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Interview: Wie ein Berliner Unternehmen den Cash & Drive Markt aufmischt

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Geld bekommen, ohne dafür auf etwas verzichten zu müssen. Das ist ein Wunsch, den viele hegen. Das Berliner Unternehmen Pfando geht dabei seit fast einem Jahrzehnt den Weg über des Deutschen liebstes Kind, das Auto – und feiert damit ziemliche Erfolge.

Das Leben in Deutschland wird immer teurer. Die Reallöhne sollen zwar 2020 steigen, dem ging aber eine lange Phase voraus, in der sie es kaum schafften, mit der Inflation Schritt zu halten. Gleichsam zogen die Preise an, hatten und haben immer mehr Menschen am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig.

Die Folge: Immer häufiger kommen Menschen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Einen Ausweg aus dieser Misere, zumindest für alle, die ein Fahrzeug besitzen, bietet das Berliner Unternehmen Pfando an. Wir haben den Geschäftsführer Herrn Renkel zu einem Interview gebeten.

Frage: Herr Renkel, danke, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Der volle Namen Ihres Unternehmens lautet Pfando’s cash & drive GmbH, was genau muss man sich unter diesen beiden englischsprachigen Wörtern vorstellen?

Antwort: Die beiden Wörtern stehen exakt für das Arbeitsprinzip unseres Hauses: Ein Kunde bekommt Geld von uns für sein Fahrzeug, kann aber weiterfahren.

Frage: Das klingt auf den ersten Blick wie eine klassische Autopfandleihe, ist das korrekt?

Antwort: Nein, ganz und gar nicht. Tatsächlich hat unsere Arbeit mit klassischer Pfandleihe gar nichts zu tun. Denn, und das ist der große Knackpunkt, bei dem klassischen Prinzip würde der Kunde mit seinem Auto bei uns vorfahren, wir würden ihm Geld geben, aber gleichsam auch seinen Wagen in Verwahrung nehmen und so lange einbehalten, bis er ihn auslöst oder wir ihn verkaufen. So läuft es bei Pfando jedoch nicht. Hinter keiner unserer Filialen befinden sich Parkplätze mit lauter verpfändeten Autos, da stehen nur die Wagen unserer Mitarbeiter (lacht).

Frage: Wieso die Abkehr von diesem bei anderen Unternehmen langjährig etablierten Prinzip?

Antwort: Einfach, weil wir der Ansicht sind, dass es sich bei klassischer Autopfandleihe um ein Prinzip handelt, das inhärent gegen den Kunden arbeitet. Stellen Sie sich mal vor, Sie benötigen eine nicht unerhebliche Summe Geld. Sie besitzen aber weder teure Armbanduhren, noch sonstige kostbare Wertgegenstände, die Sie verpfänden könnten und bei denen es im alltäglichen Leben nicht wehtut, dass Sie keinen Zugriff darauf haben. Dann geht es Ihnen wie einem Großteil aller Deutschen. Bei denen ist das wertvollste bewegliche Gut ihr eigenes Auto.

Bloß: Die allermeisten Menschen sind auch auf ihr Auto angewiesen, weil es ihr einziges alltagstaugliches Mittel ist, um zur Arbeit zu kommen oder auch ihren Job auszuführen. Denken Sie beispielsweise an einen selbstständigen Handwerker, der zu Kunden fahren muss.

Der klassische Autopfandleiher nimmt den Menschen diese Möglichkeit, indem er ihren Wagen einbehält. Der Kunde bekommt zwar kurzfristig Geld. Mittel- und langfristig jedoch ist das keine echte Lösung für ihn, weil sein nunmehr fehlendes Auto das nächste Problem, oft auch eine Kaskade von Problemen, heraufbeschwört. Oft genug führt das klassische Verpfänden erst von leichten Geldproblemen in echte Zahlungsunfähigkeit – und wird damit nicht selten zum Bumerang für den Pfandleiher. Wir halten das, was wir machen, für wesentlich besser als Pfandleihe und der Erfolg gibt uns Recht.

Frage: Und dieses Geschäftsmodell funktioniert?

Antwort: (schmunzelt) Ich könnte nun mit einem simplen Ja antworten. Aber sagen wir es lieber so: Wir haben 2010 mit Pfando ganz klein angefangen. Heute, knapp zehn Jahre später, haben wir mehr als 20 Standorte über ganz Deutschland verteilt, haben TV-Kampagnen bei allen namhaften TV-Sendern, haben Anfang 2019 sogar Lily Becker und Peter Wright bei der Promi-Dart-WM auf PRO7 gesponsert.

Mehr als 20.000 Menschen haben unser Prinzip bis dato wahrgenommen und sind zufriedene Kunden geworden, denen wir aus teilweise wirklich existenzbedrohenden Finanzbredouillen helfen konnten. Übrigens explizit sowohl im privaten wie im Geschäftsbereich.

Wir haben bei kununu (ein großes Bewertungsportal für Arbeitgeber. Anm. d. Redaktion) eine Weiterempfehlungsrate von knapp 90 Prozent. Und wir suchen zudem aktuell neue Talente, weil wir uns vergrößern; allein in diesem Jahr sieben neue Filialen. Deshalb, ja, das Pfando-Geschäftsmodell funktioniert absolut. Und jeder neue Kunde gibt uns die abermalige Bestätigung, dass es das tut.

Frage: Ich brauche Geld und habe ein Auto. Wie geht es denn jetzt für mich weiter, wenn ich mich an Pfando wende?

Antwort: Stellen Sie sich mal vor, der Energieversorger meldet sich bei Ihnen und will eine abstrus hohe Nachzahlung. Bloß ist auf Ihrem Konto derzeit Ebbe, weil Sie gerade erst eine neue Waschmaschine kaufen mussten – ein Klassiker unserer Kunden-Konstellationen.

Dann wenden Sie sich an uns. Entweder über unsere Webseite oder per Telefon. Mit unseren freundlichen Beratern vereinbaren Sie dann zunächst einen Besichtigungstermin in einer Filiale, die in komfortabler Nähe zu Ihrem Wohnort liegt – wir müssen das Auto ja erst mal in Augenschein nehmen, um abschätzen zu können, was wir dafür geben können.

Sobald Sie bei uns sind, geht es rasend schnell: Wir inspizieren das Auto, Sie bekommen von uns ein unverbindliches Angebot. Schlagen Sie zu, bekommen Sie sofort Bargeld ausgezahlt, können sich in das Fahrzeug setzen und wieder heimfahren. In der Regel dauert die Angelegenheit höchstens 60 Minuten. Für die Laufzeit wird eine monatliche Miete fällig die tagesgenau abgerechnet wird und wir garantieren auch, jedes schriftliche Angebot der Konkurrenz unterbieten zu können.

Frage: Wir sprechen hier die ganze Zeit von Autos. Also ausschließlich moderne PKW?

Antwort: Nein, ganz und gar nicht. Tatsächlich ist auch der Begriff „Auto“ eigentlich viel zu kurz gegriffen, obwohl wir beide ihn hier im Interview ja dauernd verwenden. Korrekter wäre eher „Fahrzeug“. Denn um welche Art fahrenden Untersatz es sich handelt, ist bei Pfando erst mal zweitrangig.

Viele unserer Kunden bringen zwar tatsächlich normale, moderne PKW zu uns. Ebenso bieten wir unser Prinzip aber auch für fast jedes nur denkbare Vehikel an: Old- und Youngtimer gehören dazu, natürlich auch Motorräder, dazu Wohnmobile, Transporter… Wir hatten sogar schon mal einen Kunden, der mit einem wunderschön restaurierten Büssing-Omnibus aus den 1930er Jahren bei uns vorfuhr. Auch dem konnten wir natürlich ebenso helfen wie jemandem, der einen wenige Jahre alten Smart besitzt.

 

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft von Pfando?

Antwort: Erfolgsversprechend. Es ist kaum zu erwarten, dass das Leben in Deutschland in der nächsten Zeit nominell günstiger für uns alle werden wird, dazu muss man ja nur ein bisschen das politische Tagesgeschehen verfolgen.

Wir bei Pfando sehen es so, dass es auch künftig viele weitere Kunden geben wird, denen wir mit unseren Angeboten aus finanziellen Problemen helfen können. Und das tun wir auch sehr gerne, dafür schließen wir morgens die Filialtüren auf.

 Herr Renkel, wir danken für das Gespräch!

 

 

 

 

 

Redaktion Hasepost
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