von den in den Unterkünften eingesetzten Polizisten mehrfach Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten aufgenommen. Dabei waren sowohl Täter als auch Opfer Flüchtlinge.

Auch bei den Ladendiebstählen treiben Migranten die Statistik hoch

Der deutliche Rückgang der Straftaten ist entsprechend ebenso bei der Diebstahlskriminalität festzustellen. Mit 14.421 Diebstählen liegt ihr Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen bei 42,41 Prozent. Damit mussten die Polizisten in der Stadt und im Landkreis 814 Diebstähle weniger bearbeiten. Die Zahl der Ladendiebstähle ist um 272 auf 2601 Delikte gestiegen.
Der Löwenanteil dieses Zuwachses liegt mit 166 Delikten beim Polizeikommissariat Bramsche. Ohne Zweifel ist die Installierung der Erstaufnahmeeinrichtung in Hesepe dafür verantwortlich. Ein weiterer Grund könnte eine größere Aufmerksamkeit des Einzelhandels sein, der dadurch mehr Taten zur Anzeige gebracht hat.

Starker Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen

Negativ entwickelt haben sich die Wohnungseinbrüche. Sie sind mit 1095 Fälle um 25,29 % (+ 221) angestiegen. „Nach Einschätzung unserer Einbruchsermittler im Zentralen Kriminaldienst und auf den Landreiskommissariaten gehen viele nicht aufgeklärte Straftaten auf das Konto reisender Täter. Die steigenden Flüchtlingszahlen sind mithin nicht verantwortlich für höhere Einbruchszahlen“, kommentiert der Polizeichef die Entwicklung. Analog zum Landestrend liegt die Zahl der Einbruchsversuche bei gut 40 Prozent. Daraus kann man folgern, dass die Täter in vielen Fällen ihr Vorhaben abbrechen mussten, weil sie nicht oder nicht schnell genug einbrechen konnten. Die Gefahr bei der Tat entdeckt zu werden, steigt mit der Zeit, die ein Straftäter braucht, um ins Einbruchsobjekt zu kommen. Das mögen Einbrecher nicht und brechen oftmals ihre Tat ab. Es lohnt sich also seine Wohnung oder sein Haus professioneller zu sichern. Die Präventionsbeamten der Polizei Osnabrück waren im letzten Jahr unter anderem über mehrere Wochen auf Wochenmärkten in der Stadt und im Landkreis im präsent, um dort interessierte Bürger zu beraten, wie man sein Eigenheim oder seine Wohnung besser sichern kann. Ferner bieten zwei Mitarbeiter für technische Prävention den Service an, Wohneigentümer vor Ort zu beraten, um es den Einbrechern so schwer wie möglich zu machen. „Die hohe Zahl der im Versuchsstadium stecken gebliebenen Wohnungseinbrüche ist eine positive Entwicklung, die uns anspornt noch mehr Präventionsarbeit zu leisten“, kommentiert Michael Maßmann die Zahlen. Wichtig sei überdies die Zusammenarbeit mit dem aufmerksamen Bürger, der bei verdächtigen Personen oder Fahrzeugen sofort über 110 die Polizei anrufen sollte.

Eine Gute Nachricht bei den Eigentumsdelikten:  die Fahrraddiebstähle mit 2.444 (-182) und die Taschendiebstähle mit 665 ( -91) Taten haben abgenommen.

Die Gefahr Opfer einer Straftat zu werden ist gesunken

Auch die Häufigkeitszahl, die ein Maß für die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden darstellt, fiel von 7136,16 auf 6.690,50. Michael Maßmann, Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück, sagt dazu: „Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden ist eindeutig gesunken. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit ermittelt zu werden mit einer Aufklärungsquote, die sich um ein Prozent auf 58,09 erhöht hat, gestiegen.“

Sexualstraftaten und Kinderpornographie

Ein leichter Anstieg ist bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu vermelden. Der weitgefasste Begriff umfasst alle Sexualstraftaten. Für die Zunahme sind die exhibitionistischen Handlungen (+ 25) und größere Strafverfahren im Zusammenhang mit Kinderpornografie (Verbreiten pornografischer Schriften + 30) verantwortlich. Auch beim sexuellen Missbrauch gibt es 8 Taten mehr als im Vorjahr.

