# Kritik an späterem Renteneintritt nur für Akademiker Datum: 18.06.2025 15:48 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/kritik-an-spaeterem-renteneintritt-nur-fuer-akademiker-605983/ --- Arbeitsmarktexperten und die IG Metall haben den Vorschlag von Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) kritisiert, das Renteneintrittsalter für Akademiker zu erhöhen. Sie warnen davor, einzelne Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen und betonen die Notwendigkeit umfassender Reformen. Auch von Seiten der Wirtschaftsforschung wird eine differenziertere Herangehensweise gefordert. ## Kritik am Vorstoß für späteres Rentenalter bei Akademikern Arbeitsmarktexperten und die Gewerkschaft IG Metall haben sich ablehnend zum Vorschlag von Danyal Bayaz (Grüne), Finanzminister von Baden-Württemberg, geäußert, das Renteneintrittsalter für Akademiker zu erhöhen. Hans-Jürgen Urban, Sozialvorstand der IG Metall, sagte den Zeitungen der „Mediengruppe Bayern“ (Donnerstagsausgaben): „Niemandem ist geholfen, wenn innerhalb des Rentensystems einzelne Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.“ Er betonte, dass die Belastungen im Beruf weniger vom Bildungsgrad, sondern viel mehr von den konkreten Arbeitsbedingungen abhingen. „Stress und Arbeitshetze sorgen dafür, dass Burnout für alle zur Volkskrankheit Nummer eins wird.“ ### Wirtschaftsforschung mahnt umfassende Rentenreform an Auch Sandra Zimmermann, Head of Scientific Dialogue beim Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR, äußerte Kritik an dem Vorschlag. Gegenüber der „Mediengruppe Bayern“ erklärte sie: „Ich finde Regelungen für einzelne Personengruppen extrem schwierig und auch nicht zielführend, um das Grundproblem zu lösen.“ Sie forderte, dass für eine Lösung des Problems grundsätzlich eine Rentenreform notwendig sei: „Man müsste an eine Rentenreform rangehen, um das Problem zu lösen.“ ### Individuelle Bedürfnisse statt starre Altersgrenzen Der Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, Enzo Weber, plädierte dafür, sich bei der Altersgrenze stärker an den individuellen Bedürfnissen der Arbeitnehmer zu orientieren. Den Zeitungen sagte Weber: „Wir sollten künftig keine Pflöcke mehr an Altersgrenzen einschlagen. So könnte man es ermöglichen, dass Arbeitsverträge nicht automatisch an der Regelaltersgrenze enden, sondern nur, wenn das explizit gewünscht ist.“ Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 18. Juni 2025 15:48. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück