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Hochschule Osnabrück stellt sieben „Lösungen für die Welt von morgen“ vor

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Bei der Inspektion von Pipelines entstehen riesige Datenmengen. Studierende der Hochschule Osnabrück entwickelten jetzt im Auftrag der ROSEN Gruppe einen Vorschlag, wie Terabytes an Daten schnell und zuverlässig verarbeitet werden können. / Foto: ROSEN

Sieben „Lösungen für die Welt von morgen“, basierend auf Zukunftstechnologien, präsentierten Studierende der Hochschule Osnabrück in der ersten gleichnamigen Online-Projektmesse. Mit rund 90 Messegästen war die Messe ein voller Erfolg.

Nach fünf Monaten Projektarbeit präsentierten studentische Teams der Informatik- und Elektrotechnikstudiengänge der Hochschule Osnabrück ihre Ideen für die Welt von morgen. 36 Studenten haben seit April sieben Projekte – teils in Kooperation mit Unternehmen – bearbeitet. Das Besondere: Sowohl die Projektarbeit als auch die Präsentation der Ergebnisse fanden in Zeiten von Corona im Online-Modus statt.

Virtuelle Inbetriebnahme einer Abfüllstation

Virtuell waren nicht nur die Projektarbeit und die Messe: In einer der „Lösungen für morgen“ drehte sich alles rund um die „virtuelle Inbetriebnahme“. Fünf duale Elektrotechnik-Studierende haben in ihrem Projekt den sogenannten „digitalen Zwilling“ einer Abfüllstation nachgebaut und damit deren virtuelle Inbetriebnahme realisiert. „Ähnliche Projekte finden heute in vielen Betrieben Verwendung“, berichtet Jannis Wilde, der wie alle Mitglieder seines Teams bereits eine Ausbildung in der Industrie abgeschlossen hat. Der Vorteil einer virtuellen Anlage: „Damit können viele Fehler frühzeitig festgestellt werden, was später, bei der tatsächlichen Inbetriebnahme, sowohl Zeit als auch Kosten spart“, so der Teamsprecher. Auch können durch diese Art der Produktentwicklung virtuelle Prototypen erschafft werden, an denen verschiedene Konzepte bereits vorab getestet werden, ohne sie reell aufbauen zu müssen.

Erweiterung der „intelligenten Fabrik“

Konkret ging es im Projekt um die Erweiterung der sogenannten „Smart Factory“, die über verschiedene Labore der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik verteilt ist. Mit diesem Schlagwort beschreibt man eine Produktionsumgebung, in der sich Fertigungsanlagen und Logistiksysteme ohne menschliche Eingriffe weitgehend selbst organisieren. An dieser „intelligenten Fabrik“ lernen Studierende, begleitet vom Hochschul-Kompetenzzentrum „Industrie 4.0“, die gleichnamige Zukunftstechnologie praxisnah kennen.

Fünf duale ElektrotechnikStudierende haben in ihrem Projekt den sogenannten „digitalen Zwilling“ einer Abfüllstation nachgebaut und damit deren virtuelle Inbetriebnahme realisiert. / Foto: Hochschule Osnabrück

Verteiltes Rechnen für schnelle Verarbeitung gigantischer Datenmengen

Im Projekt, das vier Studierende der Technischen und der Medieninformatik im Auftrag der ROSEN Gruppe bearbeitet haben, ging es um verteiltes Rechnen. Das weltweit agierende Unternehmen mit zentraler Forschung, Entwicklung und Fertigung in Lingen inspiziert unterschiedlichste Industrieanlagen und sorgt dafür, dass deren sicherer Betrieb gewährleistet wird. Dazu gehören beispielsweise Pipelines, Tanks und Druckbehälter ebenso wie Windkraftanlagen, Züge oder Antennenmaste. Bei der Inspektion entstehen mitunter gigantische Datenmengen, die möglichst schnell und effizient verarbeitet werden müssen. „Unsere jetzige Lösung ist über Jahre gewachsen und setzt eine große Menge an Rechenleistung voraus“, erzählt Eyk Haneklaus, Software-Designer bei der ROSEN Gruppe. Gemeinsam mit dem Informatik-Professor Dr. Rainer Roosmann schrieb Eyk Haneklaus ein Projekt aus, in dem die Studierenden die moderne Technologie des Cloud Computings für speziellere Anforderungen des Unternehmens nützlich gemacht haben. „Unsere Lösung ermöglicht es, beliebig verteilte Aufgaben sehr individuell zu managen und zu überwachen“, erklärt der Teamleiter Christopher Sieh: „So können gigantische Datenmengen von Inspektionsdaten auf etliche Computer verteilt und trotzdem zuverlässig und sicher verarbeitet werden. Zum Beispiel kann man gerade nicht genutzte Rechenkapazität in dem eigenen Rechenzentrum nutzen und bei Bedarf einen beliebigen Cloudanbieter ‚dazuschalten‘. Das Gleiche geht auch andersrum: Das System fährt bei besonders wenig Arbeit alles bis auf einen einzigen Rechner herunter. Beides passiert vollautomatisch nach Menge der Arbeit.“

