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Immer weiter bergab: VfL Osnabrück verliert gegen Fortuna Düsseldorf 0:3

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Der VfL Osnabrück steht am Abgrund. Die katastrophale Heimserie nimmt kein Ende. Hermann Schmidt berichtet über die nächste Niederlage an der Bremer Brücke.

Ein Spielbericht von Hermann Schmidt

Vor dem Spiel

Dass die Würzburger Kickers gestern am Millerntor mit 4:0 verloren, hält den Tabellenletzten auf Abstand zum VfL Osnabrück. Der Punktgewinn des Konkurrenten Eintracht Braunschweig gegen Paderborn ist weniger dramatisch, wenn es der Elf von Trainer Markus Feldhoff gelingt, die Düsseldorfer Fortuna auf heimischem Gelände zu schlagen. Ein Sieg des VfL an der Bremer Brücke käme einer Überraschung gleich, und endlich wäre die katastrophale Heimbilanz durchbrochen. Darauf hoffen alle, deren Herz für die Lila-Weißen schlägt.

Der VfL steht am Abgrund, ja. Doch solange man am Ende rechnerisch über dem Strich bleiben kann oder auch nur die Relegation erreicht, ist im Fußball nichts unmöglich, trotz eines VfL- Restprogramms, das es wahrlich in sich hat.  Beim VfL rücken Maurice Multhaup, David Blacha und Marc Heider in die Anfangsformation. Lukas Gugganig fällt der Gelbsperre zum Opfer, Christian Santos und Ulrich Taffertshofer fallen verletzt aus.

Bei den Düsseldorfer Gästen sitzt Torjäger Rouwen Hennings überraschend auf der Bank. Die Partie leitet Schiedsrichter Sven Jablonski vom Blumenthaler SV (Bremer Fußball Verband).

VfL zunächst mit gefälligem Spiel

Das Spiel beginnt unter blauem Himmel. Endlich wieder einmal Sonne über der Bremer Brücke! Ein gutes Zeichen für die Gastgeber? Die Gäste treten ganz in Weiß an, der VfL in Lila. In den ersten Minuten geht das Spiel in Richtung Kasten von Philipp Kühn. Eine erste Schrecksekunde, als Kownacki völlig freistehend vor Kühn an der 5m Linie den Ball erhält, der Osnabrücker Schlussmann aber bravourös pariert und den Ball unter sich begräbt. Mit schnellen Gegenstößen kontern die Osnabrücker über Marc Heider und Ludovit Reis. Nach einem Foul von Bryan Henning kommen die Gäste zu einem Freistoß, der in der VfL Abwehr geblockt wird. Bei Angriffen des VfL stehen die Fortunen mit zehn Mann am eigenen Strafraum. Die Gastgeber gestalten das Spiel zunächst offen und phasenweise gefällig. Minutenlang setzen sie die Düsseldorfer unter Druck. Am Strafraum allerdings sind sie meist mit ihrem Latein am Ende.  In der 17. Minute setzt sich Sobottka gegen Blacha durch, aber Kühn rettet erneut aus kurzer Distanz zur Ecke. Heider, Kerk & Co setzen kämpferische Akzente und gehen weite Wege, im Bedarfsfall auch nach hinten. Lila-Weiße Angriffe mit langen Bällen, meist über den rechten Flügel vorgetragen, werden von der kopfballstarken Defensive der Fortunen abgewehrt. Immerhin: Der VfL spielt mit, und das gar nicht so schlecht. Hauptmanko des Feldhoff-Teams: fehlende Präzision bei Pässen und Flanken. Es ist kein Trost, dass dies auch auf das Spiel der Gäste zutrifft. Einsatz und Laufbereitschaft des Feldhoff-Teams stimmen in den ersten fünfundzwanzig Minuten.

Gästestürmer Kownacki vergibt dreimal gegen überragenden Philipp Kühn

In der 32.Minute jagt Koutris einen Weitschuss auf den Kasten von Kühn, der gottseidank am rechten Torpfosten vorbeistreicht. Das ist der Auftakt zu einem fünfzehnminütigen Power-Play der Düsseldorfer. Kühn lenkt mit herrlicher Parade einen von Prib getretenen Freistoß zurück in den Strafraum. Fortuna ist nun deutlich überlegen. Der VfL findet nicht mehr statt, wäre da nicht Philipp Kühn im Tor der Lila-Weißen. Philipp Kühn steht pausenlos im Brennpunkt und stellt mehrfach herausragendes Können unter Beweis., indem er Bälle aus kürzester Distanz abwehrt.

