Die Jusos Osnabrück lehnen in der Debatte um die Namensänderung des Berliner Platzes den Vorschlag eines “Helmut-Kohl-Platzes” ab und fordern, dass künftig mehr Straßen- und Platznamen nach Frauen umbenannt werden sollen.

Eine überwältigende Mehrheit der nach Einzelpersonen benannten Straßen und Plätzen in Osnabrück tragen den Namen von Männern. “100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland, ist es traurige Realität, wie stark unterrepräsentiert weibliche Persönlichkeiten sind, welche sich für die Rechte von Frauen und Männern, für unsere Demokratie sowie den Frieden in der Welt eingesetzt haben”, kritisiert Timo Spreen, Vorsitzender der Osnabrücker Jungsozialisten. Die Bestrebungen zur Umbenennung des Berliner Platzes gäben der Stadt die Möglichkeit, dieses extreme Ungleichgewicht zu reduzieren.

Straßen und Plätze auch nach Osnabrückern benennen

Die Osnabrücker Jungsozialist*innen begrüßen und unterstützen die bereits gefallene Entscheidung des Verwaltungsausschusses, die Osnabrückerinnen Alwine Wellmann und Anna Siemsen für einen Straßen- oder Platznamen in Betracht zu ziehen. „Als Friedensstadt sollten wir für die Leistungen unseren eigenen Bürger*innen genauso viel Respekt zollen, wie für ehemalige Bundeskanzler”, bemängelt Lina-Johanna Exner, stellvertretende Vorsitzende der Jusos. „Alwine Wellmann und Anna Siemsen waren Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise in der Osnabrücker Vergangenheit hervorgetan haben. Ihre Arbeit für die Friedensstadt zu würdigen, sollte für Osnabrück an erster Stelle stehen “, so Exner weiter.

Anwohner einbeziehen

Die Osnabrücker Jusos fordern, in der Debatte um die Namensänderung auch die Anwohner mit einzubeziehen. „Auch wenn eine Namensänderung immer eine symbolische Wirkung habe, so ist es immer noch wichtig, mit dem betroffenen Bürger zu sprechen und ihre Meinung mit anzuhören. Schließlich sind sie es, welche am Ende die meiste Arbeit mit der Umbenennung haben”, fordert der stellvertretende Vorsitzende Manuel Gava. Der Mangel an Respekt der Jungen Union gegenüber den Meinungen der Anwohnern des Berliner Platzes, von denen sich eine klare Mehrheit gegen die geplante Umbenennung ausgesprochen haben, ist ein Beispiel dafür, wie wenig die jungen Konservativen von Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung halten.