# IBM-Chef kritisiert hohe KI-Investitionen großer Tech-Konzerne Datum: 30.06.2025 21:04 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/ibm-chef-kritisiert-hohe-ki-investitionen-grosser-tech-konzerne-610073/ --- IBM-Chef Arvind Krishna hat die massiven Investitionen führender Technologiekonzerne in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) kritisiert. Im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ betonte er, dass IBM eine bewusst vorsichtige Strategie verfolgt und auf hohe Ausgaben für Rechenzentren und Halbleiter verzichtet. Krishna verweist auf die Möglichkeit, Kapazitäten flexibel zu mieten und setzt auf kleinere, spezialisierte KI-Modelle. ## IBM setzt auf Zurückhaltung bei KI-Investitionen Arvind Krishna, Chef von IBM, äußerte im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe) Zweifel an den hohen Investitionen, die große Technologiekonzerne derzeit in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz tätigen. „Wir werden so viel Geld nicht investieren“, sagte Krishna dem „Handelsblatt“. Hintergrund seiner Aussage sind die Rekordausgaben für Rechenzentren und GPU-Halbleiter, die zur Bereitstellung von KI-Diensten wie OpenAIs ChatGPT und Google Gemini benötigt werden. Der Google-Mutterkonzern Alphabet plant laut „Handelsblatt“ allein in diesem Jahr Investitionen in Höhe von 75 Milliarden Dollar. IBM verfolgt laut Krishna eine andere Strategie. Er erklärte: „Wir würden die nötigen Kapazitäten lieber mieten, um flexibel zu bleiben.“ Krishna betonte außerdem: „Meine Meinung ist, dass die Kosten für Inferenz“, also die Nutzung von KI-Modellen, „in fünf Jahren ein Prozent der heutigen Kosten betragen werden“, so das „Handelsblatt“. ### Spezialmodelle statt Massenmarkt IBM befindet sich in einer besonderen Situation, da das Unternehmen mit seinem Supercomputer Watson einst als Vorreiter in der KI-Technologie galt. Der aktuelle Hype um große Sprachmodelle wurde jedoch verpasst, und vom Geschäft mit Cloud-Rechenzentren profitieren vor allem Konkurrenten wie Microsoft und Amazon Web Services (AWS). Arvind Krishna setzt daher auf eine Nischenstrategie und investiert gezielt in kleinere, spezialisierte KI-Modelle. „Wir investieren in viele kleinere Modelle“, erklärte Krishna. Diese Modelle würden auch auf weniger leistungsfähigen Rechnern laufen. Zudem biete IBM über Partnerschaften auch die Modelle der Konkurrenz an. ### Großes Potenzial bei Unternehmensdaten Trotz der zurückhaltenden Investitionspolitik sieht Arvind Krishna weiterhin erhebliches Potenzial im Bereich der Unternehmensdaten. Er sagte dem „Handelsblatt“: „Unsere Schätzung ist, dass 99 Prozent der Unternehmensdaten noch von keinem großen Sprachmodell berührt wurden.“ Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 30. Juni 2025 21:04. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück