Eine kriminelle Vergangenheit, Moslem, aufgewachsen in Deutschland und dann eine Reise in die Kurdengebiete des Nordirak.

Nein, das ist nicht die Geschichte von einem jungen Mann, der vermeintlich für seine Religion kämpfen will, sondern die Geschichte von einem jungen Mann, der gegen den Missbrauch seiner Religion ein Zeichen setzen will. Und es ist die Geschichte eines ganz besonderen Freundschaftsdienstes.

Hammed, der seine Kindheihammit und Jugend in Osnabrück verbrachte und heute als Sozialarbeiter in der Jugend- und Flüchtlingsarbeit in Berlin tätig ist, setzte sich im Februar in ein Flugzeug und flog in den Nordirak. Bevor er abreiste schrieb er in seinem Blog„Da, wo ich morgen hinfahren werde, kann man nicht einfach aus einem Zug oder einem Bus aussteigen.“

Per Umsteigeverbindung ins Kriegsgebiet

Im Gespräch mit unserer Redaktion klingt die Anreise per Flugzeug noch recht einfach. Per Umsteigeverbindung von Berlin über Wien gibt es einen Linienflug nach Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistans im Nordirak. Von dort ging die Reise weiter, durch ein Land, das Hammed an das „Set eines Kriegsfilms in Hollywood“ erinnert. Insgesamt 20 Checkpoints müssen auf der Reise zur weißen Quelle in Lalisch zurückgelegt werden.

Hammed Khamis
Hammed Khamis im Nordirak (Screenshot: Arte)

Quellwasser für die Taufe der Tochter einer guten Freundin

Die für die Volksgruppe der Jesiden so unglaublich bedeutungsvolle weiße Quelle spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte, die der Sender Arte am Karfreitag um 19:45 zeigt und die über die Mediathek von Arte abrufbar ist. Die kleine Tochter von Hammeds Freundin Tamara soll mit dem Wasser dieser Quelle getauft werden. Hammed ist unterwegs um dieses Wasser zu besorgen.

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Ein Moslem gegen den Hass im Namen seiner Religion

Hammed ist aber auch unterwegs um mehr über den Genozid an den Jesiden durch die Terroristen des IS zu erfahren. Und Hammed will ein Zeichen setzen gegen den Hass und gegen den Missbrauch seiner Religion.
Begleitet wurde Hammed Khamis nur von Carsten Stormer, der mit der Kamera immer dabei ist.
Teilweise trennen die Reisenden nur wenige hundert Meter von den Kämpfern des IS – doch zum Glück kommt es nicht zu einer Konfrontation oder einer Entführung. Für die Sicherheit vor Ort sorgten kurdische Peschmerga Kämpfer. Eindrucksvolle Bilder zeigen ein nur aus jungen Mädchen gebildetes Frauen-Corp der Peschmerga.
Die Kamera zeigt auch schonungslos, dass es nicht einfach ist – weder als Moslem noch als Jeside – tagelang gemeinsam durch ein Land zu fahren, in dem die eigene Religion und Herkunft oft darüber entscheidet, ob man sich als Freund oder Feind gegenüber steht.

Islamischer Staat bietet Sklaven als Handelsware an

Das Thema IS lässt Hammed Khamis nicht los. In einem zukünftigen Projekt will er zumindest einen von den IS versklavten Menschen freikaufen. 20.000 Dollar verlangen die Kämpfer des Islamischen Staats  für einen Menschen, den sie als Handelsware anbieten. Sollte sich unter unseren Lesern ein Sponsor finden, wir vermitteln gerne den Kontakt.

 

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