Zufriedene Projektbetreuer

Die beiden Projektbetreuer sind mit den Ergebnissen des Teams überaus zufrieden. „Mehrere Abteilungen haben bereits Interesse an der studentischen Entwicklung signalisiert“, freut sich Haneklaus. Sein Kollege Hendrik Niemeyer, zuständig für Algorithmus-Design, zeigt sich beeindruckt: „Ich nehme für unsere Projekte viele wertvolle Impulse mit und bin mir sicher, dass das Thema ‚verteiltes Rechnen‘ auch zukünftig eine große Rolle für uns spielen wird.“

Bluetooth-Schlösser für Tausch- und Verleihdienste

Eine andere Zukunftstechnologie nahmen sechs Studierende der Medieninformatik unter die Lupe – Bluetooth-Schlösser, die für zahlreichen Anwendungsbereiche eingesetzt werden können. „Wir wollen den Grundstein zur Erschließung einer gewaltigen Zielgruppe legen“, sagt der studentische Projektleiter Nils Geschwinde selbstbewusst. Seine Teamkollegin Astrid Dingmann ergänzt: „Unsere Lösung ermöglicht es, Zugriffsrechte registrierter Schlösser zu verwalten und in Echtzeit aufzulösen.“ Welche Person darf an welchen Wochentagen welches Schließfach öffnen? Welcher Nutzergruppe soll gestattet sein, Öffnungsberechtigungen für einen Seminarraum zu vergeben? – Das System der Studierenden bietet allen schlossgebundenen und app-basierten Tausch-, Verleih- und Vertriebsdiensten eine simple und intuitive Lösung. Vom einfachen Radverleih bis zu komplexen Raumbuchungssystemen: Mit den neuentwickelten Schnittstellen stehen externen Entwicklerinnen und Entwicklern – von einzelnen Studierenden bis zu großen Projektteams – alle Türen offen, um ihre eigenen Systeme zu konzipieren und zu entwickeln.

Sechs Studierende der Medieninformatik entwickelten ein System, mit dem Zugriffsrechte registrierter Bluetooth-Schlösser verwaltet und in Echtzeit aufgelöst werden können. / Foto: Hochschule Osnabrück / Nils Geschwinde

Virtuelle Projektmesse ein voller Erfolg

In rund zwei Stunden präsentierten die sieben Teams ihre Projektergebnisse vor rund 90 Messegästen. Danach ging es in einzelnen Videokonferenzen weiter: Die Studierenden beantworteten Fragen und schmiedeten Kontakte mit Unternehmensvertretern. „Alle Teams haben sich hervorragend vorbereitet und ihre Projekte, die sie unter erschwerten Corona-Bedingungen durchführen mussten, überzeugend präsentiert“, freut sich der Organisator der Projektmesse, Dr. Reiner Roosmann. Bei der Durchführung der ersten Online-Veranstaltung dieser Art an der Hochschule Osnabrück bekamen die Teams Unterstützung auch von Jutta Dick vom eLearning Competence Center. „Die Projektmesse und die gesamte Organisation drum herum haben uns Studierenden sehr gut gefallen“, gibt der Student Jannis Wilde das Lob zurück: „Zwar wäre eine Präsenzveranstaltung schöner gewesen, aber im Rahmen der Möglichkeiten war es eine sehr gute Lösung!“

Informationen und Kurzvideos zu allen Projekten stehen auch nach der Messe online bereit:
www.hs-osnabrueck.de/loesungen-fuer-morgen.

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