Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet nicht mehr nur an Weihnachten, sondern jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus aller Welt.

Viele der Besucher trauten ihren Augen kaum, als sie am vergangenen Samstag den neuen Fair-Teiler von Foodsharing Osnabrück im Stadtteil Kalkhügel sahen: Die Lebensmittel, die an diesem Tag von zwei kooperierenden Supermärkten abgeholt worden waren, passten kaum in den großen Kühlschrank und den Spind.

Die bunte Auswahl an Obst und Gemüse, Backwaren, Marmeladen und Milchprodukten quittierten viele der Gäste mit Begeisterung („Und ich kann mir wirklich nehmen was ich will? Das ist ja prima!“), regte aber auch zum Nachdenken an: „Dass es Lebensmittelverschwendung gibt wusste ich natürlich, das liest man ja überall. Aber jetzt hat man ein Bild dazu, wie groß das Ausmaß tatsächlich ist!“, zeigte sich eine Anwohnerin bewegt. Den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in das Bewusstsein der Menschen zu holen war auch einer der Gründe, aus denen die St. Pius-Gemeinde den Platz für den Fair-Teiler zur Verfügung gestellt hat.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln

„Wir haben hier eine sehr aktive Gemeinde und der Fair-Teiler wird ab sofort Teil davon sein – von der Kita über die benachbarte Schule und unseren Jugendgruppen bis hin zu den älteren Anwohner, die noch einen ganz anderen Blick auf das Thema haben, sie alle können hier einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln erfahren und etwas gegen die Verschwendung tun“, zeigt sich Anja Höge, Mitarbeiterin der Pfarrgemeinde St. Johann Osnabrück, überzeugt, dass das Engagement der „Lebensmittelretter“ Wirkung zeigt.


Foodsharing funktioniert ehrenamtlich

Viel Engagement war auch für die Errichtung des Fair-Teilers erforderlich. Maike Thompson, Botschafterin von Foodsharing Osnabrück, dankt den Beteiligten: „Foodsharing funktioniert komplett ehrenamtlich. Ohne die Unterstützung durch die Gemeinde, Spenden vom SuperBioMarkt sowie von Besuchern des Umweltfestivals Ökomaile und die Leistung von Ehrenamtlichen, die den Unterstand geplant, gebaut und aufgestellt haben, hätten wir diesen dritten Standort nicht realisieren können. Es ist toll zu sehen, wie viele Menschen man mit dem Thema Lebensmittelverschwendung erreichen kann.“

Wer füllt den Fair-Teiler?

Bestückt wird der Kühlschrank sowohl von Privatpersonen, die ihre eigenen überschüssigen Lebensmittel dort anderen zur Verfügung stellen, als auch von ebenfalls ehrenamtlich engagierten Foodsavern, die regelmäßig aussortierte Waren von kooperierenden Betrieben abholen. Einer davon liegt in unmittelbarer Nähe zu dem neu errichteten Fair-Teilers: Dreimal wöchentlich werden im EDEKA Supermarkt Lissy-Rieke-Straße Lebensmittel an Foodsharing zur Verfügung gestellt, die andernfalls entsorgt werden würden. Geschäftsführer Maximilian Drung ist zufrieden mit der Zusammenarbeit und beobachtet Erfolge: „`Wir lieben Lebensmittel´ ist für uns nicht nur ein leerer Werbespruch. Es ist toll, auf diese Weise etwas gegen die Verschwendung tun zu können. Und durch die Kooperation mit Foodsharing sind meine Mitarbeitenden jetzt besonders sensibilisiert für das Thema: Sie versuchen noch stärker als bisher, schon bei der Bestellung der Waren die Entstehung von Überschüssen zu vermeiden!“

Trommeln und Buffet zur feierlichen Eröffnung

Und selbstverständlich kam bei allem Ernst des Themas auch der Spaß bei der Eröffnungsveranstaltung nicht zu kurz: Bei Trommelklängen der Trommelschule Sambezi und einem reichhaltigen Buffet aus geretteten Lebensmitteln nutzen die Gäste die Gelegenheit zum Austausch und Begegnung.

Über den Fair-Teiler

Der Fair-Teiler befindet sich auf dem Gelände der St. Pius-Gemeinde am Knappsbrink 50, 49080 Osnabrück. Er ist öffentlich zugänglich und kann rund um die Uhr genutzt werden. Die Nutzer/-innen werden gebeten, mit den Lebensmitteln und der Anlage verantwortungsvoll umzugehen.