Osnabrück „Kein Fingerspitzengefühl!“ - Osnabrücker SPD und FDP kritisieren Trampolinverbot...

„Kein Fingerspitzengefühl!“ – Osnabrücker SPD und FDP kritisieren Trampolinverbot in Kleingärten

-

Eine neue Regelung der Osnabrücker Stadtverwaltung untersagt die Nutzung von Trampolinen in Kleingärten. Die Osnabrücker SPD und FDP kritisieren das Verbot scharf. 

„Die Alltagsgestaltung für Familien mit Kindern ist eigentlich immer eine Herausforderung. Sollen unsere Kleinsten nicht immer zu Hause vor dem Bildschirm ´geparkt´ werden, sind Spaziergänge, Spielplatzbesuche oder ähnliches immer eine sehr willkommene Abwechslung. In den aktuellen Corona-Zeiten ist dies jedoch nur eingeschränkt bzw. gar nicht möglich. Die SPD-Fraktion reagiert daher mit Unverständnis und Kopfschütteln auf eine Regelung der Osnabrücker Stadtverwaltung, die seit Mitte März die Nutzung von Trampolinen in Kleingärten untersagt“, erläutern Frank Henning, SPD-Fraktionsvorsitzender, und Kerstin Lampert-Hodgson, familienpolitische Sprecherin der SPD im Osnabrücker Rat. „Gerade Familien, die kein eigenes Haus mit Grundstück haben, wird es durch diese Regelung verwehrt, ihren Kindern in Zeiten von Kontaktsperren, Kitaschließungen und Spielplatzsperrungen eine willkommene Abwechslung zum Toben und Auspowern zu bieten. Der Lagerkoller der Kinder wird damit doch nur unnötig vergrößert“, so Henning und Lampert-Hodgson weiter.

Verständnis und Solidarität nötig

„Erschreckend finden wir aber auch, dass offensichtlich andere Kleingärtnerinnen oder Kleingärtner die Regelung zum Anlass nehmen und eigene Parzellengenossinnen und –genossen an den Pranger stellen. In diesen momentan nicht einfachen Zeiten, ist es aus unserer Sicht doch eher angebracht, dass man zusammenhält, sich gegenseitig unterstützt und Verständnis und Solidarität entwickelt. Das Pochen auf diese kleinliche Regel ist daher mehr als fragwürdig. Noch fragwürdiger ist es aber, warum der Bezirksvorstand der Kleingärtner eine solche Baurichtlinie überhaupt initiiert hat“, so Henning und Lampert-Hodgson abschließend.

Kritik auch von der FDP

„Die Vorgabe der Kleingärtenvereine in Osnabrück, die Verpflichtung Trampoline und Planschbecken abzubauen, entsetzt mich!“ so der Osnabrücker FDP Vorsitzende Moritz Gallenkamp. Er führt weiter aus: „Kinder leiden besonders unter der Corona-Krise. Sie dürfen nicht in Kindergärten, nicht in die Sportvereine, nicht in die Schule und Spielplätze sind gesperrt. Für manche Kinder ist der Kleingarten die einzige Möglichkeit sich auszutoben. Diese letzte Möglichkeit wird ihnen jetzt auch noch eingeschränkt, weil manchen Menschen ihre Ordnung und ihr gewohntes Leben wohl wichtiger zu seien scheinen, als das Gemeinwohl von Kindern. Die Sorge, dass die Stadt die Flächen als Bauland „annektieren“ könnte, ist meiner Ansicht nach Augenwischerei. Wenn die Stadt die Kleingärten auflösen würde, müsste sie Ersatzflächen anbieten. Diese hat die Stadt nicht.“

Kinder müssen Krise noch lange ausbaden

Auch die Aussage, dass Trampoline bei Sturm durch die Luft fliegen könnten ist  für Gallenkamp nicht nachvollziehbar: „Es könnten Auflagen gemacht werden, wie diese gesichert werden müssten. Auch könnten sie gekennzeichnet werden, sodass man sie zuordnen kann. Schließlich können bei einem Sturm auch Hollywoodschaukeln oder Gartenmöbel durch die Luft fliegen und Schäden anrichten,“ so Gallenkamp weiter. „Es sollte geprüft werden, ob die Schrebergärtenvereine tatsächlich gemeinnützig handeln. Einige führen in ihrer Satzung aus, dass es u.a. ihre Aufgabe sei, die Kinder- und Jugendpflege zu fördern. Das tuen diese Vereine in der aktuellen Krise mit diesen Maßnahmen sicherlich nicht. Diejenigen, die Kindern diese wichtige Möglichkeit des Ausgleichs und Freude nehmen, sollten daran denken, dass die Kinder noch lange Zeit die Krise ausbaden müssen, sozial und finanziell“, so Gallenkamp.



[the_ad_placement id="basic-banner-unten"]
PM
Täglich erreichen uns dutzende Pressemitteilungen, von denen wir die auswählen, die wir für unsere Leser für relevant und interessant halten. Sofern möglich ergänzen wir die uns übermittelten Texte. Sofern nötig kürzen wir allzu werberische Aussagen, um unsere Neutralität zu wahren. Für Pressemitteilungen der Polizei gilt: diese werden bei Fahndungsaufrufen oder Täterbeschreibungen grundsätzlich nicht gekürzt.

aktuell in Osnabrück

Polizei Osnabrück warnt vor Taschendieben in der Innenstadt

Seit einigen Wochen registriert die Polizei wieder mehr Taschendiebstähle in der Osnabrücker Innenstadt. Schwerpunkte sind die Fußgängerzone und die...

Ministerpräsident Stephan Weil wandert durch das Osnabrücker Land

Landrätin Anna Kebschull, der Landtagsabgeordnete Guido Pott und Ministerpräsident Stephan Weil unterwegs auf dem Hünenweg. / Foto: Büro Guido...




SPD und Grüne streiten um sozialverträglichen Klimaschutz

Foto: Benzinpreis-Anzeigetafel, über dts Berlin (dts) - Nachdem die Programme der Parteien auf dem Tisch liegen, ist zwischen SPD...

DAX tastet sich wieder an Rekordstände – Chemiekonzerne vorne

Foto: Frankfurter Wertpapierbörse, über dts Frankfurt/Main (dts) - Am Dienstag hat der DAX zugelegt und sich wieder an das...

 

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion

Hasepost Zeitung für Osnabrück

Kostenfrei
Ansehen