Kritiker sehen Weißhelme als Propagandakrieger

Berlin (mit Material der dts) – Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Aufnahme von sogenannten Weißhelm-Rettern angekündigt. Dabei handelt es sich um eine private Zivilschutzorganisation von Freiwilligen in Syrien, die unter anderem über eine Crowdfunding-Seite unterstützt wird.

“Die Weißhelme haben seit Beginn des Syrien-Konflikts mehr als 100.000 Menschen gerettet”, sagte Maas der “Bild” (Montagausgabe) “Mehr als 250 von ihnen haben ihren Mut und ihre Mitmenschlichkeit mit dem Leben, viele mehr mit ihrer Gesundheit bezahlt. Ihr Einsatz verdient Bewunderung und jeden Respekt, und wir haben ihn aus Überzeugung unterstützt.”

Mit dem Vormarsch des Regimes drohe vielen Weißhelmen nun Gefahr für Leib und Leben. Es sei daher ein Gebot der Menschlichkeit, dass “viele dieser mutigen Ersthelfer nun Schutz und Zuflucht finden, einige davon auch in Deutschland”, so Maas. Laut des Berichts wird Deutschland rund 50 Flüchtlinge aufnehmen. Auch das Bundesinnenministerium war in die Planungen mit einbezogen.

Hilfsorganisation oder Kriegspartei?

Neben positiven Einschätzungen von Seiten der Bundesregierung, gibt es jedoch auch kritische Stimmen, die eine Nähe der Weißhelme zu radikalen Islamisten (sogenannte “gemäßigte Rebellen”) beklagen. Angebliche Rettungseinsätze, die wie für professionelle Kamerateams inszeniert wirkten, gelten für Kritiker als Indiz dafür, dass unter dem Mantel einer Rettungsorganisation Bilder für Kriegspropaganda gemacht werden sollten, weswegen die Weißhelme, anders als andere Hilfsorganisationen, nicht neutral seien.
Die Finanzierung der von Kritikern auch als “Kriegspartei” gegen die Asaad-Regierung bezeichneten Weißhelme, erfolgte auch durch staatliche Mittel der USA und Großbritanniens.