Roheitsdelikte / Raub / Körperverletzung /Widerstand

Absolut positiv zu bewerten ist der Rückgang bei den Rohheitsdelikten. Körperverletzungen und Raubstraftaten sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Kriminalitätsbereiches. In den Jahren 1994 – 2009 war ein fast kontinuierlicher Anstieg der Fallzahlen auf 4.874 Taten zu beobachten. Seit 2010 hat sich dann diese Entwicklung umgekehrt. Mit 4.130 Fällen liegt der Rückgang bei 265 Taten. Die Raubstraftaten gingen um 21 % (-68) auf 247 zurück. Die Aufklärungsquote von mehr als 50 % umfasst auch die erfolgreichen Ermittlungen gegen zwei Räuber, die im Herbst vergangenen Jahres mehrere Überfälle auf Tankstellen und Einzel- handelsgeschäfte im Nordkreis begangen hatten. Zu den ihnen zuzurechnenden sechs Raubstraftaten gehört unter anderem der Überfall auf einen Textildiscounter in Wallenhorst. Beide 24 und 34 Jahre alten Täter wurden festgenommen und sitzen in einer Justizvollzugsanstalt. Viele polizeilichen Einsätze drehen sich um körperliche Auseinandersetzungen. Einsätze, die oftmals im Nachtdienst und am Wochenende zu bewältigen sind. Nicht selten stehen die Täter unter Alkoholeinfluss und die Opfer müssen ärztlich versorgt werden. Um die Aggressionen zu bewältigen müssen die Polizisten entweder mit Fingerspitzengefühl und Diplomatie auftreten oder auch körperliche Gewalt anwenden, um die Schläger zu bändigen. Umso erfreulicher ist die Entwicklung in diesem Bereich. Mit 2746 Körperverletzungen weist die Kriminalstatistik die geringste Zahl der letzten zehn Jahre auf. Michael Maßmann erinnert dabei an das Projekt „Gewalt bleibt draußen“, das sich mit den Auseinandersetzungen im Diskokontext befasst. „Das Projekt, bei dem auffällige Schläger ein befristetes Betretungsverbot für festgelegte Bereiche rund um Osnabrücker Osnabrücker Diskotheken bekommen, könnte sich hier positiv ausgewirkt haben. Im letzten Jahr haben wir drei Betretungsverbote gegen Schläger ausgesprochen.“ Für die Polizei von besonderer Bedeutung ist die Zahl der Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte. Der statistische Rückgang auf 120 (-26) Widerstandshandlungen gibt die Empfindungen der Streifenbeamten nicht wieder. Für sie ist insbesondere die Intensität der Angriffe angestiegen. Zu den Widerständen müssen 70 Taten gerechnet werden, bei denen Polizeibeamte Opfer anderer Straftaten geworden sind. Die häufigsten Angriffe auf Ordnungshüter folgten durch tretende (44) und schlagende (41) Personen. In elf Fällen wurden Hieb- und Stichwaffen gegen Beamte eingesetzt.

Betrug / Cybercrime

Betrugsstraftaten und Cybercrime werden von der Polizei unter dem Begriff Vermögens- und Fälschungsdelikte zusammengefasst. Mit 6.804 Delikten stellt dies die zweitgrößte Deliktsgruppe in der Kriminalstatistik dar. Auch wenn hier ein Rückgang um 245 auf 6.804 Fälle zu verzeichnen ist, wirft die Statistik viele Straftaten nicht aus, da der Tatort nicht selten im Ausland liegt oder unbekannt ist und insofern nicht erfasst wird. Das trifft im besonderen auf viele Fälle der Cyberkriminalität zu. Das nicht erfasste Dunkelfeld ist hier sehr groß. Dazu kann das Ausspähen / Abfangen von Daten genannt werden. Eine Straftat, die häufig aus dem Ausland begangen wird. Die Statistik beinhaltet 62 Fälle in denen nachweislich Daten in der Stadt oder im Landkreis ausgespäht oder abgefangen wurden. Im Vorjahr waren es noch 26. Eine Steigerung ist beim Erschleichen von Leistungen festzustellen. Mit 248 Taten mehr gab es 2015 insgesamt 1.273 entsprechende Straftaten.

Drogenkriminalität

Bei den Rauschgiftdelikten verzeichnet die Osnabrücker Polizei einen Zuwachs um 93 Taten auf 1.909 Delikte. Diese Steigerung ist in erster Linie auf intensivere Kontrollen zurückzuführen. Sie sagt nichts über die tatsächliche Kriminalitätsbelastung aus. Es kann somit nicht automatisch daraus gefolgert werden, dass mehr Betäubungsmittel im Umlauf sind. Die häufigste illegale Droge ist mit einem Anteil von 67,2 Prozent nach wie vor Cannabis. Im letzten Jahr stellten die Beamten mehrfach größere Mengen des Stoffes im Kilobereich sicher, was in der Dienststelle am Kollegienwall oftmals auch geruchlich wahrzunehmen war. Gestiegen ist in den letzten Jahren der Anteil von Amphetaminen und Ecstasy, der mittlerweile bei 16,1 Prozent liegt. 2010 lag er noch bei 10%.

Häusliche Gewalt

Nicht selten müssen Polizeibeamte Einsätze im Zusammenhang mit Streitigkeiten oder Auseinandersetzungen in Familien oder Partnerschaften bewältigen. Seit 2005 werden die in diesem Kontext begangenen Straftaten extra erfasst und ausgewertet. Die aktuelle Statistik weist mit 915 Fällen 12 weniger als im Vorjahr aus. In den letzten Jahren lag diese Zahl konstant um etwa 900 Taten.

Redaktion Hasepost
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