In der 36. Minute ist es dann wieder einmal so weit. Fortune Peterson versenkt den Ball mit einem strichartigen Schuss unhaltbar für Kühn zum 0:1. Nur eine Minute später steht Kownacki völlig frei vor Kühn- der Mann im roten Dress hält. Keine drei Minuten vergehen, und Kühn muss erneut retten. Das waren drei Riesenchancen für die Gäste. Ohne Philipp Kühn im Tor könnte es jetzt gut und gerne 0:4 stehen. Nach 30 Minuten hat der VfL völlig den Faden verloren.

Bei allem guten Willen ist auch heute nach 45 Minuten nicht zu übersehen, dass der VfL Osnabrück nicht die Klasse hat, um gegen einen durchschnittlich agierenden Gegner wie Fortuna Düsseldorf zu bestehen.

Luka Krajnc (Fortuna Düsseldorf) und Etienne Amenyido im Zweikampf, Foto: Nico Paetzel
Luka Krajnc (Fortuna Düsseldorf) und Etienne Amenyido im Zweikampf, Foto: Nico Paetzel

Die zweite Hälfte

Ohne Veränderungen geht es in die zweite Halbzeit. Kownacki fällt in der 47. Minute spektakulär im Osnabrücker Strafraum, nachdem er von Wolze mit dem Fuß berührt wurde. Das Spiel geht zunächst weiter, dann greift der Kölner Keller ein, und Schiedsrichter Jablonski gibt den Elfer. Kownacki verwandelt unhaltbar zum 0:2 (49.) VfL Coach Feldhoff bringt Etienne Amenyido für den heute insgesamt eher schwachen Sebastian Kerk und Ken Reichel für Kevin Wolze.

Unmittelbar nach seiner Einwechslung vergibt der Düsseldorfer Iyoha eine gute Chance im Osnabrücker Strafraum: Kühn kann abwehren. Düsseldorf spielt seinen Stiefel runter. Der VfL Osnabrück hat außer Kampf nichts entgegenzusetzen. Sobottka macht in der 67. Minute alles klar. Mit einem Schlenzer von der 16 m Linie hebt er den Ball über den zu weit vor der Torlinie stehenden Kühn ins lange Eck zum 0:3. Armer VfL!

Nach einem Foul eines Düsseldorfers erhält Ludovit Reis zu Unrecht die gelbe Karte. Es will scheinen, als hätten sich die Lila-Weißen aufgegeben. In der 81. Minute dann eine der seltenen Chancen für den VfL, nach der Einwechslung von Jay Roy Grot. Bis fünf Minuten vor Schluss verzeichnet der VfL im gesamten Spiel ganze drei Schüsse auf den Kasten von Kastenmeier.

Das heutige Spiel des VfL hat einmal mehr die gegenwärtigen Grenzen der Mannschaft aufgezeigt. Mit etwas mehr Glück im Abschluss hätte Fortuna Düsseldorf auch mit fünf oder sechs Toren vom Platz gehen können. Was soll nun werden?

Zahlen und Daten

VfL Osnabrück- Fortuna Düsseldorf  0:3  (0:1)

VfL Osnabrück:

Philipp Kühn; Maurice Multhaup (78.Tim Möller), Timo Beermann, Maurice Trapp; Bashkim Ajdini, Ludovit Reis (78. Jay-Roy Grot), David Blacha (66. Sebastian Müller), Kevin Wolze (55. Ken Reichel); Bryan Henning, Sebastian Kerk (55.Etienne Amenyido); Marc Heider.

Fortuna Düsseldorf:

Kastenmeier; Zimmermann, Danso (78. Klarer), Krajnc, Koutris; Sobottka, Bodzek; Klaus (71. Piotrowski), Prib (71. Borrello), Peterson (62. Iyoha); Kownacki (62. Rouwen Hennings).

Schiedsrichter:

Sven Jablonski (Blumenthaler SV)

Tore:

0:1 Peterson (36.)

0:2 Kownacki (49. Foulelfmeter)

0:3 Sobottka (68.)

Gelbe Karte:

Maurice Trapp (58.)

Ludovit Reis (74.)

Die aktuelle Tabelle (Grafik aktualisiert sich fortlaufend)

Titelfoto: Jay-Roy Grot enttäuscht nach der Niederlage gegen Düsseldorf, 18.04.2021,
Foto: Revierfoto / Niemeyer

Hermann Schmidt
Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Zwanzig Jahre lang hat er selbst gespielt, in der Jugend als Stürmer und danach als Vorstopper in seiner Heimat und beim BFC Südring (Berlin). Schmidt ist Autor zahlreicher Fußballbücher und Biografien. Die Buchveröffentlichungen „Legenden des FC St. Pauli“ und „Männer trinken kein Fanta“ sind im Jahr 2020 erschienen. Zu seinen Lieblingsclubs gehören neben dem VfL auch Holstein Kiel, der FC St. Pauli und der 1.FC Köln.

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