Ganz am Ende der vergangenen Ratssitzung wurde es nochmals spannend, dennoch wurde der kurzfristig vom Anfang der Agenda nach hinten verschobene Tagesordnungspunkt nicht mehr groß diskutiert.

Die meisten Bürger hatten nach mehr als vier Stunden Mammutsitzung den Ratssitzungssaal schon verlassen, selbst der Pressetisch war zu diesem Zeitpunkt schon nahezu verwaist, da kam das Thema „Freiraum Petersburg“ zur Sprache.
Da der Bebauungsplan für den Güterbahnhof keinerlei kulturelle Nutzung mehr auf dem Gelände zulässt, soll nun die Stadtverwaltung Gespräche mit dem Freiraum Petersburg und der Stadtwerketochter ESOS führen und begleiten.

Der Hafen als neue Heimat für die Petersburger?



Ziel soll es sein, dem Kulturverein einen Standort am Osnabrücker Hafen, auf dem Gebiet der ehemaligen Winkelhauskaserne, zur Verfügung zu stellen, der es ihm ermöglicht, seine kulturellen und kreativen Projekte fortzuführen und weiterzuentwickeln. Auch weitere alternative Standorte sollen in dem Prozess noch mit den Kulturschaffenden erörtert werden.

Ringlokschuppen Osnabrück, alter Güterbahnhof
Liegt noch im Dornröschenschlaf: der Ringlokschuppen am alten Güterbahnhof

Ringlokschuppen nun gänzlich ohne Verwendung

Der Ringlokschuppen, der 2013 von der Stadt für 2 Millionen Euro gekauft wurde, dürfte damit als Alternativstandort für die Kulturschaffenden entfallen. Schon beim Kauf hatte man keine wirkliche Idee was man mit der Immobilie anfangen soll. In der Eile wurde sogar übersehen, dass der Vorvertrag, in dem man per Vorkaufsrecht einsprang, überhaupt keinen geeigneten Zufahrtsweg beinhaltete.
In den vergangenen Jahren war die Nutzung als Lagerraum und Bewirtschaftung einiger Freiflächen durch den Petersburg e.V. die einzige Nutzung der millionenteuren Ruine
Anette Meyer zu Strohen (CDU) wies in ihrem Redebeitrag auf die Unsinnigkeit der Verlagerung der Kulturszene in den Hafen hin, auch unter Bezugnahme des nun vollkommen nutzlos gewordenen Invests in den Ringlokschuppen.

Unter Enthaltung von Christopher Cheeseman (parteilos), UWG und Piraten, sowie gegen das Votum der CDU, wurde der Antrag von SPD, Grünen, FDP, Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert angenommen.