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In Unterzahl und ohne Fortune: Der VfL Osnabrück verliert auch gegen Sandhausen

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In der Freitagspressekonferenz des VfL gaben sich Interims-Trainer Florian Fulland und David Blacha übereinstimmend gelassen, so, als stehe an diesem Sonntag ein ganz normales Spiel an. Die beiden Männer müssen gute Nerven haben: Acht Spiele in Folge gingen verloren, und mit Sicht auf die Abstiegsplätze kann einem angst und bange werden. Die nach der Hinrunde am Ende der Tabelle stehenden Klubs rüsteten vor Transferschluss Ende Januar auf, während der VfL lediglich zwei neue Spieler holte. Einer davon, Jay-Ray Grot, ist nach wie vor verletzt, und es ist laut Florian Fulland völlig offen, wann der Angreifer einsatzbereit sein wird.

Ein Spielbericht von Hermann Schmidt

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Anmerkung des Bildredakteurs: Wir verzichten heute, mit Ausnahme des Titelbilds, auf Fotos vom aktuellen Spiel; es gibt aus Osnabrücker Perspektive nichts Gutes, das man zeigen könnte!

Die erkennbar offensiveren Akzente, die im Spiel gegen den 1. FC Heidenheim sichtbar waren, jedoch unbelohnt blieben, bedürfen der Fortsetzung und müssen zu Punkten führen. Ein Sieg in Sandhausen verschafft Luft im Abstiegskampf und würde einen 7-Punkte Vorsprung auf die Nordbadener bedeuten.

Doch der Verlauf der Vorrunde hat gezeigt, dass in der laufenden Saison in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. So gilt auch an diesem Spieltag für die lila-weißen Fans der Bibelspruch: „Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei.“

Verhängnisvoller Auftakt: Rot für Adam Susac und 1:0 Führung für Sandhausen durch Elfmeter

Der VfL startet bei strahlendem Sonnenschein im Hardtwald-Stadion überraschenderweise mit Moritz Nicolas für Philipp Kühn im Tor. Er gibt heute sein Debüt für die Lila-Weißen und  in der zweiten Liga. Für die gesperrten Ludovit Reis und Timo Beermann sind Adam Susac (nach langer Spielpause) und Lukas Gugganig in die Startelf gerutscht.

Der SV Sandhausen beginnt druckvoll mit langen, hohen Bällen über die Flügel. Ein erster Schuss von Esswein landet neben dem Tor.

Noch sind keine fünf Minuten gespielt, als Adam Susac den gegnerischen Stürmer Behrens an der 5-m Linie behindert, und Schiedsrichter Storks den berechtigten Elfmeter verhängt. Schlimmer noch: Susac sieht die rote Karte, und Esswein verwandelt den Elfer ins rechte untere Toreck, unerreichbar für Nicolas. Gute Nacht, Osnabrück, was für eine bittere Pille zum Auftakt.

Nach verteiltem und auf beiden Seiten zerfahrenem Spiel nimmt VfL Trainer Fulland in der 19. einen taktischen Wechsel vor. Er bringt Bryan Henning für Niklas Schmidt. Selten läuft der Ball über mehr als zwei Stationen, auch bei den Gastgebern nicht. Das Spiel ist alles andere als eine Augenweide.

Zerfahrenes Kampfspiel

Es ist ein reines Kampfspiel, und die in Schwarz angetretenen Osnabrücker Gäste geben alles. Alles, was sie in dieser desolaten Situation noch zu bieten haben. Die Offensive der Osnabrücker findet lediglich über Sebastian Kerk statt. Torgefahr entsteht dadurch nicht.

Bei den in Weiß spielenden Gastgebern sieht das nicht besser aus. Die Garde der langen Männer des SV Sandhausen spielt nun mal keinen Zauberfußball. In der 36. Minute zieht Sebastian Kerk einen Freistoß von der Grundlinie auf das Tor des SV, doch die kopfballstarke Abwehr der Nordbadener kann klären.

Dafür geht es in den Zweikämpfen zur Sache. Auf der Seite des VfL agieren Heider, Blacha & Co nicht gerade zimperlich, aber im Rahmen des Erlaubten. David Blacha verletzt sich in einem Zweikampf mit Nauber und muss durch Bapoh ersetzt werden (42. Minute).

Aus ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit können die Gastgeber auch in den letzten Minuten der ersten Halbzeit kein Kapital schlagen. Als Schiedsrichter Storks zur Halbzeit pfeift, humpelt nun auch noch Sebastian Kerk scheinbar verletzt in die Kabine. Kann es noch schlimmer kommen?

Sebastian Kerk verletzt! Was nun?

