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Kommentar: Wenn der Schneesturm ausbleibt, war die Entscheidung trotzdem richtig

📍Ort des Geschehens: Osnabrück (Gesamtstadt)

Am Freitagmorgen (9. Januar) stand in Stadt und Landkreis Osnabrück vieles still: Schulen blieben geschlossen und Busse fuhren zunächst nicht. Der Grund war Sturmtief „Elli“, das mit Warnungen vor heftigem Schneefall und gefährlichen Straßenverhältnissen angekündigt worden war. Am Ende blieb der große Schneesturm (zumindest bislang) aus. Und prompt wurde Kritik laut: übertrieben, unnötig, Panikmache. Doch diese Kritik greift zu kurz.

Ein Kommentar von Dominik Lapp

Wetterwarnungen sind keine nachträglichen Zustandsbeschreibungen, sondern Prognosen unter Unsicherheit. Sie beruhen auf Modellen, Wahrscheinlichkeiten und Erfahrungswerten – nicht auf Gewissheiten. Wer im Nachhinein argumentiert, es sei doch gar nicht so schlimm gekommen, übersieht den entscheidenden Punkt: Wäre es schlimmer gekommen, hätte man den Verantwortlichen vorgeworfen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.

Gerade bei Schulen und im öffentlichen Nahverkehr geht es nicht um Bequemlichkeit, sondern um Sicherheit. Glatte Straßen, umstürzende Bäume, eingeschränkte Sicht – all das kann in den frühen Morgenstunden schnell gefährlich werden, vor allem für Kinder und Jugendliche. Entscheidungen müssen getroffen werden, bevor klar ist, wie sich ein Wetterereignis tatsächlich entwickelt. Abwarten bis zur letzten Minute ist dabei keine Option.

Dass Osnabrück am Ende glimpflich davongekommen ist, ist kein Beweis für eine Fehlentscheidung, sondern schlicht Glück – oder das Ergebnis einer Wetterlage, die sich anders entwickelt hat als befürchtet. Vorsorge heißt, Risiken ernst zu nehmen, auch wenn sie sich nicht immer realisieren.

In Zeiten zunehmender Wetterextreme wird diese Abwägung eher schwieriger als einfacher. Wer jetzt fordert, beim nächsten Mal weniger konsequent zu handeln, spielt mit genau den Szenarien, vor denen man eigentlich schützen will. Deshalb gilt: Lieber einmal zu viel gewarnt als einmal zu wenig, wie bei der Ahrtal-Katastrophe im Juli 2021. Verantwortungsvolles Handeln misst sich nicht daran, wie ruhig es im Nachhinein geblieben ist – sondern daran, ob man auf das Mögliche vorbereitet war.


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„Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.“ (C. G. Jung)
Bitte denken Sie mehr. Ihr Heiko Pohlmann


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Dominik Lapp
Dominik Lapp
Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.
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