Was tun, wenn die Afrikanische Schweinepest kommt? Mit einer großen Tierseuchenübung haben die Veterinäre des Landkreises Osnabrück gemeinsam mit der Feuerwehr, der Polizei und der Jägerschaft im neuen Logistikzentrum Nord in Bersenbrück jetzt den Ernstfall geprobt.

Ausgangspunkt der Übung war der angenommene Fund eines infizierten toten Wildschweines auf dem ehemaligen Militärgelände in Bramsche-Achmer. Kreisrat Winfried Wilkens zog am Ende des ersten Tages der Übung eine positive Bilanz: „Wir haben gesehen, dass unser Krisenstab das Geschehen gut im Griff hat. Wir haben aber auch einige kleine Dinge gesehen, die sich optimieren lassen.“

Schweinepest breitet sich in Belgien aus


Hintergrund: In Belgien breitet sich die Afrikanische Schweinepest unter Wildschweinen aus und damit wächst die Gefahr einer Einschleppung nach Deutschland. Mit dieser Übung bereiten sich die Behörden deshalb auf einen eventuellen Seuchenausbruch in Deutschland vor. Ziel der Übung ist die Überprüfung der Meldesysteme und der kreis- und bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit der Behörden. Beteiligt sind Veterinäre und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreise Osnabrück und Steinfurt sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.

Krisenstab übt den Ernstfall

Nach der Meldung des angenommenen positiv getesteten Wildschweinfundes wurden vor Ort der Kadaver gesichert und im Logistikzentrum Nord der Krisenstab einberufen. Erstmals konnte bei dieser Übung die Ausstattung des Neubaus in Bersenbrück ganz praktisch getestet werden, wie Jörg Fritzemeier als Leiter des Veterinärdienstes für Stadt und Landkreis Osnabrück betont: „Die neuen Räume und die technische Ausstattung unseres Zentrums für den Nordkreis haben ihre Belastungsprobe gut bestanden.“ Mit einer speziellen Software, der zentralen Tierseuchendatenbank des Friedrich-Loeffler-Instituts, wurden Restriktionsgebiete unter Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse definiert. Eine Rolle spielen dabei zum Beispiel verschiedene Abstandszonen zum Fundort des infizierten Tieres, innerhalb derer bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssen. Da die Restriktionsgebiete aufgrund ihrer Größe bis in den Nachbarkreis Steinfurt reichen, beruft dieser seinerseits seinen Krisenstab ein, welcher in enger Absprache mit dem Kreis Osnabrück arbeitet.

Länderübergreifende Übung

Die mehrtägige Übung ist bewusst so angelegt, dass zwei benachbarte Kreise aus verschiedenen Bundesländern – der Kreis Osnabrück in Niedersachsen und der Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen – betroffen sind und die Aktivitäten im Falle eines Ausbruchs gemeinsam umsetzen. Bei einem Seuchenausbruch im Grenzgebiet zweier Bundesländer müssen die betroffenen Behörden eng zusammenarbeiten, um eine wirksame Bekämpfung der Tierseuche sicherstellen zu können.