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Lebensmittel aus Insekten: Exponat der Universität Osnabrück mit an Bord der MS Wissenschaft

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Heute auf der Speisekarte: Insekten- und In-vitro-Fleisch-Burger! In dem Exponat der Abteilung Biologiedidaktik geht es um die Nachhaltigkeit und Akzeptanz von Nahrungsmitteln der Zukunft: Insekten und In-vitro-Fleisch. Foto: Heiner Witte/Wissenschaft im Dialog

Auch dieses Jahr tourt das Ausstellungsschiff des Science Center des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die MS Wissenschaft, durch Deutschland. Mit dabei sind Dr. Florian Fiebelkorn und Dr. Alexander Eckes von der Universität Osnabrück mit einem Exponat zur Nachhaltigkeit und Akzeptanz von neuartigen Lebensmitteln aus Insekten und In-vitro-Fleisch.

An Bord bekommen die Besucherinnen und Besucher an rund 30 Mitmach-Exponaten einen interaktiven Einblick in das durch das BMBF ausgerufene Wissenschaftsjahr der Bioökonomie – einer nachhaltigen Form des Wirtschaftens, die auf nachwachsende Ressourcen setzt.

Lebensmittel aus Insekten

Bei der diesjährigen Ausstellung geht es darum, ökologische, wirtschaftliche, und gesellschaftliche Fragen, die sich auf dem Weg zu einer biobasierten Wirtschaft stellen, anhand von Beispielen an den Exponaten zu erkunden und darüber zu diskutieren. So auch beim Exponat von Florian Fiebelkorn und Alexander Eckes aus der Abteilung Biologiedidaktik der Universität Osnabrück: Der Konsum von Fleisch, beziehungsweise dessen Produktion, trägt wesentlich zum Klimawandel und dem Verlust biologischer Vielfalt bei. Eine Alternative können Nahrungsmittel aus Insekten oder aus Zellkulturen hergestelltes Fleisch sein, sogenanntes In-vitro-Fleisch. Bei ihrer Produktion entsteht weniger Kohlendioxid und es wird weniger Wasser und Ackerfläche benötigt. Das Exponat haben die beiden Wissenschaftler zusammen mit der Agentur BOK + Gärtner aus Münster entwickelt, die sich auf Kommunikationsdesign und Ausstellungsgestaltungen für öffentliche Auftraggeber in Kultur und Wissenschaft spezialisiert hat.

Dauerhafte Etablierung hängt von Akzeptanz ab

Große Lebensmittel-Unternehmen erkennen bereits das wirtschaftliche Potenzial von Insekten und In-vitro-Fleisch. Ob sich die Fleischalternativen in Deutschland dauerhaft etablieren werden, hängt maßgeblich von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab. Auch wenn die beiden neuartigen Lebensmittel – und hier besonders Insekten – schon relativ bekannt sind, empfinden viele Menschen noch Angst oder Ekel gegenüber ihrem Konsum. Grund: sie wissen nicht genau , wie diese produziert werden und ob sie wirklich nachhaltig und gesund sind. Genau diese Unsicherheiten versucht das Exponat der Abteilung Biologiedidaktik gezielt abzubauen.

Produktionsabschnitte veranschaulicht

„Das Exponat ist aufgeteilt in eine Wandabwicklung und drei interaktive Tische. An der Wand werden die wichtigsten Produktionsschritte für einen Burger aus Insekten und In-vitro-Fleisch dargestellt. An den Tischen bekommen die Besucherinnen und Besucher vertiefende Informationen, zum Beispiel zur Nachhaltigkeit, Geschichte und Namensgebung von Nahrungsmitteln aus Rindfleisch, Insekten und In-vitro-Fleisch”, erklärt Alexander Eckes den Aufbau des Ausstellungsstückes.

Fleisch-Paradoxon auflösen

„Zusätzlich erhalten sie die Möglichkeit, über einen Fragebogen herauszufinden, wie sie im psychologischen Sinne auf neuartige Lebensmittel und Rindfleisch reagieren. Besonders interessant ist, dass die Besucherinnen und Besucher ihre eigene Angst und ihren Ekel gegenüber neuartigen Lebensmitteln mit den Daten von deutschlandweiten Vergleichsbefragungen, die wir im Rahmen von Untersuchungen in der Abteilung Biologiedidaktik durchgeführt haben, vergleichen können”, so Alexander Eckes. „Zusätzlich können die Besucherinnen und Besucher testen, welche Strategien sie zur Rationalisierung ihres Fleischkonsums nutzen. Im Prinzip geht es beim Test darum, herauszufinden, welche Argumente Menschen nutzen, um das so genannte Fleisch-Paradoxon aufzulösen, der paradoxen Situation, dass die meisten Fleischesser Tiere eigentlich lieben, sie es aber trotzdem – scheinbar gewissenlos – ertragen können, dass diese getötet werden, um sie anschließend zu verspeisen“, ergänzt Florian Fiebelkorn.

„Wir sind sehr stolz, Teil der Ausstellung auf der MS Wissenschaft zu sein und hoffen, den Besucherinnen und Besuchern ein wenig Angst vor Insekten und In-vitro-Fleisch zu nehmen und damit die Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung gegenüber den beiden neuartigen Lebensmitteln zu erhöhen“, sind sich die beiden Wissenschaftler einig. Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft legt 2020 in insgesamt 19 Städten in Deutschland an. Ein digitaler Rundgang durch das Schiff sowie ein Tourplan findet sich auf der Website des Schiffs.

PM
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