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Startseite Deutschland & die WeltMartin Suter: Mehr Arbeit rettet Wirtschaft nicht
Deutschland & die Welt

Martin Suter: Mehr Arbeit rettet Wirtschaft nicht

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 20. Juli 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 20. Juli 2025
Martin Suter (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
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Der Schweizer Erfolgsautor Martin Suter hält die Forderung von Friedrich Merz, die Deutschen müssten mehr arbeiten, für „Blödsinn“. Suter betont im Interview mit dem „Spiegel“, dass die Wirtschaft seiner Ansicht nach nicht durch mehr Arbeit gerettet werden könne. Vielmehr sieht er durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) klassische Arbeitstugenden wie Fleiß im Wandel und warnt vor zunehmendem Arbeitsplatzverlust.

Martin Suter kritisiert Merz’ Arbeits-Appell

Der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter äußert sich im Gespräch mit dem „Spiegel“ deutlich zur jüngsten Forderung von Friedrich Merz. „Ich glaube nicht, dass man die Wirtschaft mit mehr Arbeit retten kann“, so Suter. Die Idee halte er für „Blödsinn“ und fügt an: „Das sei keine sehr kreative Idee.“ Laut Suter müsse man vielmehr froh sein, „wenn es überhaupt für alle Menschen genügend Arbeit gibt, am besten eine, die nicht öde ist.“

Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt

Nach Einschätzung von Suter verschwinden derzeit zahlreiche Jobs. Er verweist auf die zunehmende Automatisierung durch Künstliche Intelligenz: „Die Künstliche Intelligenz (KI) übernehme.“ Der Wert von Fleiß habe bereits abgenommen und werde weiter sinken. „Fleiß hat längst an Wert verloren und wird ihn weiter verlieren. KI ersetzt ja gerade das Fleißige in der Arbeit. Das Durchackern aller Präzedenzurteile bei den Juristen. Das Lesen aller Fachberichte bei den Ärzten. Was Fleiß bisher ausgemacht hat in der Arbeit, das macht KI ja tausendmal besser“, erklärt Suter laut „Spiegel“.

Arbeitseffizienz und persönliche Einstellung

Suter sieht einen Denkfehler in Friedrich Merz‘ Appell. „Man muss doch schauen: Was machen all die Menschen, die bald nur noch vier Tage Arbeit haben? Je fleißiger die Leute werden, desto weniger Tage müssen sie arbeiten. Wenn sie richtig fleißig sind, können sie ihre Arbeit in drei Tagen erledigen. Aber was machen sie dann an den anderen vier Tagen“, äußert der Schriftsteller im Interview.

Persönlich beschreibt sich Suter als eher faul: „Ich bin überzeugt, dass ich eigentlich ein fauler Mensch bin. Wenn man mich gefragt hätte, ob ich schreibe, weil ich muss, hätte ich gesagt: Nein, ich muss nicht. Ich könnte mir gut vorstellen, es nicht zu tun. Aber jetzt mache ich das schon so lange, dass ich wahrscheinlich Mühe hätte, damit aufzuhören.“ Auch zur Möglichkeit, dass eine KI künftig Bücher in seinem Stil schreibt, äußert sich Suter gelassen: „Ich bin überzeugt, dass das schon bald versucht wird. Das Lustige ist: Wenn die Bücher auf dem Markt wären, wäre ich ja der Einzige, der weiß, dass sie nicht von mir sind.“

Alle Zitate stammen aus dem Interview mit dem „Spiegel“.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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