Die betroffenen Anwohner der Busliniennetzänderung für die Anbindung Hörne fühlen sich übergangen. Im vergangenen Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wurde bloß ein Vorschlag zur neuen Anbindung Hörne vorgstellt. Allerdings kam ein zweiter Alternativvorschlag des vergangenen Bürgergesprächs am 15. August viel besser bei den Betroffenen an. Wieso wurde diese „Alternative 2“ nicht weiterverfolgt?

Bei der Vorstellung des Busliniennetzes 2019 im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) am vergangenen Donnerstag, 6. September, wurde für die Strecke Osnabrück Hörne lediglich eine von zwei Lösungsvarianten vorgestellt. Bei diesem Lösungsvorschlag soll die Linie Sandgrube bis nach Hörne verlängert werden. Allerdings soll die neue Linie 42 nur im 60-Minuten-Takt fahren und folgt dabei der bisherigen Linie 92. Allerdings fährt die Linie 92 bisher im 20-Minuten-Takt. Dieser Lösungsvorschlag würde die Stadtwerke ca. 220.000 Euro im Jahr kosten.

Vorgestellter Lösungsvorschlag zur Anbindung Hörne
Vorgestellter Lösungsvorschlag zur Anbindung Hörne (Quelle: Stadtwerke/Planos)

Im Bürgergespräch wurden zwei Lösungsvorschläge präsentiert

Am 15. August wurde im Bürgergespräch noch eine zweite Variante präsentiert, die im zuständigen Ausschuss völlig außer Acht gelassen wurde. Die zweite Alternativoption bietet den Anwohnern zwar keine direkte Fahrtmöglichkeit bis zum Neumarkt, dafür eine Querverbindung über die Haltestelle „Zur Spitze“ hoch zum Heger Friedhof und weiter bis zum Klinikum. Eine Umsteigemöglichkeit in die Innenstadt wäre an der Lengericher Landstraße in eine zukünftig elektrifizierte und beschleunigte Metrobuslinie M4 möglich, welche zum Neumarkt fährt. Auch sei ein Umstieg an der Rheiner Landstraße denkbar.

Beide Lösungsvorschläge haben Vor- und Nachteile

Das sind beides zwei sehr unterschiedliche Lösungsvorschläge zur Anbindung von Hörne mit ihren jweiligen Vor- und Nachteilen. Jedoch erhielt diese zweite Variante beim Bürgergespräch mehr Zuspruch seitens einiger Anlieger. „Wird die Line so umgesetzt wie von den Stadtwerken vorgeschlagen, nur stündlich und wieder durch die Wüste, so wird dies dazu führen, dass die Linie aufgrund enormer Unattraktivität noch mehr gemieden wird“, äußert ein betroffener Anwohner seine Bedenken. Allerdings könne die Bussituation auch nicht so weitergeführt werden, wie die Linie 92 momentan fährt: „Der Linienweg durch die Wüste ist für uns einfach nur ein Umweg, den wir schon seit circa 10 Jahren auf uns nehmen müssen um in die Stadt zu kommen. Dies ist unser größtes Hauptproblem.“ Ein Wunsch der Anlieger war es, diese Verbindung zum Finkenhügel im mindestens 30-Minuten-Takt nutzen zu können. Eine weitere Überlegung war es, eine Rufbus-Verbindung einzuführen. Ebenfalls stand eine Ausdehung der Verbindung in beide Richtungen im Raum beim vergangenen Bürgergespräch. Diese hätte bis nach Sutthausen bzw. bis zur Haltestelle „Wissenschaftspark (ICO)“ ausgedehnt werden können.

Hohe Beteiligung an der Rückemeldung zum Busliniennetz 2019 bezüglich Anbindung Hörne

Rückmeldung aus dem Beteiligungsverfahren
Rückmeldung aus dem Beteiligungsverfahren (Quelle: Stadwerke/ Planos)

Vorallem ist die Route nach Hörne ein Thema, welches die Bürger stark beschäftigt. Das zeigen auch die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung von August: Ganze 20 Prozent haben sich bezüglich des Wegfalls der Linie nach Hörne an der Rückmeldung zum Busliniennetz 2019 beteiligt. Diese Öffentlichkeitsbeiteiligung wurde durchgeführt, um über die aktuellen Planungsentwürfe des Busliniennetz 2019 zu informieren und Anmerkungen in die weitere Planungsrbeit der der Stadtwerke einfließen zu lassen. Die wesentlichen Rückmeldungen der Beteiligung besagen, dass die Anbindung an die Schulstandorte sichergestellt werden müsse. Ebenfalls soll eine M4-Linie im 10-Minuten-Takt eingeführt und eine Verbesserung der Haltestellensituation „Hellern Spitze“ angestrebt werden. Ursprünglich war ein Wegfall der Anbindung Hörne geplant. Allerdings sagen die Rückmeldungen aus, dass kein Komplettwegfall der Anbindung Hörne gewünscht ist.

„Wesentliche Vorteile bei der vorgestellten Lösungsvariante“

Aber warum wurde eine Lösungsvariante im zuständigen Ausschuss ausgelassen? „Ein eindeutiges Votum für eine der beiden vorgestellten Varianten war für uns im Bürgergespräch nicht eindeutig erkennbar“, so Marco Hörmeyer, Pressprecher der Stadtwerke Osnabrück. „Aus unserer fachlichen Sicht gibt es jedoch zwei wesentliche Vorteile bei der vorgestellten Variante: Zum einen können die Fahrgäste weiterhin eine, wenn auch bezüglich der Häufigkeit reduzierte, umsteigefreie Fahrtmöglichkeit in Richtung Innenstadt nutzen. Zum anderen würden die Schulstandorte insbesondere im Stadtteil Wüste weiterhin direkt und umsteigefrei angebunden. Der mögliche Umstieg an der Haltestelle Hellern, Spitze und sowie der mögliche Wegfall der direkten Anbindung der Schulstandorte im Stadtteil Wüste wurden von vielen Bürgern in der Diskussion am 15. August nach unserer Auffassung sehr kritisch gesehen. Vor diesem Hintergrund haben wir im Stadtentwicklungsausschuss der Politik diese Variante als möglichen Lösungsvorschlag für die Anbindung von Hörne vorgeschlagen.“

Anwohner wünschen sich genauere Erklärung der Stadtwerke

Ein Vertreter der Anwohner bemängelt ebenfalls, dass es am Donnerstag für ihn auch eine Überraschung hinsichtlich des Schülerverkehrs gab: „Es wurde immer behauptet, dass der Schülerverkehr gesondert betrachtet wird und weiter stattfinden wird aber bei der aktuellen Rechnung der Stadtwerke wird der Verdichterverkehr für Schüler mit in die Rechnung einbezogen. Wir wünschen uns von den Stadtwerken eine genauere Erklärung zu dieser Rechnung  und nicht einfach eine Zahl von 220.000 Euro im Jahr.“ Hörmeyer entgegnet darauf, dass zu seiner eigens getätigten Aussage kein Widerspruch bestehe. „Mit dem Stundentakt und den ergänzenden Verdichterfahrten könnte zu den Schulbeginn- und Schulendzeiten der Schülerverkehr im vollem Umfang sichergestellt werden. Wegen der gestaffelten Schulendzeiten im Stadtgebiet erscheint es jedoch sinnvoller, entsprechende Taktfahrplanzeiten für die Schüler insbesondere am Nachmittag anzubieten und keine gesonderten Einsatzfahrten zu planen“, begründet Hörmeyer seine Aussage.