Deutschland & die WeltLeopoldina-Präsident hält 1,5-Grad-Ziel für kaum erreichbar

Leopoldina-Präsident hält 1,5-Grad-Ziel für kaum erreichbar

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Foto: Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, über dts

Halle (Saale) (dts) – Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, hält das 1,5 Grad-Ziel für unerreichbar. „Als Klimawissenschaftler habe ich erhebliche Zweifel, ob wir das 1,5-Grad-Ziel überhaupt noch erreichen können“, sagte er dem „Spiegel“.

„Schon jetzt liegen die Temperaturen auf der Erde um 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau.“ Die Erwärmung wäre noch viel weiter fortgeschritten, führte Haug weiter aus, wenn nicht Aerosole aus der Luftverschmutzung etwa durch Verbrennungsprozesse aus Kraftwerken, Industrieanlagen und Fahrzeugen den Planeten um rund 0,35 Grad abgekühlt hätten. „Wenn wir diese Abgase auf dem Weg in die Klimaneutralität bei sauberer Luft vermeiden, dann fällt dieser kühlende Effekt weg. Dann wären wir schon jetzt bei über 1,5 Grad Erderwärmung“, sagte der Wissenschaftler.

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Er spreche daher lieber vom Zwei-Grad-Ziel, das noch zu erreichen sei, „weil wir das noch einhalten könnten, wenn wir uns jetzt wirklich anstrengen“. Deutschland müsse in Europa Vorreiter im Klimaschutz werden, sagte der Akademie-Präsident. „Im Zweifel braucht man in der EU zwei Geschwindigkeiten, einen Klub der Willigen, in dem Deutschland eine Hauptrolle spielt. In dieser Legislaturperiode jedenfalls bietet sich die letzte Chance, das Ruder in die richtige Richtung zu reißen.“

Haug fordert die Schaffung eines Klimaschutzministeriums und die Einrichtung eines Klimakabinetts. „Ein Klimaschutzministerium könnte als vordenkende Einrichtung Perspektiven und Details erarbeiten“, sagte er dem „Spiegel“. Am Ende müsse es aber ein gemeinsames Konzert aller Ministerien geben, anders als bisher. „Wir brauchen ein Klimakabinett, der Bundeskanzler muss Klimakanzler sein und koordinieren“, so Haug.

Er warnte davor, sich zu sehr auf Symbolthemen wie das Tempolimit zu konzentrieren. Er sei persönlich dafür. „Aber wenn es so eine große Leidenschaft für die freie Fahrt auf Autobahnen gibt, dann sollte man sich über diese Symbolpolitik nicht zerstreiten.“

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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