4.000 Jahre durch die Zeit – und das in nur zehn Wochen: Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren unternahmen gemeinsam eine künstlerische Zeitreise und entdeckten die Schätze des Kulturgeschichtlichen Museums auf ihre Art und Weise. Gemeinsam fertigten sie eigene Werke zu verschiedenen Epochen an.

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 11 bis zum 24. März präsentiert das Museum die künstlerischen Projekte der Kinder. Realisiert wurde die Zeitreise vom Kulturgeschichtlichen Museum, der Lagerhalle, dem Exil e.V., der Musik- und Kunstschule, sowie der Stiftung der VGH Versicherungen.

Von der Bronzezeit bis Heute



„Als ich angefangen habe die Zeitreise zu entwickeln, habe ich mir zunächst mal angesehen, aus welchen Zeiten hier im Museum Objekte zu finden sind“, erklärt Henning Lichtenberg, Dozent der Musik- und Kunstschule, der das Projekt mit den Kindern pädagogisch und künstlerisch betreute. „Dann habe ich geschaut, was sich alles dazwischen befindet und wie man Anknüpfungspunkte zum Leben der Kinder finden kann. Es ging zum Beispiel um die Frage, wie Kinder im Mittelalter gelebt und gespielt haben.“ Daraus entwickelte sich die kindgerechte Zeitreise, die jetzt mit der Ausstellung der Kunstwerke ihren Abschluss findet.

4.000 Jahre durch die Zeit

An insgesamt zehn Terminen führte Henning Lichtenberg seine kleinen Künstler durch die verschiedenen Epochen im Museum. Danach ging es in die Werkstatt, um zu den Themen selbst kreativ zu werden. Dabei ging es nicht um enge Vorgaben oder genau Ergebnisse. „Wir wollen hier ein kleiner Gegenpol zu den Schulen sein und den Kinder die Möglichkeit geben, die eigene Kreativität zu entwickeln“, berichtet Martin Fenner, Leiter der Kunstwerkstatt der Musik – und Kunstschule. Lichtenberg bestätigt: „Am Anfang waren die Kinder ganz vorsichtig und haben immer gefragt, ob sie zum Beispiel eine bestimmte Farbe benutzen dürfen. Aber hier geht es nicht um die Erfüllung von Vorgaben, sondern darum, eigene Wünsche zu erfüllen.“ Das taten die insgesamt acht Teilnehmer dann auch – sie bastelten, zeichneten und bauten eine eigene kleine Ausstellung.

Künstlerische Zeitreise
Wie könnte die perfekte Stadt aussehen? Die Kinder haben sich ihre eigenen Gedanken gemacht

Förderung durch die Stiftung der VGH Versicherungen

Ermöglicht wurde das Projekt auch durch die finanzielle Förderung der Stiftung der VGH Versicherungen. „Wir sind eine der größten Kultur- und Literaturstiftungen in Niedersachen“, berichtet Dr. Michael Kottmann, der Regionaldirektor der VGH Versicherungen Osnabrück. „Museumspädagogik ist dabei ein großes Thema und Kinder nicht leicht zu erreichen.“ Deswegen habe man sich entschlossen die Zeitreise zu fördern. Ein besonderes Highlight für die Kinder, aber auch für Henning Lichtenberg, war die „Blutsbrüder“-Ausstellung. „Das war wirklich großartig. Wir haben mit Pfeil und Bogen geschossen, uns mit einem Schwarzbären fotografiert und danach in der Werkstatt kleine Medizinbeutel aus Echtleder gebastelt“, so Lichtenberg.

Noch bis zum 24. März können die Objekte der kleinen Künstler im Kulturgeschichtlichen Museum besucht werden. Ob das Projekt in Zukunft weiter besteht, ist noch unklar. Allerdings äußerten alle Beteiligten den Wunsch dazu: „Für mich hätte es noch unendlich weiter gehen können“, schwärmt Lichtenberg. „Die zehn Wochen waren eigentlich viel zu kurz.“