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Je früher, desto besser? Katholische Kitas entwickeln Konzept für Bildschirmmedien

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Es ist die Gretchenfrage der digitalen Epoche: Ab wann sollen Kinder Smartphones oder Tablets in die Hand bekommen? Die katholischen Kitas im Bistum Osnabrück entwickeln ein Konzept für Bildschirmmedien.

Je früher, desto besser, sagen die einen, denn damit werde spielend die vermeintlich wichtigste Kompetenz dieser Zeit erworben. Fachleute für frühkindliche Entwicklung sehen das grundlegend anders, denn sie nehmen die Perspektive der Entwicklungsbedürfnisse des Kindes ein.

Position der Kitas im Bistum Osnabrück

Das ist auch die Position der rund 230 katholischen Kindertagesstätten im Bistum Osnabrück. „Das Thema Mediennutzung ist natürlich auch in unseren Kitas auf der Tagesordnung“, weiß Monika Kleine-Kuhlmann, Leiterin des Caritas-Fachbereichs Tagestätten für Kinder. Sie unterstreicht: „Wir sehen die Realität, dass die Kinder schon sehr früh mit Bildschirmen in Kontakt kommen. Wir nehmen auch die Forderung der Wirtschaft nach früher digitaler Förderung wahr. Und wir kennen die Ergebnisse der Forschung, die viele Risiken beschreibt.“

Umfassendes Konzept

Für ein Konzept, das dem Wohl der Kinder gerecht wird und zugleich die Lebensrealität der Familien im Blick hat, holt Kleine-Kuhlmann sich Unterstützung bei Paula Bleckmann, Professorin für Medienpädagogik, Brigitte Pemberger von der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter, und von Stephanie Stalter vom Projekt „ECHT DABEI – gesund groß werden im digitalen Zeitalter“.

“Krippe und Kita bleiben bildschirmfrei”

Paula Bleckmann hat eine klare Position: Krippe und Kita bleiben bildschirmfrei – und trotzdem können Kinder dabei begleitet werden, Medienmündigkeit zu erwerben. „Das ist wie mit dem Autofahren: Unsere Kinder sollen alle später mal den Führerschein machen. Niemand käme jedoch auf die Idee, den Kindern ein Auto in die Kita zu stellen. Trotzdem lernen sie dort unglaublich viel von dem, was sie brauchen, um später gute Autofahrer zu werden.“

Drei Prinzipien

Übertragen auf das Thema Medienmündigkeit heißt das, drei Prinzipien zu berücksichtigen: Die Kinder arbeiten mit Medien (jedoch keinen digitalen), Produzieren geht vor Konsumieren und Durchschaubarkeit statt dem undurchsichtigen black box-Prinzip.
Paula Bleckmann zieht als Beispiel das Gloggomobil heran, das wie eine Drehorgel funktioniert: Die Kinder stecken Stifte in eine große Walze und steuern dadurch die Klöppel für ein Xylofon. Die Musik verändert sich jedesmal, wenn die Stifte in der Walze neu gesteckt werden. „Hier lernen die Kinder etliches, das ihnen später wieder begegnet, wenn sie es mal mit Algorithmen zu tun bekommen“, schmunzelt Bleckmann.

Selbstreflexion ist essenziell

Das Konzept, das den Kita-Leitungen im Rahmen eines Fachtags vorgestellt wird, umfasst verschiedene Bausteine. Neben der Arbeit mit den Kindern ist die Selbstreflexion ganz wichtig. „Wie gehe ich eigentlich selbst mit meinem Smartphone um? Wie viel Raum nehmen digitale Medien in meinem Leben ein?“ sind Fragen, mit denen sich Erzieherinnen zum Beispiel im Rahmen eines Team-Workshops beschäftigen können.
Zentral ist auch die Arbeit mit den Eltern. „Wir möchten natürlich, dass die Eltern verstehen und unterstützen, wie wir mit den Kindern arbeiten“, unterstreicht Kleine-Kuhlmann.
Dass die Umsetzung in den Kitas ganz unterschiedlich ausfallen wird, ist damit eigentlich auch schon klar. „Unsere Kitas sind so individuell wie die Menschen, die dort arbeiten und die Kinder, die zu ihnen kommen. So vielfältig werden auch die Umsetzungsideen sein“, freuen sich die beiden Fachfrauen schon auf die kommenden Monate.


PM
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