Deutschland & die WeltJuso-Chef Kühnert wirft Seehofer Politik in eigener Sache vor

Juso-Chef Kühnert wirft Seehofer Politik in eigener Sache vor

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Foto: Horst Seehofer und Alexander Dobrindt, über dts

Berlin (dts) – Juso-Chef Kevin Kühnert hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgeworfen, sein Ministerium für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen. „Während die politische Linke derzeit über die Zukunft der Grundsicherung diskutiert, betreibt das neue Heimatministerium von der Spitze her Politik in eigener Sache“, schreibt Kühnert in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ mit Blick auf Seehofer und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, die betonen, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir für dieses Spiel bis zur bayerischen Landtagswahl im Herbst immer wieder alle in Mithaftung genommen werden.“

Kühnert sieht den Anti-Islam-Kurs der CSU als Teil einer „Kampagnenstrategie“, mit der die absolute Mehrheit im bayerischen Landtag verteidigt werden solle. „Die Konkurrenz von noch weiter rechts soll mit einem klassischen Identitätswahlkampf auf Distanz gehalten werden“, ist der Juso-Chef überzeugt. „Dabei sind Union und SPD im Bundestagswahlkampf 2017 ja unter anderem daran gescheitert, zugelassen zu haben, dass die Themen der AfD die öffentliche Debatte dominierten.“ Nicht nur hätten sie „wechselseitige politische Differenzen unzureichend herausgearbeitet“. Sie hätten auch „reihenweise Chancen vergeben“, den Bürgern eigene Themen zur Diskussion anzubieten. „Die CSU ist dabei, diesen Fehler mit Ansage zu wiederholen.“ Der über Ostern schärfer gewordene unionsinterne Streit über die Rolle des Islams und den Umgang mit Muslimen in Deutschland wertet Kühnert als Belastung für die Große Koalition. Die Diskussion offenbare erneut die „erheblichen Konflikte“ zwischen CDU und CSU. „Die Regierungserklärungen von Horst Seehofer und Angela Merkel waren kaum verhohlene Kampfansagen, die für die Zusammenarbeit in der Bundesregierung nichts Gutes ahnen lassen“, so der Juso-Chef. Der neue Innenminister habe durch seinen „Egotrip“ nicht nur einen indiskutablen politischen Stil offenbart, sondern auch die Bereitschaft zum Affront gegen die Kanzlerin. „Die wiederum ist in der kleinsten Großen Koalition aller Zeiten in besonderer Weise auf die bayerische Schwesterpartei angewiesen und wird sich darauf einstellen müssen, regelmäßig auf offener Bühne attackiert zu werden“, glaubt Kühnert. „Keinem CDU-Minister würde sie vergleichbare Angriffe ungestraft durchgehen lassen, und das vollkommen zu Recht.“



dts Nachrichtenagentur
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Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.
 

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