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Startseite Deutschland & die WeltIGS-Förderung endet 2025: RKI-Pandemievorsorge in Gefahr
Deutschland & die Welt

IGS-Förderung endet 2025: RKI-Pandemievorsorge in Gefahr

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 12. November 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 12. November 2025
Foto: dts
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Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will die Förderung der Integrierten Genomischen Surveillance (IGS) zum Jahresende 2025 auslaufen lassen. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher; ab 2026 soll das Robert-Koch-Institut (RKI) die Arbeit aus dem eigenen Haushalt fortführen. Aus der Fachwelt kommt scharfe Kritik, während das Ministerium die IGS weiterhin als wichtigen Bestandteil der Überwachung von Infektionserregern bezeichnet.

Förderende und Bestätigung durch das Ministerium

Wie der Fachdienst „Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health“ (Mittwochsausgabe) berichtet, will das BMG die Förderung der IGS zum Jahresende 2025 auslaufen lassen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte demnach, dass die bisher vom Bund finanzierte Projektphase nach Ablauf der vorgesehenen Laufzeit ende. „Wie alle Forschungsprojekte waren die genannten Maßnahmen zeitlich begrenzt“, teilte er mit. Seit 2021 habe das BMG rund 18 Millionen Euro in die „Konzeption und Etablierung einer erregerübergreifenden IGS“ investiert. Ab 2026 solle das RKI die Arbeit aus seinem eigenen Haushalt fortführen.

Enger Haushalt des RKI

Für das RKI dürfte das schwierig werden: Der Etat des Bundesinstituts im Geschäftsbereich des BMG beläuft sich laut Haushaltsplan 2025 auf rund 192 Millionen Euro, von denen etwa drei Viertel fest gebunden sind – vor allem für Personal und gesetzliche Aufgaben. Nur ein kleiner Teil kann flexibel für Forschungs- und Entwicklungsprojekte eingesetzt werden.

Kritik aus der Fachwelt

Kritik an der Entscheidung kam umgehend aus der Fachwelt. Vorsitzender der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) Michael Müller sprach von einem „herben Rückschlag“ für die bisher geleistete Arbeit. Eine integrierte genomische Überwachung sei notwendig, „damit wir mit den internationalen Standards mithalten können“. Nur durch den systematischen Vergleich von Erregersequenzen lasse sich die Verbreitung von Infektionskrankheiten früh erkennen, so Müller.

Auch Forscher aus den Nationalen Referenzzentren warnten vor gravierenden Folgen. Wissenschaftlicher Leiter des Referenzzentrums für Mykobakterien Stefan Niemann nannte den drohenden Wegfall der BMG-Mittel „verheerend“. Die mühsam aufgebauten Netzwerke und Kapazitäten drohten „nachhaltig zerstört“ zu werden. Damit würden „jahrelange Fortschritte zunichtegemacht“.

Die IGS liefere entscheidende Erkenntnisse über die Entwicklung von Resistenzen und die Verbreitung relevanter Erregerstämme, heißt es in dem Bericht des Fachdienstes „Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health“ (Mittwochsausgabe). Ein Abbau dieser Strukturen schwäche Deutschlands Rolle in der europäischen und internationalen Gesundheitsforschung.

Das Gesundheitsministerium teilte hingegen mit, die IGS bleibe „ein wichtiger Baustein einer zukunftsfähigen Surveillance von Infektionserregern“. Man wolle gemeinsam mit dem RKI prüfen, wie das System künftig weiterentwickelt und finanziert werden könne. Konkrete Zusagen machte das Ministerium jedoch nicht.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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