Der geschäftsführende Bundesfinanzminister Jörg Kukies (SPD) warnt vor einer Eskalation des durch die USA ausgelösten Handelskriegs und zeigt sich skeptisch gegenüber der von US-Präsident Donald Trump angekündigten 90-tägigen Zoll-Pause. Kukies betont die Notwendigkeit von Verhandlungen und warnt gleichzeitig vor den Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen China und den USA auf den globalen Handel.
Warnungen vor Handelskriegen und deren Folgen
Jörg Kukies sieht in der Zoll-Pause der USA eine mögliche Erhöhung der Unsicherheit. Dem „Handelsblatt“ sagte er: „Das erhöht die Unsicherheit möglicherweise sogar noch weiter. Es ist ja durchaus denkbar, dass das Ganze nach 90 Tagen wieder hoch eskaliert.“ Die von der EU-Kommission angekündigte Aussetzung ihrer Gegenmaßnahmen für 90 Tage bezeichnete Kukies als „richtig“, da die Strategie auf Verhandlungen statt Eskalation setze. Sollte es jedoch zu neuen Zöllen kommen, erwäge die EU laut dem Bundesfinanzminister ein umfangreiches Paket als Antwort: „Sollte es aber neue Zölle geben, würde die EU mit einem umfangreichen Paket antworten.“
Herausforderung des Handelskonflikts USA-China
Jörg Kukies äußerte zudem Besorgnis über den Handelskonflikt zwischen China und den USA, der schwerwiegende Konsequenzen für den globalen Handel habe. „Mir ist tatsächlich noch nicht ganz klar, wie das in der Praxis funktionieren soll: extrem hohe Zölle für ein Land, niedrige für alle anderen“, sagte Kukies. Dies könne zu Umgehungsreaktionen führen, bei denen Produkte in einem anderen Staat endmontiert würden, während die Komponenten weiterhin aus China stammten.
Finanzmärkte im Fokus
Trotz der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten und des starken Anstiegs der Renditen von US-Staatsanleihen relativiert Kukies die Befürchtungen einer neuen Weltfinanzkrise. „Der Renditeanstieg war sehr signifikant, das will ich auch nicht kleinreden. Aber alle Marktteilnehmer, mit denen wir gesprochen haben, haben bestätigt, dass wir keine chaotischen Märkte erlebt haben“, so Kukies. Die Bewegungen an den Märkten hätten sich innerhalb des Rahmens abgespielt, den man nach der Finanzkrise geschaffen habe, um in Krisen widerstandsfähiger zu werden: „Das bewegte sich alles in dem Rahmen, den wir nach der Finanzkrise geschaffen haben, um in Krisen widerstandsfähiger zu werden.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .