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Leben in Osnabrück gerettet: Covid-19-Patient aus den Niederlanden sagt „Merci“

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Kommt jetzt zum Glück aus Osnabrück: Eddie Siemes mit (v.l.) Dr. Volker Schulte, Privatdozent Dr. Peter Teschendorf, Pfleger Silvan Müller sowie Geschäftsführer Frans Blok vom Klinikum Osnabrück. / Foto: Klinikum Osnabrück

Der Niederländer Eddie Siemens erkrankte schwer an Covid-19, doch sein Leben konnte im Klinikum Osnabrück gerettet werden. Jetzt kehrt er noch einmal nach Osnabrück zurück, um Danke zu sagen und die Stadt zu sehen. 

Bisher ist der 63-jährige Berufskraftfahrer Eddie Siemes aus den Niederlanden an Osnabrück immer nur vorbeigefahren und hat nichts mit der Stadt verbunden. Das ist künftig anders: Siemes ist einer der beiden Covid-19-Patienten aus dem Nachbarland, die im Rahmen der Amtshilfe für niederländische Patienten im Klinikum Osnabrück behandelt worden sind. Der 63-Jährige ist jetzt noch einmal zusammen mit seiner Frau Jannie und seiner Tochter Karin nach Osnabrück gekommen, um sich beim Team des Klinikums dafür zu bedanken, dass es ihm das Leben gerettet hat.

Kaum Überlebenschancen

Bei Siemes hatte die Covid-19-Erkrankung einen so schweren Verlauf genommen, dass seine Überlebenschancen, wie er und die Ärzte Dr. Peter Teschendorf und Dr. Volker Schulte berichteten, nur sehr schlecht standen. „Dass er hier wieder so gesund steht, ist fast schon ein kleines Wunder“, meinte Teschendorf, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Klinikums.

Multiples Organversagen

Er und Schulte, Oberarzt in der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation, gehörten zu dem Team von Ärzten, Pflegern und weiteren Mitarbeitenden, die auf der eigens eingerichteten Intensivstation für die Covid-19-Patienten gearbeitet haben. Siemes wurde von diesem interdisziplinären Team (Innere Medizin, Neurologie und Anästhesiologie) behandelt. Das Coronavirus (SARS-CoV-2) hatte bei ihm „multiples Organversagen“ ausgelöst. Neben der Lunge waren auch sein Herz und besonders die Nieren schwer geschädigt, außerdem wurden noch Venenthrombosen von dem Virus ausgelöst. „Das sind die typischen Komplikationen, die sich bei vielen der Patienten ergeben haben“, meinte Teschendorf. „Nachdem sich die Kollegen aus dem Krankenhaus in Nijmegen an uns gewandt hatten, ist Eddie Siemes von der Bundeswehr zu uns gebracht haben. Es war kurz nach Mitternacht an einem Donnerstagabend, als er bei uns ankam. Da ging es ihm richtig schlecht und gerade die ersten Tage waren besonders kritisch.“

82 Tage im Krankenhaus

Wie Schulte erklärte, wurden weitere Komplikationen ausgelöst, weil Siemes zuvor mehrere Tage lang mit einem eigentlich ungeeigneten Narkosegerät beatmet worden war, das ihn mit reinem Sauerstoff versorgt hatte. „Wir haben ihn erst richtig beatmet und dann weiter mit einer Atemhilfe versorgt. Bei ihm kam es vor allem darauf an, das Versagen der Organe in den Griff zu kriegen“, so Schulte weiter. Es sei schwierig gewesen, die richtigen Therapien zu finden, berichtete Schulte. Siemes war vom 2. bis 24. April im Klinikum Osnabrück und ist dann zur Weiterbehandlung wieder zurück nach Nijmegen verlegt worden. „Ich war zum ersten Mal in meinem Leben im Krankenhaus – und dann gleich 82 Tage lang“, meinte der Mann, der in Aalten bei Winterswijk lebt.

Besuch in Osnabrück

Siemes weiß nicht, wie er sich das Virus zugezogen hat. „Ich war erst eine Woche zuhause, in der es mir immer schlechter ging. Dann bin ich in Nijmegen ins Krankenhaus gekommen und zwei Tage später nach Osnabrück gebracht worden.“ Siemes hat kaum eigene Erinnerungen, weil er sediert war, deswegen wollte er sich nun gerne alles ansehen. Teschendorf, Schulte und der ebenfalls aus den Niederlanden stammende Klinikums-Geschäftsführer Frans Blok führten ihn bei seinem Besuch in eines der Zimmer der neuen Intensivstation, deren Eröffnung für die Covid-19-Patienten vorgezogen worden war.

Große Dankbarkeit

In einem solchen Raum war auch Siemes behandelt worden. Sein „echtes“ Zimmer konnte er sich nicht ansehen, weil es sich in dem weiter für die Covid-19-Patienten isolierten Bereich befindet. „Ich habe nur eine ganz vage Erinnerung, deswegen wollte ich gerne noch einmal hierher“, meinte Siemes. Die Behandlung seiner Folgeerkrankungen ist längst nicht abgeschlossen – aber seine Lungenfunktionen sind, wie der Niederländer berichtete, vollständig wiederhergestellt. Zum Abschluss überreichten er, seine Frau und die Tochter dem Team des Klinikums eine riesige Tafel „Merci“-Schokolade und eine Postkarte mit dem Schriftzug „Super“. „Ihr habt wirklich gute Arbeit geleistet – dafür möchte ich mich bedanken“, meinte Siemes. Auch der Niederländer wurde mit einer beschenkt – auf der ihm bescheinigt wird, dass er jetzt „zum Glück aus Osnabrück“ kommt.

Keine Überlastung im Klinikum Osnabrück

Teschendorf und Schulte freuten sich sehr über den Besuch ihres Patienten. Nach ihren Angaben wurden im Klinikum Osnabrück bisher insgesamt 110 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt. In der Zeit des Notbetriebs hätten mehr als 40 Patienten gleichzeitig intensivmedizinisch oder mit Beatmungsgeräten versorgt werden können, aber zum Glück sind diese Kapazitäten niemals abgerufen worden. „Wir hatten bis zu 14 Patienten gleichzeitig, aber es waren nur sehr wenige Tage mit einer zweistelligen Anzahl“, so Schulte. Beim Besuch der Siemes befanden sich zwei Patienten mit Covid-19 auf der Isolierintensivstation.

PM
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