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Kommentar: Neue Coronaproteste am Wochenende geplant: Wer maschiert da eigentlich?

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Am vergangenen Samstag trafen sich rund 2.300 Personen am Willy-Brandt-Platz und zogen dann in einem Protestmarsch über den Wall. Für das kommende Wochenende wurde erneut ein Protest angemeldet. Unter dem Motto „Grundrechte sind nicht verhandelbar“ plant der Veranstalter mit etwa 2.000 Personen im Schlossgarten; vermutlich werden es mehr.

Die Forderungen auf den Plakaten, die am vergangenen Samstag zu sehen waren, richteten sich gegen einen Impfzwang, die aktuellen Coronaregeln oder angebliche Experimenten an Kindern. Und auch das bei den ausländerfeindlichen Protesten im Jahr 2015 zu zweifelhaften Ehren gekommene Unwort „Lügenpresse“ war vergangenen Samstag auf einem Plakat zu lesen.

Skeptiker oder Verschwörungstheoretiker

„Freiheit“ oder „Keine Diktatur“ riefen die Männer, Frauen und Kinder, die mit ihrem Protestzug um den Wall zogen. Ihre Beweggründe bei solchen Demonstrationen mitzulaufen sind unterschiedlich: Manche sind offenbar skeptisch den Impfstoffen gegenüber, manche finden die Coronaregelungen falsch, mache vermuten eine weltweite Verschwörung hinter dem Virus.

Medien als Bösewichte

Neben Politikerinnen und Politikern (mit „Merkel muss weg“ Plakaten allerdings nicht ganz auf der Höhe der Zeit) sind besonders häufig Medienvertreter im Fokus der Demonstrierenden. In der Telegram-Gruppe der Bürgerbewegung Osnabrück wurden konkret die Kolleginnen und Kollegen der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) als „Lügenpresse“ bezeichnet; auf Plakaten werden Journalisten als Teil einer angeblichen Verschwörung identifiziert. Glaubt man einigen Kommentaren auf der Facebookseite der HASEPOST, dann soll auch unsere Redaktion Teil dieser Verschwörung zu sein.

Die problematische Mischung

Mit Sicherheit treibt viele der Demonstrierenden echte Sorge. Doch es gibt eben auch die anderen: In der oben genannten Telegram-Gruppe werden regelmäßig antisemitische Parolen, Verschwörungsmythen und Videos des NS-Politikers Joseph Goebbels geteilt. Krude Thesen des einstigen Vegankoch Attila Hildmann werden in dieser Gruppe regelmäßig verbreitet. Einige Mitglieder vergleichen sich, obwohl ansonsten kritiklos Thesen von Nazi-Massenmördern übernommen werden, mit verfolgten Jüdinnen und Juden und verharmlosen den Holocaust. Gleichzeitig glauben sie an eine jüdische Weltbeherrscherelite – eine bekannte Verschwörungserzählung.

Will der „besorgte Bürger“ wirklich Schulter an Schulter mit diesen Leuten marschieren?

Sophie Scherler
Sophie Scherler ist seit März 2018 Redakteurin bei der Hasepost, zwischenzeitlich absolvierte Sophie Scherler erfolgreich ein Volontariat bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Seit Herbst 2021 ist sie wieder angestelltes Mitglied unserer Redaktion.

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