Am Donnerstag (2. Oktober) fand nun schon zum vierten Mal der Fair Trade Cup in der Sporthalle der Kooperativen Gesamtschule Schinkel (KGS) statt. Ziel des Cups ist es vor allem die Öffentlichkeit, aber auch die Schülerinnen und Schüler auf faire Produktionsbedingungen und die Achtung von Menschenrechten in der Sportartikelherstellung aufmerksam zu machen.
Sieben Schulen spielen für globales Fairplay
Oberbürgermeisterin Katharina Pötter eröffnete das Turnier als Schirmherrin und betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung von fairem Handel und globaler Gerechtigkeit: „Mit eurem Fair-Trade-Turnier unterstützt ihr das Profil der Stadt Osnabrück als Fairtrade-Town.“ Insgesamt sieben Osnabrücker Schulen nahmen an dem Turnier teil, darunter die Ursulaschule, die IGS Eversburg, das Ratsgymnasium, die Angelaschule, die Friedensschule, die Oberschule am Sonnenhügel und die KGS Schinkel, und setzten damit ein starkes Zeichen für globales Fairplay.
Am Ende konnte sich die Ursulaschule gegenüber den anderen Teilnehmenden durchsetzen und durfte nicht den Wanderpokal mit nach Hause nehmen, das Team gewann auch Freikarten für ein Heimspiel an der Bremer Brücke, gesponsert durch den VfL. Der nächste Fair Trade Cup soll nächstes Jahr wie üblich in der Sporthalle des Turniersiegers stattfinden.
Sportlicher Wettbewerb und ein buntes Rahmenprogramm
Neben den Spielen sorgte auch in diesem Jahr ein vielfältiges Rahmenprogramm für Abwechslung: Wer nicht gerade mit seinem Team um den Titel spielte, konnte seine Fähigkeiten beim Torwandschießen, Fußball-Parcours auf Zeit, Schussgeschwindigkeitsmessunge
Hintergrund: Ausbeuterische Bedingungen in der Ballproduktion
Egal, ob im Fußball, Volleyball oder Handball: Viele Bälle sind handgenäht, meist unter harten Arbeitsbedingungen und zu niedrigen Löhnen, vor allem in Pakistan. Laut Fairtrade Deutschland arbeiten in der pakistanischen Stadt Sialkot etwa 60.000 Menschen in der Fußballproduktion. Um davon leben zu können, arbeiten viele Näherinnen und Näher das Wochenende durch, auch ohne Arbeitsschutz in „Heimarbeit“. Die Gehälter erreichen oft kein existenzsicherndes Niveau. Dies führt dazu, dass auch viele Kinder arbeiten, um das Familien-Einkommen zu steigern.
Fair-Handels-Initiativen sichern den Arbeitnehmenden in Pakistan bessere Arbeitsbedingungen und Mindestlöhne. Zusätzlich fließen Instrumente wie Prämien direkt an die Beschäftigten, die damit Gesundheitsangebote, Transporte oder Projekte vor Ort finanzieren. Die sozialen Standards im fairen Handel fördern außerdem Geschlechtergerechtigkeit und schützen Frauen gezielt vor Diskriminierung. „Mit einer Umstellung hin zu fair gehandelten Bällen garantieren die Schulen und Sportvereine nicht nur, dass ihre Beschaffung nicht auf Ausbeutung und Umweltzerstörung beruht, sie übernehmen zugleich einen wichtigen Bildungsauftrag“, betont Dirk Steinmeyer, Bildungsreferent und Fair-Handels-Berater der Süd Nord Beratung des VeB e.V. und Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town, die das Fair Trade Turnier gemeinsam mit der KGS veranstaltet.