# IfW-Präsident kritisiert schwachen Start der Bundesregierung scharf Datum: 07.05.2025 01:03 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/ifw-praesident-kritisiert-schwachen-start-der-bundesregierung-scharf-595494/ --- Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, hat den Start der neuen Bundesregierung scharf kritisiert und die fehlende Geschlossenheit der Koalition bemängelt. Schularick sieht in der aktuellen politischen Phase große Herausforderungen für die Regierung, warnt jedoch zugleich vor parteitaktischen Spielereien angesichts international angespannter Lagen. ## Kritik am Regierungsstart Moritz Schularick, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), äußerte sich gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) enttäuscht über den Verlauf der Regierungsbildung. „Die größte Ernüchterung heute ist: Im Herzen des Parlaments haben offenbar nicht alle verstanden, in welchem Ausnahmezustand wir uns befinden“, sagte Schularick der NOZ. Besonders kritisierte er parteipolitische Taktiken in der aktuellen außen- und sicherheitspolitisch sensiblen Situation: „Parteitaktik sei in einer außen- und sicherheitspolitisch hochsensiblen Lage brandgefährlich.“ Aus Schularicks Sicht sendet die neue Regierung kein starkes Signal: „Das Aufbruchssignal der Stärke und Geschlossenheit blieb aus“, stellte er fest. „Die neue Regierung beginnt diese neue Phase geschwächt – und das in einer Zeit, in der sie international Führung übernehmen muss.“ ### Koalitionsvertrag als Kompromisswerk Schularick bewertete den Koalitionsvertrag als „ein Sammelsurium an Kompromissen“. Je nachdem, welcher Teil des Vertrags in der Praxis dominiert, könne Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden vier Jahren durchaus unterschiedlich ausfallen: „Je nachdem, welcher Teil am Ende politisch dominiere, könne das Land am Ende dieser vier Jahre wirtschaftlich gestärkt oder enttäuscht dastehen.“ Die Aufgabe, die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Formelkompromisse mit wirklichem Inhalt zu füllen, sei nach den Schwierigkeiten beim Wahlgang noch schwieriger geworden. ### Ausblick auf Wirtschaft und Globalisierung Trotz der globalen Unsicherheiten, wie etwa durch die US-Zölle unter Donald Trump, sieht Schularick nach eigenen Angaben keine akute Wirtschaftskrise auf Deutschland zukommen. Vielmehr zeichne sich ein Wandel in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen ab: „Wir treten in eine neue Phase ein – weniger naives Zusammenrücken, mehr strategische Abgrenzung – vor allem gegenüber Abhängigkeiten wie von China. Die Globalisierung vertieft sich nicht mehr automatisch.“ Für Verbraucher erkennt Schularick angesichts der aktuellen Entwicklungen auch Vorteile: Sie könnten sich auf günstigere Produkte und sinkende Zinsen einstellen. „Das hilft beim Hauskauf oder bei Krediten“, erklärte der Ökonom im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 7. Mai 2025 01:03. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück