Deutschland & die Welt Loch und gut? So dübelt man richtig

Loch und gut? So dübelt man richtig

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Egal ob kleines Familienfoto oder gewaltiger Kronleuchter: Wenn es darum geht, anständig zu dübeln, gibt es nur eine richtige Vorgehensweise.

Dübeln gehört zu jenen häuslichen Arbeiten, die wohl die meisten schon durchgeführt haben – selbst, wenn es sich nicht um ausgesprochene Anhänger jener Selbermacherszene handelt, die alles in „DIY“-Manier erledigen und den Baumärkten glänzende Umsätze bescheren. Allerdings agieren viele nach dem übersimplifizierten Dreiklang „Loch in die Wand, Dübel rein, festschrauben“ – und wundern sich dann, wenn es nicht so hält wie vorgesehen. Dabei ist korrektes Dübeln eigentlich nur eine Abfolge fester Schritte.

1. Richtiger Dübel, passende Schraube

Dübel ist Dübel? Leider eine völlig falsche Ansicht. Viel mehr gilt, dass jedes Wandmaterial und jedes Gewicht seine eigene Kombination von Dübeln und Schrauben benötigt.

Dazu auch gleich ein wichtiger Merksatz:

Was vielen Möbeln und dergleichen an Dübel und Schrauben
beiliegt, ist oftmals nur eine Verlegenheitslösung und nicht für
alle Wandmaterialien gleichermaßen geeignet!

Um ganz grundlegend zu sprechen, gibt es folgende Dübel:

  1. Durchsteckdübel werden durch das Werkstück ins Mauerwerk geschoben und dann nur noch festgezogen (randlos).
  2. Federklappdübel haben zwei Flügel, die sich in ausreichend großen/tiefen Hohlräumen federunterstützt aufspreizen. Kaum wieder zu entfernen.
  3. Gipskartondübel haben besonders breite Gewindegänge, um Gipskartonplatten nicht auszureißen. Sie werden nicht vorgebohrt.
  4. Hohlraumdübel aus Kunststoff. Bei ihnen wird das Elende durch die Schraube wieder in Richtung Lochausgang gezogen. Dadurch spreizen sich vier Arme aus.
  5. Metallhohlraumdübel arbeiten ähnlich wie Spreizdübel, bestehen aber aus Metall und benötigen Maschinen-/Gewindeschrauben.
  6. Nageldübel werden durch das Werkstück ins Mauerwerk gehämmert (Vorbohren ist allerdings nötig), stecken, ungleich zum Durchsteckdübel, aber auch im Werkstück (erkennbar am Rand).
  7. Schwerlastdübel bestehen aus Metall und besitzen ein Innengewinde. Sie sind i.d.R. nur für Beton/Naturstein geeignet und benötigen Maschinen-/Gewindeschrauben.
  8. Spreizdübel bekommen ihre Haltekraft durch axiales Aufspreizen, sind nur für Massivmauerwerk tauglich.
  9. Universaldübel verdicken oder verknoten sich auch am Ende durch das Eindrehen der Schraube und halten somit auch in Hohlmauerwerk.

Auch erwähnt werden müssen chemische Dübel – also etwa hochzugsfeste Kleber, die in das Bohrloch appliziert werden und mitsamt der Schraube erst aushärten müssen, bevor sie belastet werden können.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Anwendungsbereiche all dieser Dübel nach den Materialien a) Beton, b) Leichtbeton (auch Porenbeton), Massivmauerwerk (etwa Ziegel oder Natursteine) sowie Gipskartonplatten.

2. Richtiger Dübel für die Belastung

Was die Tragkraft hinsichtlich des Dübel-Außendurchmessers anbelangt, können Heimwerker folgende Näherungswerte beachten:

  • 5 Millimeter für Bilder, sehr kleine Lampen, Kabelkanäle und dergleichen.
  • 6 Millimeter für normale Lampen, die Wandbefestigung kleiner Regale und Schränke, große Bilder (Postergröße) usw.
  • 8 Millimeter für große Schränke, hochbelastete Regale, (leichte) Fernseherwandmontagen, normalgroße Lampen.
  • 10 Millimeter für schwere Hängeschränke, große Fernseher und dergleichen.

Dabei sollten immer drei weitere Merksätze beachtet werden

  1. Lieber eine Nummer zu groß gedübelt als eine Nummer zu klein
  2. Dübel-Außendurchmesser = Bohrerdurchmesser
  3. Die passende Schraube hat immer einen um einen bis zwei Millimeter geringeren Durchmesser als der Dübel.

Und wer sich ob einer bestimmten Kombination oder auch Dübellänge nicht sicher ist, sollte sich zuvor vom Profi anständig beraten lassen unter Angabe dessen, was mit welchem Gewicht in welchem Untergrund befestigt werden soll. Das bedeutet auch, dass im Zweifelsfall Dübel und Schrauben immer zusammen erworben werden sollten.

