Deutschland & die Welt Korruptionsjäger Eckert kritisiert FIFA-Ethikkommission

Korruptionsjäger Eckert kritisiert FIFA-Ethikkommission

-


Foto: Fußbälle, über dts

Berlin (dts) – Der ehemalige FIFA-Chefethiker Hans-Joachim Eckert hat zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland und gut ein Jahr nach seinem Ausscheiden die jetzige Ethikkommission der FIFA kritisiert. Diese sei „weniger als ein Feigenblatt“, sagte er dem „Handelsblatt“. FIFA-Präsident Gianni Infantino fehle ein Gegenpol.

„Es ist niemand mehr da, der ihm auf die Finger schaut.“ Die heutige Chefin der Ethikkommission, die Kolumbianerin Maria Rojas, habe verschwiegen, dass sie mit dem ehemaligen Verbandspräsidenten Kolumbiens, Luis Bedoya, gut bekannt ist. „Und den habe ich wegen Korruption lebenslang gesperrt“, sagte Eckert. Er selbst hatte im Mai 2017, kurz vor einem FIFA-Kongress in Bahrein, erfahren, dass man die Ethikkommission in der alten Form nicht mehr braucht. „Wir sind auf dem halben Weg gestoppt worden“, sagte er rückblickend. Eckert, bayerischer Richter und langjähriger Korruptionsjäger, hatte in seiner Zeit bei der FIFA von 2012 bis 2017 rund 80 Fälle bearbeitet, zudem den Ex-Präsidenten Sepp Blatter aus seinem Amt enthoben. Im Gegensatz zu Nachfolger Infantino war Blatter „knallhart im Job, kam aber sehr menschlich rüber“, sagte Eckert. Blatter habe in der FIFA-Zentrale von der Empfangsdame bis zur Putzfrau mit jedem geredet. „Padre Padrone, wenn man so will.“ Infantino sei dagegen völlig distanziert. Eckert habe ihn kaum gesehen, zudem habe sich das Personal immer wieder über seinen Führungsstil beklagt. Und der Jurist geht noch einen Schritt weiter: „Was Gianni Infantino derzeit macht, ist die permanente Überschreitung der ihm satzungsmäßig vorgeschriebenen Kompetenzen.“ Er rät den Sponsoren des Weltverbandes, ihre Macht stärker zu nutzen. „Warum soll ein Geldgeber nicht durch eigenständige Kontrollen bei dem geförderten Verband prüfen dürfen, ob alles rechtens ist?“, fragte Eckert. Aber er sei auch Realist. „Es ist ein irrsinniger Markt mit irrsinnig viel Geld, das zirkuliert“, sagte Eckert. „Wenn man sieht, welche Milliardensummen im Fußball bewegt werden, dann versaut das die Moral.“


[the_ad_placement id="basic-banner-unten"]
dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

aktuell in Osnabrück

22-Jährige im Zug sexuell belästigt – Amtsgericht Osnabrück verhandelt im beschleunigten Verfahren

Die Bundespolizei hat Freitagmittag, den 26. Februar 2021, einen 36-Jährigen wegen Verdachts der sexuellen Belästigung einer 22-Jährigen festgenommen. Das...

IG Metall Osnabrück kündigt erste Warnstreiks in der Region an

In der dritten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber der IG Metall ein Angebot für die rund 17.000 Beschäftigten im Tarifgebiet...

Bericht: Arminia Bielefeld entlässt Trainer Neuhaus

Foto: Fußball, über dts Bielefeld (dts) - Der Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld hat sich offenbar von Cheftrainer Uwe Neuhaus getrennt....

„Kicker“: Arminia Bielefeld entlässt Cheftrainer Neuhaus

Bielefeld (dts) - Die dts in Halle (Saale) verbreitet soeben folgende Blitzmeldung aus Bielefeld: "Kicker": Arminia Bielefeld entlässt...

 

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion

Hasepost Zeitung für Osnabrück

Kostenfrei
Ansehen