Bischofskonferenz in Lingen: Kardinal Reinhard Marx will Missbrauch weiter aufklären

Deutsche Bischofskonferenz 2019, Lingen
Frauen drängen ins Priesteramt. Foto: Dieter Reinhard



„Entgegen aller Tradition“, betont der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in einer Pressemitteilung zum Abschluss der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, wendet er sich an die Betroffenen sexuellen Missbrauchs, „deren Leid uns auch in dieser Vollversammlung vor Augen stand“.

Kardinal Marx erklärte weiter: „Wir werden den von uns eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung und Aufklärung konsequent weiter gehen. Das versichere ich ausdrücklich. Und ich richte ein Wort an die Gläubigen in unserer Kirche: Bei der Vollversammlung haben wir gesehen, gehört und wahrgenommen, dass Sie, die Gläubigen, in deren Dienst wir stehen und mit denen wir uns als Gemeinschaft verbunden fühlen, unsere Beratungen kritisch begleiten. Wir danken Ihnen aufrichtig für Ihre Gebete und Ihre kritische Stimme. Sie sind das Fundament – und wir möchten Ihnen sagen: Wir sehen und hören Sie. Ihre Kritik, Sorgen, Nöte, Zweifel und Ihre Forderungen. Ich sage Ihnen aufrichtig: Wir haben es verstanden. In Respekt vor dem Volk Gottes ringen wir um Lösungsansätze, um Glaubwürdigkeit und um Ihr Vertrauen. Nicht alle Ergebnisse unserer Beratungen werden auf Ihr Verständnis stoßen. Gerade deswegen bitten wir um Ihre Begleitung im Gebet, um Ihre Unterstützung und Ihre kritische Stimme. Nur so können wir gemeinsam als Volk Gottes vorangehen.



Die Bischofskonferenz folgte der Einladung des Osnabrücker Bischofs Dr. Franz-Josef Bode nach Lingen, wo sich vor 20 Jahren, 1999, die deutschen Kirchenoberen bereits einmal trafen.

Bischof Franz-Josef Bode
Bischof Franz-Josef Bode, Foto: Dieter Reinhard