Ganz wichtig: Auf den allermeisten Dübeln stehen sowohl der Bohrerdurchmesser wie der der Schrauben – zwar oftmals nur mit Lupe zu erkennen, aber dennoch vorhanden.

3. Prüfen und messen

Die richtigen Dübel liegen bereit, die passenden Schrauben und der Bohrer auch. Kann es losgehen? Jein. Zunächst der wichtigste Schritt: Es wird mittels Leitungsprüfer überprüft, ob die gesamte Bohrzone frei von Leitungen und Rohren ist. Bitte keinesfalls auf Erfahrungswerte verlassen, sondern selbst vor dem kleinsten Dübel grundsätzlich prüfen.

Und danach gilt: Besser zweimal nachgemessen als einmal falsch gebohrt. Grundsätzlich sollten also alle Abstände, die Ausrichtung usw. zweimal gemessen werden – gern auch beim zweiten Mal durch einen Helfer.

Tipp: Bei unbekannten Wänden grundsätzlich vorher mit den Knöcheln abklopfen. Klingt es ausnehmend hohl, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Gipskarton oder Faserholzplatten.

4. Mit dem richtigen Durchmesser in die richtige Tiefe

Auf manchen Untergründen bestünde jetzt die Gefahr, dass der Bohrer auf der Oberfläche wandert, bevor er – mitunter an der völlig falschen Stelle – endlich greift. Um dieses Malheur zu verhindern, sollten Bohrpunkte grundsätzlich nicht nur mit einem Bleistift markiert werden, sondern einem leichten Schlag mit einem Körner, einem dicken Dachnagel oder einem ähnlichen Hilfsmittel – im entstehenden Konus bleibt der Bohrer sitzen und rutscht nicht weg.

Dann gilt ein weiterer Merksatz:

Die Bohrlochtiefe (in Massivmaterial) sollte der Gesamtlänge
des Dübels plus seinem Durchmesser entsprechen.

Einfaches Beispiel: ein 8er Dübel ist 40 Millimeter lang, dann sollte das Bohrloch 48 Millimeter tief sein (40mm Länge + 8mm Durchmesser).

Am einfachsten ist es, wenn die entsprechende Tiefe durch einen Streifen Elektroklebeband direkt auf dem Bohrer markiert wird – das ist in vielen Situationen praxistauglicher als einen eventuell vorhanden Tiefenanschlag zu verwenden.

Ein weiterer Satz:

Bei unbekanntem Wandmaterial grundsätzlich ohne Schlagwerk losbohren;
erst umschalten, wenn kein nennenswerter Fortschritt erzielt wird.

So wird verhindert, in Ziegeln oder gar Leichtmauerwerk zu schnell zu tief zu gehen und womöglich Ausbrüche zu produzieren, die den Bohrlochdurchmesser vergrößern.

Übrigens sollte immer ein Helfer das Rohr eines laufenden Staubsaugers dicht unter die Bohrzone halten. Durch ihre Spiralbauweise schieben alle Bohrer puderfeines Material nach hinten weg, das sich großflächig verteilen kann.

5. Reinigen und Dübel einführen

Alle Löcher sind gebohrt, augenscheinlich passt alles. Dann sollte im nächsten Schritt das Staubsaugerrohr direkt auf die Bohrlöcher gehalten werden – loses Material kann die Griffigkeit für den Bohrer stark verringern. Ist das getan, wird der Dübel eingeführt. Dabei gilt bei allen Bauformen (außer natürlich Gipskarton- und Federklappdübeln), dass das Loch richtig ist, wenn der Dübel mit etwas Kraft hineingleitet.

Übrigens: Ist das Loch zu groß, gibt es drei Optionen:

  1. Mit einem Dübel des nächsthöheren Durchmessers versuchen (ggf. muss das Loch dazu aber vergrößert/vertieft werden).
  2. Mit tauglicher Spachtelmasse füllen – diese muss allerdings aushärten.
  3. Das Loch mit einer „Wurst“ aus Reparaturknete füllen und diese zusammen mit dem zu kleinen Dübel einführen – muss allerdings ebenfalls aushärten.

6. Richtig festschrauben

Jetzt ist es fast geschafft, die Schraube kann angesetzt werden – und zwar werden alle Schrauben angesetzt, bevor die erste angezogen wird. Wer mangels Routine noch kein Gefühl dafür hat, wie fest er die Schraube anziehen soll, sollte dringend einen Handschraubendreher dafür verwenden – keinen Akkuschrauber oder ähnliche Geräte.

Dabei gilt: Jede Schraube wird im Dübel so lange angezogen, bis der Widerstand sprunghaft ansteigt. Wenn sich danach der Schraubendreher nicht mehr ohne „Gewalt“ drehen lässt, ist der richtige Punkt erreicht.

Wichtig: Dreht die Schraube durch, heißt das, dass der Dübel durchdreht. Dann versuchen, ihn mitsamt der (wieder etwas herausgedrehten) Schraube aus dem Loch zu ziehen.


Redaktion Hasepost
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