Osnabrück "Lila-Weiße Glanzlichter", Folge 1: Sebastian Kerk und Niklas Schmidt

“Lila-Weiße Glanzlichter”, Folge 1: Sebastian Kerk und Niklas Schmidt

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Neue Serie: Spielerporträts des VfL Osnabrück

Wer den VfL kennt, der kennt auch die Spieler der Lila-Weißen, aber kennen wir sie wirklich? Unser neuer VfL-Reporter Hermann Schmidt schaut sich in den folgenden Wochen den aktuellen Kader des VfL an; wir beginnen mit Sebastian Kerk und Niklas Schmidt.

Eine Serie von Hermann Schmidt

Auch ein Ausrutscher gegen das Tabellen-Schlusslicht Würzburger Kickers kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lila-Weißen gegenwärtig ein Spieler-Duo der Sonderklasse aufzubieten haben. Dem 1:0 Führungstreffer des VfL Osnabrück gegen die Würzburger ging ein Spielzug voraus, der in dieser Perfektion wahrlich Seltenheitswert hat. Das war allererste Sahne und der schönste Moment des ganzen Spiels, Ballzauberei vom Feinsten. So etwas möchte man öfter sehen, am besten gleich im nächsten Match gegen den Spitzenreiter und Ex-Bundesliga-Dino HSV!

Sebastian Kerk: ablösefrei vom Club in Nürnberg nach Osnabrück

Seit Beginn der Saison 2020/2021 steht der gebürtige Oberschwabe Sebastian Kerk in den Diensten des VfL Osnabrück. Er kam ablösefrei vom 1. FC Nürnberg und ist seit seinem Wechsel einer der auffälligsten Akteure in den Reihen der Lila-Weißen.
Der sechsundzwanzigjährige Offensivspieler (offensives Mittelfeld, auch als Flügelspieler und im Sturmzentrum einsetzbar) durchlief in den Jahren 2011 bis 2014 die DFB-Auswahlmannschaften der U-18, U-19 und U-20.

Ausgebildet wurde er beim FV Ravensburg und in der Talentschmiede des SC Freiburg. Weitere Stationen führten ihn über den 1. FC Nürnberg, den 1. FC Kaiserslautern und erneut Nürnberg zum VfL. Hier unterschrieb der bis zu diesem Zeitpunkt mit der Erfahrung von 50 Erstliga- und 72 Zweitligapartien versehene Profi einen Zweijahresvertrag.

Luca Wisnu Putranto Sixtus (Nr. 15, SV Todesfelde) gegen Sebastian Kerk / Foto: imago images, Agentur 54 Grad
Einsatz beim Pokalspiel: Luca Wisnu Putranto Sixtus (Nr. 15, SV Todesfelde) gegen Sebastian Kerk / Foto: imago images, Agentur 54 Grad

Sebastian Kerk, von Mitspielern und Fans liebevoll „Kerki“ genannt, wird den Friedensstädtern hoffentlich noch lange erhalten bleiben. Mit 7 Toren in der laufenden Saison führt er die Goalgetter-Liste des VfL Osnabrück an. Damit steht er aktuell auf Platz 10 der Torschützenliste der 2. Bundesliga in der Saison 2020/21.  Bodenständigkeit, Bescheidenheit, Sprachgewandtheit und verhaltener Humor zeichnen den Charakter des vorbildlich auftretenden Sportlers aus dem Moorheilbad Bad Wurzach aus. In Osnabrück findet er sich gut zurecht. Seine Freizeit verbringt er mit seiner Freundin und seinem Hund. Auf dem Platz gibt er alles.

Nicht zum ersten Mal wurde der Kunstschütze (Freistoß- und Eckballspezialist) nach dem Sieg in Kiel als „Man oft the match“ ausgezeichnet. Für seine häufig erfolgreichen Abschlüsse in Standardsituationen praktiziert er nach eigener Aussage ein Ritual, wie er freimütig bekennt, nicht ohne im für ihn so typischen Understatement hinzuzufügen, dass der Treffer in Kiel „ein Sonntagsschuss“ gewesen sei, er habe den Ball „ganz einfach nur gut getroffen“.

Niklas Schmidt: von Werder Bremen an die Bremer Brücke

Ein weiteres Prunkstück in den Reihen der Lila-Weißen stellt der gebürtige Nordhesse (Geburtsort Kassel) Niklas Schmidt dar.

Im Sommer 2019 kam der offensive Mittelfeldspieler von Werder Bremen an die Bremer Brücke. Der 22jährige Virtuose am Ball machte seine ersten Schritte bei der SpVgg. Olympia Kassel und dem OSC Vellmar, bevor er über Rot-Weiß Erfurt im Juniorenbereich von Werder Bremen antrat. Von 2014 bis 2019 absolvierte er 18 Spiele in den DFB-Auswahlmannschaften der U-16, U-17 und U-19. Im Juli 2016 erhielt er bei den Grün-Weißen von der Weser einen Profivertrag, spielte dort jedoch vor allem in der Regionalliga- Mannschaft. Auf Leihbasis wechselte er 2018 zum damaligen hessischen Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden, bevor er- ebenfalls als Leihspieler- von Werder zum VfL Osnabrück wechselte. Sein VfL-Teamkollege David Blacha bezeichnete ihn als „unseren besten Kicker“, und der zum HSV gewechselte Trainer Daniel Thioune bescheinigte ihm „instinktiv vieles richtig zu machen“. Schon als Jugendspieler gehörte er zu den talentiertesten Kickern landauf-landab.

Niklas Schmidt (VfL Osnabrück)/Foto: Dieter Reinhard

In den Reihen der Lila-Weißen und unter der Obhut seines Trainers Marco Grote hat sich das Ausnahme-Talent weiterentwickelt und zählt zu den auffälligsten Spielern der gesamten Liga. Niklas Schmidt ist aktuell in körperlich bester Verfassung. Er glänzt mit vorbildlichem Spiel- und Raumverständnis, und seine hervorragende Ballbeherrschung gibt Anlass zu den schönsten Hoffnungen auf weitere Erfolge- für ihn, den VfL und seine Fans. Wie sein Teamkollege „Kerki“, mit dem er sich nicht nur auf dem Rasen bestens versteht, tritt Niklas Schmidt bescheiden auf. Zur aktuellen Situation äußert Niklas Schmidt im VfL-Interview: „Jeder kann gegen jeden gewinnen…Wir sind fußballerisch vorangekommen. Wir müssen immer besser spielen als in der letzten Woche. Solange wir gewinnen ist alles gut.“

Schmidts Traum dürfte es nach wie vor sein, wieder in der 1. Bundesliga zu kicken. Lila-Weiße Fans wünschen sich natürlich, dass ihm das mit dem VfL gelingt. Obgleich die Erfüllung dieses Wunschtraums nach dem letzten Samstag zunächst einmal etwas in die Ferne gerückt ist.

Titelfoto: Torschütze Sebastian Kerk (rechts) und Niklas Schmidt beim Testspiel gegen den SV Meppen am 24.08.2020 in der Hänsch-Arena, Foto: imago images / osnapix


Hermann Schmidt
Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Sein Herz gehört dem FC St. Pauli, wenn der aber auf den VfL trifft, verspricht Schmidt auf der Pressebank mindestens unparteiisch zu sein.

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