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Hunde im Sommer: Empfehlungen für Halter und Tierfreunde

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Ob unerträgliche Temperaturen im Auto oder Stress während der Urlaubsreise: Hunde haben es an der Seite des Menschen nicht immer leicht. Doch auch verantwortungsbewusste Hundehalter werden mit Herausforderungen konfrontiert. Neben Einreisebestimmungen müssen sie sich vor Reisen mit Vierbeinern über Reisekrankheiten und regionale Vorschriften informieren.

Teilweise lebensbedrohliche Zustände ergeben sich für Hunde, die von ihren Besitzern im Auto zurückgelassen werden. Dass sich das Fahrzeug je nach Umgebungstemperatur innerhalb kurzer Zeit in eine tödliche Falle für ihre Schützlinge verwandelt, ist vielen nicht bewusst. Bei sommerlichen Temperaturen genügen bereits zehn Minuten, bis im Inneren für Hunde eine lebensgefährliche Hitze entsteht. Gesundheitlich gefährlich wird es bereits nach fünf Minuten. Halter, die ihre Tiere bei derartigen Bedingungen im Fahrzeug allein lassen, verstoßen gegen die Tierschutz-Hundeverordnung und machen sich strafbar. „Passanten, die ein Tier in Not bemerken, sollten umgehend die Polizei oder auch die Feuerwehr informieren, um das Fahrzeug öffnen zu lassen, falls der Fahrzeughalter oder Fahrer nicht schnell genug gefunden werden kann“, rät der Deutsche Tierschutzbund e. V. online. Anzeichen für einen Hitzschlag bei Hunden sind:

  • Erschöpfungserscheinungen
  • taumeln
  • gestreckter Hals
  • Unruhe
  • weit herausgestreckte Zunge

Ab 40 °C Körpertemperatur kommt es zu Kreislaufbeschwerden, ab 43 °C gerinnt das körpereigene Eiweiß. Es folgt die Bewusstlosigkeit. Wird das Tier nicht rechtzeitig aus dem heißen Auto befreit und tierärztlich versorgt, stirbt es binnen kürzester Zeit. Autos im Schatten zu parken oder einen Spalt der Fenster zu öffnen, reicht nicht, um Hunde vor entsprechenden Folgen zu schützen.

Vorschriften am Strand

Strandurlauber sollten sich vor Buchung von Unterkünften mit lokalen Vorschriften auseinandersetzen. Diese variieren abhängig von Jahreszeit und Reiseziel teilweise deutlich. Auf der beliebten Urlaubsinsel Sylt sind Hunde gemäß Satzung über die Einschränkung des Gemeingebrauchs am Meeresstrand beispielsweise zwischen November und 14. März an sämtlichen Stränden erlaubt. Außerhalb dieses Zeitraums müssen Hundehalter auf die gekennzeichneten Hundesträndeausweichen und dürfen alle anderen Strandabschnitte mit ihrem Vierbeiner auch nicht Durchqueren. Verstöße gegen derartige Satzungen können teuer werden. Um beim Beispiel Sylt zu bleiben: Ein Verstoß gilt als Ordnungswidrigkeit und wird mit einer Geldbuße von bis zu 1.000 Euro geahndet. Reiseveranstalter, Gemeinden und Reiseblogger informieren online über entsprechende Regelungen, um Konflikten und rechtlichen Konsequenzen vorzubeugen. Der Vermittler für Ferienunterkünfte Travanto informiert über hundefreundliche Reiseziele innerhalb Europas und hat für diejenigen, die ihren Urlaub mit dem Hund in Deutschland verbringen möchten, empfehlenswerte Strände an Nord- und Ostsee arrangiert. Darunter die Hundestrände Westerland auf Sylt, Nieblum auf Föhr und das Seebad Ahlbeck auf Usedom.

Hunde am Strand
Hunde am Strand

Leinenpflicht: Keine bundesweite Vorschrift

Hohe Bußgelder drohen außerdem bei Nichteinhalten der Leinenpflicht. Da es diesbezüglich keine bundesweit einheitliche Regelung gibt, müssen sich Hundehalter sorgfältig informieren. Neben teilweise existenzbedrohenden Geldstraßen im fünfstelligen Bereich, müssen Besitzer von wildernden Hunden sogar damit rechnen, dass Jagdschutzberechtigte auf das Tier schießen. In Baden-Württemberg ist dies beispielsweise erlaubt, wenn Hunde Wild nachstellen und alle anderen Maßnehmen, um den Hund zu sichern, erfolglos geblieben sind.

Teilweise ist die Pflicht des Anleinens auf Stadtgebiete oder spezielle öffentliche Anlagen wie Kinderspielplätze oder Fußgängerzonen beschränkt. Dass sogar die Größe des Tiers eine Rolle spielen kann, zeigt der Freistaat Bayern. Laut der Rechtslage dürfen Gemeinden das freie Umherlaufen großer Hunde auf öffentlichen Wegen, Anlagen, Plätzen und Straßen einschränken. Als „groß“ gelten Hunde ab 50 Zentimeter Schulterhöhe. Hinzu kommt der Leinenzwang zwischen 1. April und 15. Juli, der Brut- und Aufzuchtzeit von Vfögeln und anderen wildlebenden Tieren. Unter anderem gilt diese Schonzeit in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Der Bußgeldrahmen für Verstöße in Niedersachsen reicht bis 5.000 Euro.

Mit Hund ins Ausland

Reisen Hunde innerhalb der Europäischen Union, ist ein EU-Heimtierausweis Pflicht. Auch die Kennzeichnung der Tiere mit Mikrochip ist unverzichtbar. Ob eine Tollwut-Impfung genügt oder weitere medizinische Vorbereitungen erfolgen müssen, lässt sich mit dem Tierarzt des Vertrauens klären. Dabei sollten auch die gesundheitlichen Risiken im Ausland thematisiert werden. Als besonders gefährlich gelten folgende Krankheiten:

  • Babesiose (Hundemalaria)
  • Leishmaniose
  • Dirofilariose (Herzwurmkrankheit)

Urlauber, die einen Hund aus dem Ausland mit nach Deutschland bringen möchten, müssen sich gründlich über geltendes Recht informieren. Laut Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz (HundVerbrEinfG) ist die Einfuhr von Hunden der Rassen Bullterrier, Pitbull-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und American-Staffordshire-Terrier in die Bundesrepublik verboten. Es gibt jedoch Ausnahmen wie die Generalzolldirektion auf ihrer offiziellen Internetpräsenz zum Thema gefährliche Hunde erklärt. Hundehalter, die eine Erlaubnis für die Haltung des Tiers haben und nach einem Auslandsaufenthalt zurückkommen, dürfen ihren als gefährlich eingestuften Hund mitbringen. Die erforderlichen Papiere wie Abstammungsnachweis und Wesenstestbescheinigung müssen allerdings griffbereit sein.

Wie Hunde sicher im Auto reisen und welche Utensilien für einen sorglosen Urlaub nicht fehlen dürfen, wurde im Beitrag „Urlaubsplanung mit Hund“ erläutert.

 

Fotografien: Free-Photos & mburleson / pixabay.com

Redaktion Hasepost
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