Ja. Sebastian Kerk kann nicht weiterspielen. Für ihn kommt Ken Reichel. Was soll nun noch nach vorne gehen? In der Defensive halten sich die Gäste nach wie vor wacker. Ein kreatives Aufbauspiel ist nicht möglich. Nach 50 Minuten trägt Contento den ersten schönen Angriff der Sandhausener über den linken Flügel vor, doch im Strafraum fliegt seine Flanke an Freund und Feind vorbei. Ein Schuss von Esswein (55.) streicht zwei Meter über den Kasten von Nicolas. Eine Minute später dann kann Bapoh zum ersten Mal in der 2. Halbzeit bis in die Strafraumnähe des SV Sandhausen vordringen.

Nach einer Stunde wird das Spiel der Osnabrücker trotz Unterzahl etwas gefälliger.

2:0 für Sandhausen nach zweifelhaftem Elfmeter

Doch das Unglück nimmt seinen Lauf. Nach einer Rangelei zwischen Taffertshofer und Röseler im Strafraum, die eher nach einem Stürmerfoul aussieht, zeigt Zimmereimeister und Schiedsrichter Storks erneut auf den Elfmeterpunkt. Behrens verwandelt zum 2:0. Damit scheint die Messe gelesen.

Am Spielverlauf ändert sich nichts. Der VfL Osnabrück kommt für kurze Zeit noch einmal besser ins Spiel.

Den Gastgebern fehlen die spielerischen Mittel, um dem Kampf mehr Glanz zu verleihen. Zehn Minuten vor Schluss erarbeiten sich die Sandhausener ein, zwei Torchancen, bei denen sich VfL Keeper Nicolas Osnabrück auszeichnen kann. Die restliche Zeit wird von SV-Trainer Kleppinger zunächst genutzt, um sich durch Auswechslungen dem Schlusspfiff zu nähern.

Dann jedoch fällt das 3:0 für Sandhausen, und jetzt aus dem Spielfluss heraus. Diekmeier flankt von rechts und der eingewechselte Klingmann trifft in der 87. Minute aus sieben Meter ins rechte untere Eck.

Zwei Minuten später foult Torhüter Nicolas beim Herauslaufen den in der 70. Minute eingewechselten Sandhausener Stürmer P. Schmidt und- aller schlechten Dinge sind drei- es gibt den dritten Elfer gegen die zehn Osnabrücker. Den vom gefoulten Schmidt getretenen Elfer hält Nicolas.

In diesem Spiel lief alles, aber auch alles, gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste aus Osnabrück. Der SV Sandhausen besiegte den früh dezimierten Gegner, ohne dabei spielerisch zu überzeugen.

Was zählt, sind die drei Punkte. Der Vorsprung des VfL Osnabrück auf den SV Sandhausen und Eintracht Braunschweig beträgt nach neun Niederlagen in Folge nun nur noch einen einzigen Punkt. Und die sportliche Leitung an der Bremer muss sich fragen lassen, warum vor Transferschluss nicht konsequenter gehandelt wurde.

Zahlen und Daten

SV Sandhausen:

Kapino; Nauber, Röseler Kister; Diekmeier, Halimi (P. Schmidt 70.), Bachmann, Linsmayer (Paurevic 82.), Contento (Klingmann 83.); K. Behrens, Esswein (Zenga 70.).

VfL Osnabrück:

Nicolas; Gugganig, Susac, Trapp; Ajdini (S. Müller 77.), Blacha (42. Bapoh), U.Taffertshofer, Heider; Kerk (Reichel 45.), Santos, N. Schmidt Henning 20.).

Schiedsrichter:

Sören Storks (Velen)

Tore:

1:0 Esswein, 5. Minute (Elfmeter)

2:0 Behrens, 62. Minute (Elfmeter)

3:0 Klingmann, 88. Minute

Gelbe Karte:

Behrens (22.)

Trapp (46.)

Rote Karte:

Adam Susac, VfL Osnabrück, 5. Minute

Die aktuelle Tabelle (Grafik aktualisiert sich fortlaufend)

Titelfoto: Bryan Henning enttäuscht über die Niederlage gegen den SV Sandhausen, Foto: IMAGO / foto2press

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Hermann Schmidt
Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Zwanzig Jahre lang hat er selbst gespielt, in der Jugend als Stürmer und danach als Vorstopper in seiner Heimat und beim BFC Südring (Berlin). Schmidt ist Autor zahlreicher Fußballbücher und Biografien. Die Buchveröffentlichungen „Legenden des FC St. Pauli“ und „Männer trinken kein Fanta“ sind im Jahr 2020 erschienen. Zu seinen Lieblingsclubs gehören neben dem VfL auch Holstein Kiel, der FC St. Pauli und der 1.FC Köln.

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