Vom 10. Februar bis zum 7. April zeigt die Kunsthalle Osnabrück die Ausstellung INVENTUR von Katharina Hohmann. Sie beschäftigt sich mit der langen und abwechslungsreichen Geschichte des Dominikanerklosters. Die Künstlerin hatte zuvor umfangreich zu dem Thema recherchiert und lässt nun die Historie innerhalb und außerhalb der Mauern lebendig werden. Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum, der Domschatzkammer des Bistums Osnabrück und dem Niedersächsischen Landesarchiv.

„Als ich das erste Mal diesen Raum betrat, war er fast komplett leer. Ich habe ihn quasi in Reinform erlebt“, berichtet die Hohmann über den Beginn ihrer Arbeit. „Ich habe mich gefragt, wie ein leerer Raum auf den eigenen Körper wirkt.“ Nach diesem ersten Eindruck begann ein einjähriger Rechercheprozess. Die Entdeckungen der Künstlerin stammen aus Recherche in Archiven, Inventurlisten und Gesprächen mit Menschen, die damals in verschiedenen Sprachen aufgezeichnet wurden. In Zusammenarbeit mit einem Historiker transkribierte sie lange vergessene Geschichten und transportierte sie mit ihrer Ausstellung zurück in die Gegenwart.

Baustelle oder Kunst; Installation, Katharina Hohmann
Baustelle oder Kunst; Installation, Katharina Hohmann

Vielschichtige Veränderungen

Die Verwandlung der Kunsthalle beginnt bereits, bevor man die Innenräume betritt. Hohmann verlegte den Eingang zum Portal, das früher vermutlich als Haupteingang diente. Diese Tür ist von einem Gerüst umgeben, und auch im Innenraum findet sich ein mehrstöckiger Aufbau. „Bei einem Gerüst fragt man sich: Steht es für Vergangenheit oder Zukunft? Wird hier etwas abgebaut oder entsteht gerade etwas Neues? Für mich ist das Gerüst ein Zeichen der totalen Gegenwart“, berichtet Katharina Hohmann. Anhand der verschiedenen Etagen der Konstruktion lässt sich nachvollziehen, wie der Innenraum einst unterteilt war. Vier Etagen hat es mal gegeben, die zu verschiedenen Zeiten unterschiedlichen Nutzen hatten. Unterhalb finden sich Bettgestelle aus Metall. Sie erinnern an die Nutzung des Klosters als Krankenlager. In der gesamten Kunsthalle verteilt finden sich insgesamt 12 Objekte, beziehungsweise Themen, die eine Geschichte erzählen.

INVENTUR


Aus den Archiven

Zusätzlich zu eigentlichen Ausstellung wurde ein Audioguide und zwei kleine Künstlerbücher produziert. Die Werke mit den Titeln „O! OH! OHA!“ und „INVENTUR“ , sowie der Guide können in einem Häuschen hinterm Portal geliehen werden. Sie geben einen Einblick in das Leben und die Arbeitsweise der Künstlerin und erzählen die Hintergründe der Ausstellungsstücke. Im 16. Jahrhundert ereignete sich zum Beispiel diese Geschichte: Ein Mörder suchte im Kloster Schutz. Die Mönche protegierten ihn, die Stadt wollte ihn aber unbedingt festnehmen. Bis in den Vatikan und bis zum Papst wurde daraufhin über die Frage des Asylrechts und der Immunität der Kirche diskutiert. Ein Thema, das heute so aktuell ist, wie damals. Das ehemalige Kloster, und die heutige Heimat der Kunsthalle, hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich, die in der Ausstellung „INVENTUR“ erlebbar gemacht wird.