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Kommentar: Frau Pötter, „einfach machen“!

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„Nicht nur reden, einfach machen!“

Mit diesem auf fünf Worte eingedampften Programm sind Sie, liebe Frau Oberbürgermeisterin, im vergangenen Sommer in den Wahlkampf um den Chefsessel im Rathaus gestartet. Erfolgreich.

„Einfach gemacht“ haben es jetzt auch drei Jungunternehmer am Neumarkt und den Ekel-Platz der Stadt geputzt. Das aber wäre eigentlich die Aufgabe der Stadtverwaltung, der Stadtwerke und der Politik gewesen, die aber verzetteln sich immer mehr mit anderen Aufgaben. Jetzt ist es an der Zeit, zu „machen“!

Eine Kommentar von Heiko Pohlmann.

Wo waren bitte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Stadtwerke, als es am Freitag darum ging, den Neumarkt wenigstens ein klein wenig wieder herzurichten?
Und nein, es geht beim Neumarkt nicht allein darum, die beiden Schrottimmobilien Kachelhaus und Ypso-Haus vom Dreck der vergangenen Jahre zu reinigen.

Automatisch gespeicherter Entwurf

Auch die Bushaltestellen-Ruine Neumarkt ist einfach nur ekelhaft.
Und weiter geht es rund um den erst vor wenigen Jahren für einen Millionenbetrag geöffneten Bereich „Öwer de Hase“ (bei Kaufhof), der sich in einigen Ecken inzwischen irgendwo zwischen Penner-Slum und öffentlicher Bedürfnisanstalt eine neue Funktion gesucht hat.
Von der Johannisstraße will ich mal schweigen, für den Spätsommer ist ja die Fertigstellung des Umbaus geplant. Allerdings befürchte ich, dass es bei dem „besonderen Publikum“ in diesem Bereich von Anfang an eine Null-Toleranz-Strategie braucht, damit es nicht bald wieder so schlimm aussieht wie vor der Neugestaltung. Aber das ist ein anderes Thema.

Baustellen-Moratorium jetzt

Statt bereits begonnene Baustellen schnell abzuarbeiten, wird eine Baustelle nach der anderen aufgemacht und ganze Stadtteile wie Hellern, Lüstringen und der Schinkel sind inzwischen kaum noch erreichbar. Jedenfalls nicht mit dem Bus oder dem Auto – einzig mit dem Fahrrad. Ein Schelm, der dahinter nicht die Agenda einer kleinen Clique ökobeseelter Feierabendpolitiker im Stadtrat und des Chefs der Bauverwaltung vermutet, die viel zu lange von Ihrem Vorgänger an der langen Leine laufen gelassen wurden.

Wie wäre es denn mit einem Baustellen-Stopp, bis alle in den vergangenen Monaten angefangenen Baustellen abgearbeitet sind?

Wartezeiten in der Stadtverwaltung abbauen

Wann kommt die Digitalisierung der Stadtverwaltung? Die ist dringend notwendig, damit die aktuell ganz offensichtlich total überlasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich um die Prozesse und Bürgerangelegenheiten kümmern können, die wirklich einen Besuch im Stadthaus erfordern.

Alle Ausgaben auf den Prüfstand

Wieso gibt es nicht längst einen Ausgabenstopp für nicht dringend notwendige Projekte?
Es kommen schon bald harte Zeiten auf uns zu; das jetzt verjuxte Geld wird uns bald bitter fehlen.
Stattdessen feiern wir weiter mit städtischen Geldern das weit entfernte Morgenland, leisten uns eine provinzielle Kunsthalle, die hart daran arbeitet, am Publikumsgeschmack vorbei zu existieren, und wir tun immer noch so, als ob wir uns eine intern längst auf 100 Millionen Euro geschätzte Sanierung des Stadttheaters leisten könnten.

Sicherheit und Sauberkeit jenseits des Neumarkts

Einfach machen! Schicken Sie den Osnabrücker Service Betrieb (OSB) gleich Montag los, um rund um den Neumarkt für nachhaltige Sauberkeit zu sorgen.
Und bitte das OS-Team gleich hinterher, denn es gibt durchaus einen Strafenkatalog für achtlos weggeworfene Zigarettenkippen oder das Herumlungern am Straßenrand etc. – die Mitarbeiter müssen nur „machen“.
Auch der offene Drogenhandel im Schlossgarten, direkt neben dem Ratsgymnasium und der Uni-Mensa, wäre mal eine Aufgabe, die dringend auf eine Lösung wartet.

Am Rosenplatz die Rampen abbauen und Rosen pflanzen

Und ich kann mir gut vorstellen, wie groß der Jubel wäre, wenn am Rosenplatz die seit mehr als sechs Jahren defekten „Rampen“ in der kommenden Woche einfach abgebaut würden und an der Stelle schöne Rosenbeete entstehen könnten. Machen!

Wir brauchen kein Graffiti-Konzept, sondern Taten

Und war da nicht auch was mit Graffiti? Wurde die Verwaltung nicht bereits im Frühjahr beauftragt, ein Konzept gegen die Schmierereien zu entwickeln und auch den VfL mit in die Verantwortung seiner „Fans“ (Ultras etc.) zu nehmen? Wir brauchen keine Konzepte. Lassen Sie einfach die Schmierereien entfernen. Machen, nicht debattieren und Konzepte abwarten.

Ich weiß, Sie können das!
Als Leiterin des Corona-Krisenstabs haben Sie einen mehr als guten Job gemacht, Sie gelten nicht umsonst als „Macherin“.
Machen Sie damit jetzt weiter und setzen Sie sich gegen die Feierabendpolitiker im Stadtrat durch, die nur eines können: sinnlos Geld verbrennen und sich in immer neuen Projekten verzetteln.

Ich weiß auch, ich stelle mir das vielleicht zu einfach vor. Aber Sie wurden nicht in das Amt gewählt, weil es einfach ist, sondern weil Sie es können. 

 


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Vielleicht kann ein Kommentar in der Hasepost dabei helfen, neue Gedanken zu denken oder bestehende An- und Einsichten nochmals zu überdenken, dann haben wir und unsere Autoren etwas richtig gemacht und ganz generell zum Denken angeregt.

„Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.“ (C. G Jung)
Bitte denken Sie mehr, Ihr Heiko Pohlmann.


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Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11
 

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